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Kollektives Gedächtnis für Regensburg

Regensburg verändert sich. Vor allem in den vergangenen Jahren hat die Stadt durch den wirtschaftlichen Boom ihr Gesicht an vielen Stellen verändert. Eine neue Facebook-Gruppe will jetzt die Erinnerungen an die „frühere“ Domstadt aufrecht erhalten.

Die Gruppe mit dem Titel „Regensburg damals und heute“ richtet sich an alle, die in Regensburg wohnen oder gewohnt haben. Gegründet hat die Gruppe Helmut Kroner. Der Architekt will eine digitale Heimat für das kollektive Gedächtnis der Regensburger schaffen. Kroner fordert die Mitglieder auf, ihre Erlebnisse, Erinnerungen und Fotos mitzuteilen und über unvergessenen Persönlichkeiten, Häuser, Veranstaltungen und wichtige Ereignisse zu schreiben.

„Ich würde mir wünschen, dass die verblassende Vergangenheit in den Fotoalben der Gruppe auf ,ewig’ einen Platz findet“, sagt Kroner.

Mehr als 3000 Mitglieder

Mehr als 3000 Mitglieder (Stand 17.40 Uhr) hat die Gruppe bereits. 5000 sollen es mindestens werden. Die User posten historische Bilder, die die letzte Straßenbahn oder den Arnulfsplatz im Jahr 1988 zeigen. Oder erinnern an die Zeit, als das Gloria noch ein Kino war und man sich „Star Wars“ vom Balkon aus angesehen hat.

„Die Idee für die Gruppe war nicht meine Erfindung“, sagt Kroner. Bis vor kurzem habe er nicht einmal einen Facebook-Account gehabt. Lange Zeit sei er ein Kritiker des Netzwerks gewesen. Nachdem er sich doch angemeldet hat, habe ihn eine Freundin aus Schwandorf eingeladen, einer ähnlichen Gruppe beizutreten. Die rege Aktivität der Gruppenmitglieder hätte ihn motiviert, eine eigene Gruppe zu gründen.

Die 5000-Mitglieder-Schallmauer naht

Dass die Gruppe so schnell gewachsen ist, habe ihn überrascht. Kroner rechnet damit, die 5000-Mitglieder-Schallmauer bald zu durchbrechen. „In naher Zukunft werden es wohl 80 Prozent der Regensburger mit einem Facebook-Account sein“, sagt der Architekt.

Nach dem ersten „Rausch des Erinnerns“, rechnet Kroner damit, dass es ruhiger wird in der Gruppe. Diese zweite Phase sei aber vielleicht noch wichtiger. Kroner hofft, dass die Gruppenmitglieder beginnen, auch das gestern oder erst vor einer Woche erlebte mit anderen zu teilen und zu „archivieren“ – und so ein digitaler demokratischer Prozess des Gesprächs, Austausches und des Mitgestaltens des Lebensraums entstehen wird.

Die Gruppe ist offen – jeder sei eingeladen, etwas beizutragen, schreibt der Seiten-Urheber. Aber: Werbung für Firmen oder Politiker ist strengstens verboten. Werbung von und für Künstler, und deren Veranstaltungen, dagegen sei jedoch ausdrücklich erlaubt.

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