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Bundestagswahl

Lerchenfeld kämpft um CSU-Listenplatz

Der Oberpfälzer CSU-Chef Albert Füracker hat drei Bewerber für eine Position. Freudenstein und Meier verfügen über Bataillone
Von Christine Schröpf, MZ

Graf Lerchenfeld will dem Bundestag nicht Adieu sagen.
Graf Lerchenfeld will dem Bundestag nicht Adieu sagen. Foto: altrofoto.de/Archiv

Berlin.Beim Kampf um das Regensburger Bundestagsdirektmandat war Philipp Graf von und zu Lerchenfeld gescheitert – doch er lässt nicht locker. Kurz vor der Oberpfälzer CSU-Vorstandssitzung an diesem Freitag, bei der über die regionalen Favoriten für die Listenmandate entschieden werden soll, hat er bei CSU-Bezirkschef Albert Füracker Ansprüche angemeldet. „Ich glaube, dass ich in Berlin gute Arbeit leiste – ich will dort noch Dinge zu Ende bringen“, sagt der Bundestagsabgeordnete.

Frauenrückhalt für Freudenstein

Hat die Unterstützung der Oberpfälzer Frauen-Union: die Regensburger CSU-Bundestagsabgeordnete Astrid Freudenstein. Foto: Archiv
Hat die Unterstützung der Oberpfälzer Frauen-Union: die Regensburger CSU-Bundestagsabgeordnete Astrid Freudenstein. Foto: Archiv

In der Oberpfälzer CSU werden Lerchenfeld allerdings geringe Chancen auf die Top-Position eingeräumt. Er konkurriert mit Astrid Freudenstein aus Regensburg und Reiner Meier aus Tirschenreuth – beide ebenfalls amtierende Bundestagsabgeordnete, die aber Bataillone vorweisen können. Freudenstein weiß die Oberpfälzer Frauen-Union hinter sich – denkbar ist auch eine Empfehlung des FU-Landesverbands. Das gilt als mächtiges Pfund. Denn die CSU hat in Punkto Frauenanteil bei den Mandatsträgern ein chronisches Defizit. Für Meier hat sich wiederum die Arbeitnehmerunion CSA und die Senioren-Union ausgesprochen. Lerchenfeld schreckt das nicht. Er werde bis zum CSU-Parteitag am 6. Mai in München um eigene Unterstützer werben. An diesem Tag wird die landesweite CSU-Liste aufgestellt.

„Ich glaube, dass ich in Berlin gute Arbeit leiste – ich will dort noch Dinge zu Ende bringen.“

Philipp Graf von und zu Lerchenfeld

Schon jetzt lässt sich voraussagen, dass dort im Kampf um gute Platzierungen das eigentliche Hauen und Stechen beginnt. Anders als bei der Bundestagswahl 2013, als die CSU elf Listenmandate errang, sind die Erwartungen in der Partei dieses Mal stark gedämpft. Ob überhaupt und wenn ja, wie viele Listenmandate hinzukommen, hängt nicht nur vom CSU-Ergebnis ab. Eine Rolle spielt auch die Zahl der CSU-Direktmandate und wieviele Parteien im Herbst in den Bundestag einrücken.

Sonderfaktor Regensburg

Freudenstein reagiert gelassen darauf, dass mit Graf Lerchenfeld ein weiterer Bewerber ins Rennen um einen guten Listenplatz eingestiegen ist. „Das finde ich gut. Das ist eine gute Idee“, sagt sie. Die Vorentscheidung in der Oberpfalz hat für die Kandidaten Gewicht. Der Bezirksverband mit rund 19 400 Mitgliedern ist der zweitgrößte in der CSU. Füracker hat bereits erklärt, dass amtierende Bundestagsabgeordnete gegenüber neuen Bewerbern bevorzugt werden. „Wir müssen sehen, dass wir uns geschickt verhalten und alle drei möglichst gut unterbringen“, sagt er über Freudenstein, Meier und Lerchenfeld.

Unklar war am Mittwoch kurzfristig, ob die für Freitag bei der Bezirksvorstandssitzung geplante Listenreihung nicht doch kurzfristig auf 10. März vertagt wird. So hätten Weichenstellungen der Landespartei abgewartet werden können. Am frühen Abend betonte Füracker allerdings, dass der Beschluss definitiv am Freitag fallen wird.

Die Affäre um den Regensburger Oberbürgermeister Joachim Wolbergs spielt bei allen Überlegungen mit. Freudenstein wird bei vorgezogenen Neuwahlen als OB-Kandidatin der CSU gehandelt. Sie selbst bezieht dazu weiter keine Stellung. „Der OB ist nicht zurückgetreten. Deshalb stellt sich die Frage nicht.“

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