MyMz
Anzeige

Schifffahrt

Kreuzfahrt-Stau trifft Regensburg

Die Schleusensperrung in Riedenburg bekommt auch die Domstadt zu spüren. Dort fallen nicht nur die Stadtführungen aus.
Von Tobias Maydl

In Regensburg stauten sich über Pfingsten die Kreuzfahrtschiffe an der Donaulände. Foto: Maydl
In Regensburg stauten sich über Pfingsten die Kreuzfahrtschiffe an der Donaulände. Foto: Maydl

Regensburg.Die kaputte Schleuse in Riedenburg sorgt weiter für Komplikationen. Auch flussabwärts in Regensburg sind die Auswirkungen zu spüren. Viel zu tun haben die Disponenten an der Donaulände. „Wir sind stark davon betroffen. Es gibt viele Umdisponierungen bei uns und bei den Reedereien“, sagt Martin Gottschalk, Pressesprecher des Stadtwerks Regensburg, das mit seiner Logistikabteilung die Anlegestätten für die Kreuzfahrtschiffe betreibt. Über Pfingsten waren seine Kollegen von der Disposition im ständigen Austausch mit den Reedereien. Schiffe würden beispielsweise schneller wieder abfahren wollen oder gar nicht nach Regensburg kommen.

Was die Ver- und Entsorgung der Schiffe an der Anlegestelle angeht, ist man hingegen entspannt. Das Stadtwerk kümmert sich um den Strom, die Müllabfuhr sowie die Trinkwasserversorgung und Abwasserentsorgung der Kreuzfahrtschiffe. „Da gibt’s keine Probleme. Da sind wir entsprechend aufgestellt“, sagt Gottschalk. Trotzdem sollte der Zustand nicht noch länger andauern: „Wir hoffen auf Normalität.“

Böse Überraschung für Passagiere

Die Schleusensperrung sorgt nicht nur an der Anlegestelle für Ungemach. Sie wirbelt auch die Führungen in der Regensburger Altstadt durcheinander, die besonders beliebt sind bei den Kreuzfahrtpassagieren. „Es gab letzte Woche ein paar Stornierungen“, sagt Michael Vogl von der Regensburg Tourismus GmbH. „Wir haben auch jetzt noch Verschiebungen.“ Er rechnet noch mit Beeinträchtigungen bis zum 14. Juni.

Das Pfingstwochenende war auch für Rabhi Khalid von Croisi Europe Cruises alles andere als normal. Er ist der Manager der „Victor Hugo“. Seit Freitag schon steckt das Schiff in Regensburg fest. Für seine rund 90 Passagiere eine böse Überraschung: Ihr Urlaub stand zunächst auf Messers Schneide.

Ob Fahrräder eine Alternative wären? Für einige Kreuzfahrtschiffe ist zurzeit in Regensburg Endstation. Die Passagiere fahren mit Bussen weiter. Foto: Loeffler
Ob Fahrräder eine Alternative wären? Für einige Kreuzfahrtschiffe ist zurzeit in Regensburg Endstation. Die Passagiere fahren mit Bussen weiter. Foto: Loeffler

In der Domstadt konnten sie jedoch auf angemietete Reisebusse umsteigen, die sich aufmachten zu den weiteren Ausflugszielen Rothenburg ob der Tauber, Würzburg und Aschaffenburg. Das Gepäck der Passagiere ließ Schiffsmanager Khalid aber vorerst an Bord. Sämtliche Hotels in den Regionen seien über Pfingsten bereits ausgebucht gewesen, wie er im Gespräch mit der Mittelbayerischen erklärt. Pünktlich am 12. Juni in Straßburg ankommen, das möchte er aber trotzdem - nur halt ohne Schiff.

„Den ausgefallenen Umsatz werden wir nicht so einfach wieder einfahren können.“

Dominik Kaven, Pressesprecher der 1a-Vista-Reisen

Weniger glimpflich ging es für die „Vista Classica“ aus. Das Kreuzfahrtschiff hätte eigentlich nach Köln fahren sollen. Jetzt steht es auch im Regensburger Hafen. Von den Passagieren ist lange schon keiner mehr an Bord. „Wir mussten diese Reise leider abbrechen“, erklärt Dominik Kaven, Pressesprecher der 1a-Vista-Reisen.

Schleusenprobleme sind keine Seltenheit

Für den Reiseveranstalter, der auf Rhein und Donau sechs Schiffe hat, führt die Schleusensperrung zu einem Domino-Effekt. Das Schiff fehlt jetzt auf dem Rhein. „Die nächste Fahrt hätte heute von Köln aus Richtung Basel starten sollen.“ Die Reise musste storniert werden. Sollte sich die Reparatur der Riedenburger Schleuse noch länger hinziehen, stehen weitere Fahrten auf der Kippe. Kaven ist aber optimistisch: „Wir hoffen, dass sie bald in Betrieb geht. Wir sind da guter Dinge.“ Einfach ein anderes Schiff zu chartern ist aufgrund der guten Auftragslage in der Branche und der anlaufenden Hauptsaison schwierig.

Für die Flusskreuzfahrer gehören Probleme mit Schleusen zum Alltag. „Wir erleben es zurzeit oft, dass Schleusen kaputt gehen. Meistens sind es technische Defekte“, sagt Karven mit Blick auf die zum Teil veraltete Infrastruktur. „Fahrfehler sind sehr selten.“ Die wirtschaftlichen Schäden, die durch kaputte Schleusen entstehen, seien aber enorm: „Den ausgefallenen Umsatz werden wir nicht so einfach wieder einfahren können.“

Weitere Nachrichten aus Regensburg lesen Sie hier.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht