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Diskussion

Konzerte im Stadion: Eine echte Option?

Angesichts der Misere beim Jahn denken Politiker über bisher ausgeschlossene Nutzungsmöglichkeiten nach. Die Vorstellungen bleiben allerdings vage.
Von Norbert Lösch, MZ

Das Stadion wächst – ebenso wie die Zahl derer, die sich alternative Nutzungen wünschen.
Das Stadion wächst – ebenso wie die Zahl derer, die sich alternative Nutzungen wünschen. Foto: Webcam Stadt

Regensburg.Spätestens am 26. Juli 2013, als der Stadtrat dem Spezialisten BAM Sports den Zuschlag gegeben hat, stand fest, dass in der neuen Regensburger Arena rund zwei Jahre später ausschließlich der Ball rollen soll. Und auf der Homepage der Stadt steht es seit langem schwarz auf weiß: „Regensburg erhält ein reines Fußballstadion für 15000 Zuschauer.“ Seitdem es mit dem künftigen Hauptmieter, dem SSV Jahn, sportlich bergab geht, wird über diese grundsätzliche Festlegung aber neu diskutiert. Die Politik denkt über alternative Nutzungsmöglichkeiten nach – wenn auch nur sehr vage.

Grundsätzlich bleibt Oberbürgermeister Joachim Wolbergs bei seiner Einschätzung, dass der Jahn die Kurve schon noch kriegen wird und Spiele in der vierten Liga kein Thema werden. Dieses Szenario spiele bei den aktuellen Verhandlungen mit dem künftigen Hauptmieter – „Wir sind gerade mitten in Gesprächen mit dem Jahn“ – keine Rolle. Auch was die Miete für die Geschäftsstelle des Vereins im neuen Stadion angeht, werde es keine Zugeständnisse geben. „Genauso wie der Bayerische Fußballverband wird der Jahn eine ortsübliche gewerbliche Miete zahlen“, sagte Wolbergs am Dienstag der MZ.

„Andere Schwerpunkte setzen“

In einem Beitrag des Bayerischen Rundfunks sprach der OB dann aber doch von Nutzungsoptionen. Im Fall des Abstiegs des Jahn müsse man notfalls andere Schwerpunkte setzen – etwa im Tagungsgeschäft. BR-Reporter Thomas Muggenthaler sagte der OB, man könne auch „den Versuch mit dem einen oder anderen Konzert unternehmen“. Damit könne man „ordentlich Geld verdienen“.

Das sieht offenbar inzwischen auch die Opposition so. Der CSU-Kreisvorsitzende Dr. Franz Rieger (MdL) sieht den „Worst Case“ zwar auch noch nicht gekommen. In der jetzigen Lage sei es aber „unsere Pflicht und auch unsere Aufgabe, über alternative Nutzungen nachzudenken“. Auch für ihn sind etwa Konzerte in der Continental-Arena denkbar – mit den bekannten Einschränkungen: „Das ist natürlich baulich schwierig, weil es ein reines Fußballstadion ist.“

Stadion-Gegner halten zum Jahn

Unterschiedlich bewerten Wolbergs und Rieger die wirtschaftlichen Auswirkungen des drohenden Abstiegs für die Stadt. Laut dem OB gehen die Mietzahlungen des Jahn auch in Liga drei „ohnehin gegen null, da entsteht kein großer Verlust“. Der CSU-Kreischef warnt dagegen durchaus vor einem „größer werdenden Defizit“. Und Stadtrat Richard Spieß (Die Linke), von Anfang an erklärter Gegner des Stadion-Projekts, hofft aus wirtschaftlichen Gründen mittlerweile inständig, dass der Jahn nicht absteigt.

Ob Konzerte oder andere Großveranstaltungen in der Arena wirklich eine Option sind, ist umstritten. Wolbergs Amtsvorgänger Hans Schaidinger hatte sich zwar immer für die Nutzung des Funktionsgebäudes über den Fußball hinaus ausgesprochen, Konzerten aber eine Absage erteilt: „Das ist Kokolores.“

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