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Wahlen

Lerchenfeld gewinnt Direktmandat

Der bisherige CSU-Landtagsabgeordnete wechselt in den Bundestag. Er ist Nachfolger von Peter Aumer, der 2014 Regensburger Landrat werden soll.
Von Claudia Böken, MZ

Regensburg.. Gedämpfte Stimmung herrschte gestern Abend im Leeren Beutel, wohin die Stadt Regensburg traditionell zu ihrer Wahl-Informationsveranstaltung einlädt. Selbst, als sich zwischendurch immer wieder eine mögliche Alleinregierung für die Union abzeichnete, blieb der ohrenbetäubende Jubel aus. Die Aussicht, dass die FDP aus dem Bundestag fliegt und die Alternative für Deutschland (AfD) womöglich diesen Platz einnehmen könnte, gefiel den meisten der Anwesenden nicht wirklich. Bereits die ersten Ergebnisse aus 20 Regensburger Wahllokalen bestätigten den Bundestrend, der kurz nach 18 Uhr über die Bildschirme geflimmert war: Die FDP hatte zwar in der Stadt noch über fünf Prozent, im Landkreis aber gerade mal um die vier Prozent.

Der CSU-Kandidat, Philipp Graf von und zu Lerchenfeld, ist ein zurückhaltender Mensch. Er ließ sich lange Zeit gar nicht zu Aussagen über seinen Wahlerfolg hinreißen. „Man soll das Fell des Bären nicht zu früh verteilen“, hielt er sich bescheiden zurück, auch als längst klar war, dass er das Direktmandat für die CSU auf jeden Fall gewonnen hatte. Erst wollte er das komplette Wahlergebnis des Bundeswahlkreises 233 (Stadt und Landkreis) abwarten, bevor er es kommentierte: Auf 48,32 Prozent kam er schließlich und lag damit geringfügig über dem CSU-Ergebnis von 48,26 Prozent. Er toppte damit das CSU-Ergebnis von vor vier Jahren: Damals hatte Peter Aumer 44,7, die Partei 42,5 Prozent. Übrigens schnitt sowohl Lerchenfeld als auch die CSU im Landkreis fast zehn Prozent besser ab (52,19 und 52, 9) als in der Stadt.

Der SPD-Kandidat Karl Söllner hat es zwar auch diesmal nicht geschafft, in den Bundestag zu kommen. Aber er konnte sich gegenüber dem Ergebnis vor vier Jahren steigern: Persönlich legte er insgesamt 1,1 Prozent zu, die Partei erhielt 1,86 Prozent mehr. Für Söllner kein Grund, deprimiert zu sein: „Mehr wäre besser“, räumte er ein. Aber immerhin sei der Abwärtstrend gebrochen. Der Abstand nach unten zu den anderen Oppositionsparteien sei größer geworden. „Ich hoffe, dass wir nicht in eine große Koalition eintreten.“ Eine gute Oppositionspolitik wäre seiner Meinung nach der bessere Weg, um bei der nächsten Bundestagswahl wieder eine „solide drei“ hinzubekommen.

Als MdB Horst Meierhofer in den Leeren Beutel kam, sah man ihm an, dass er für sein Lächeln eine Menge Kraft benötigte: Die FDP hatte die Fünf-Prozent-Hürde nicht geschafft: „Es ist katastrophal, wenn man in vier Jahren vom allerbesten auf das allerschlechteste Wahlergebnis stürzt“, sagte Meierhofer.

CSU-Listenkandidation Dr. Astrid Freudenstein durchlebte im Laufe des Abends ein Wechselbad der Gefühle: Während sie sich anfangs kaum Hoffnungen auf den Einzug in den Bundestag gemacht hatte, hat das unerwartet gute Abschneiden der CDU/CSU das Abgeordneten-Mandat plötzlich in greifbare Nähe gerückt. Ob die Regensburger Stadträtin tatsächlich nach Berlin geht, stand allerdings bis zu Redaktionsschluss noch nicht sicher fest.

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