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Nachlass

Krebskranke Kinder profitieren vom Erbe

Anneliese Deml teilt ihren Nachlass mit Bedacht auf. Er kommt Leukämiehilfe und Traumzeit zugute.
Von tino Lex

Professor Andreesen, Richter Piendl und Nadine Guggenberger mit einem Portrait von Anneliese Deml. Foto: LEX TINO
Professor Andreesen, Richter Piendl und Nadine Guggenberger mit einem Portrait von Anneliese Deml. Foto: LEX TINO

Regensburg.Es gibt Menschen, die ein wenig vermögend sind, und dabei die Menschen nicht vergessen, die nicht unbedingt auf der Sonnenseite des Lebens stehen. Mit Bedacht wählte Anneliese Deml, Bundesbahnhauptsekretärin a. D. deshalb die Erben ihres kleinen Vermögens aus. Neben einigen entfernten Verwandten lag der Seniorin das Wohl der Kinder sowie das von psychisch kranken Menschen am Herzen.

So verfügte sie in ihrem Testament, dass Geldzuwendungen in Höhe von 30 000 Euro an Organisationen gehen, die sich psychisch kranker Menschen annehmen. Daneben lag ihr das Schicksal krebskranker Kinder sehr am Herzen. Diesen lässt sie den stolzen Betrag von 50 000 Euro (ein Teil wurde schon überreicht) zukommen.

Johann Piendl, Vorsitzender Richter am Landgericht Regensburg, kannte Anneliese Deml aus der Nachbarschaft: „Wir kamen eines Tages ins Gespräch und die nette Dame fragte, was ich denn beruflich mache. Dies habe ich ihr dann erzählt und jahrzehntelang pflegten wir ein freundschaftliches, vertrauensvolles Verhältnis“, so Piendl. Wie der Richter erklärte, lebte die Seniorin bis zu ihrem 93. Lebensjahr selbstständig in ihrem kleinen Siedlerhaus in der Hauptstraße direkt am Park. In der Nachbarschaft war sie beliebt. Wann immer das Wetter es zuließ, sah man sie fleißig im Garten arbeiten, an dem ihr Herz hing.

Die letzten drei Lebensjahre verbrachte die Seniorin wohl versorgt und geistig jederzeit präsent im Albertinum in der Clermont-Ferrand-Allee. „Bereits zu Lebzeiten lagen ihr ihre Mitmenschen sehr am Herzen. Deshalb wohl auch diese Spenden“, so Piendl. Jetzt konnte der Vorsitzende Richter 10 000 Euro an die Leukämiehilfe Ostbayern überreichen. Über weitere 25 000 Euro freute sich Nadine Guggenberger vom Traumzeit e. V.

„Das ist die größte Einzelspende, die wir hier erhalten haben und mit diesem Geld können wir sehr viel anfangen.“ Eines der Projekte, die man in nächster Zeit angeht, ist die Fahrt zum Musical „König der Löwen“ nach Hamburg. Wenn möglich, sollen zwei Busse gechartert werden, die diese Fahrt durchführen. Man muss wissen: „Traumzeit e. V.“ erfüllt krebskranken Kindern Wünsche.

Die Leukämiehilfe Ostbayern e.V. wurde mit 10 000 Euro im Testament bedacht. „Mit diesem Geld wird die Kindersprechstunde gefördert“, erklärt Prof. Dr. Reinhard Andreesen, Vorsitzender des Vereins. In den Kinder- und Familiensprechstunden am Universitätsklinikum Regensburg sprechen Psychologen mit den „Schattenkindern“ altersentsprechend über die Krankheit sowie über ihre Ängste und Sorgen. Bei Bedarf wird gemeinsam mit einem Elternteil ein Alltagsplan entwickelt, der auch Eltern-Bedürfnissen Rechnung trägt. Zudem finden die Eltern Beratung und Unterstützung.

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