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Geschichte

Kumpfmühler erinnerten an Luftangriffe

Am 28. Dezember 1944 bombardierten die Amerikaner den Regensburger Stadtteil. Zeitzeugen berichteten von dem Inferno.
Von Therese Wimmer

Gedenken im Schein der Fackeln an die Opfer des Luftangriffs vom 28. Dezember 1944.  Foto: Wimmer
Gedenken im Schein der Fackeln an die Opfer des Luftangriffs vom 28. Dezember 1944. Foto: Wimmer

Regensburg.Regensburg ist von Bombardierungen während des 2. Weltkriegs weitgehend verschont geblieben – zumindest in der Altstadt. Nicht jedoch im südlichen Stadtteil Kumpfmühl. Mit Glockengeläut, einer Gedenkfeier mit Zeitzeugenberichten und einem Gottesdienst wurde des Jahrestags des Luftangriffs gedacht.

„Beim Heulen der Sirenen sind wir in den Luftschutzbunker unter dem Schmauskeller. Es war der schwerste Angriff, Mörtel und Putz ist auf uns draufgefallen. Nachdem es ruhig wurde, haben Helfer den Eingang freigeschaufelt und wir konnten wieder nach draußen.

Zwei Bomben trafen Kirche

Unser Zuhause war ein Trümmerhaufen“, erinnert sich Zeitzeugin Sabine Kaimes. Sie war beim Angriff amerikanischer Bomber am 28. Dezember 1944 sieben Jahre alt. Von der verheerenden Zerstörungskraft der Bomben berichtet auch Prälat Lacher, Pfarrer in der St. Wolfgangs Kirche von 1943 bis 1972. „Über unseren Köpfen barsten die Bomben, das Pfarrhaus war zu zwei Drittel ein Trümmerhaufen. In der Kirche zwei Bombentreffer… die Sakristei ohne Dach und ein Schuttberg! Rund um die Kirche neun Bombentrichter. Kurzum: ein Bild des Grauens!“

Kultur

  • Der GKVR:

    Der Geschichts- und Kulturverein Regensburg-Kumpfmühl bereichert mit Veranstaltungen und Publikationen das Kulturangebot von Kumpfmühl. Sein Programm findet man im Kulturprogramm der Stadt Regensburg „Kulturleben Regensburg“.

  • Sanierung:

    Ein großer Erfolg war die Sanierung des barocken Garten-Salettls im Karl-Bauer-Park in Kumpfmühl im Jahr 2016.

Immerhin hatten die 14 Menschen im Luftschutzkeller des Pfarrhauses den Angriff überlebt. An dieses Inferno, das den Stadtteil Kumpfmühl um die Mittagszeit traf, erinnerte das Läuten der Glocken der Kumpfmühler Kirchen St. Wolfgang und St. Theresia. Der Geschichts- und Kulturverein Regensburg-Kumpfmühl GKVR hatte die würdige Gedenkveranstaltung organisiert. Am späten Nachmittag trafen sich 30 Teilnehmer im Bürgerheim Kumpfmühl. Zeitzeugen schilderten dabei ihre Erinnerungen an diesen Tag, der sich ihnen tief ins Gedächtnis eingegraben hat.

GKVR-Vorstand: Frieden ist kostbares Gut

Hubert Wartner, Vorstand des Vereins, zitierte aus dem Text des Historikers und Autors Peter Schmoll. In der Publikation „Der Vitusbach“ Nr. 3/2014 hatte dieser viele Details zu dem Luftangriff gesammelt. Wartner hob hervor, welch kostbares Gut der Frieden ist, der von vielen allzu oft als selbstverständlich betrachtet wird. Dabei sollten die Menschen dankbar sein für die Zeit des Friedens und des Wohlstandes.

Hubert Wartner dankte auch der Heimleitung des Bürgerheims für die Erlaubnis, den Multimediaraum für die Erinnerungsveranstaltung zu nutzen. Beim anschließenden Gottesdienst verlas Prälat Alois Möstl den Bericht seines Vor-Vorgängers Prälat Lacher. Er nahm die Feier zum Anlass, aller Kriegsopfer zu gedenken und um Frieden zu bitten.

Nach dem Gottesdienst begaben sich die Messeteilnehmer, begleitet von Fackelträgern, zum im Jahr 2013 aufgestellten Gedenkstein für die Opfer des Luftangriffs vor dem Bürgerheim Kumpfmühl. Dort wurde zum Abschluss des Gedenktags in einer kurzen Zeremonie der Opfer des Luftangriffs gedacht.

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