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Aktion

Lesung: Ein Buch wird zum Staffelstab

Bei einer Marathonlesung im Rahmen der Aktion „Regensburg liest ein Buch“ reichten die Vorleser Uhlys Roman immer weiter.
Von Daniel Geradtz, MZ

OB Joachim Wolbergs machte bei der Mammutlesung den Anfang.
OB Joachim Wolbergs machte bei der Mammutlesung den Anfang.Foto: Geradtz

Regensburg.Es war ein wahrer Marathon, den die Organisatoren von „Regensburg liest ein Buch“ am Dienstagabend in der Stadtbücherei am Haidplatz auf die Beine gestellt hatten. Ihr Plan: In einer Mammutlesung sollten zahlreiche Lesepaten Steven Uhlys Roman „Glückskind“ bis zur letzten Seite lesen.

Den Anfang machte Oberbürgermeister Joachim Wolbergs. Er gestand, vorher noch nicht in das Buch hineingesehen zu haben. Dennoch hatten ihn die Initiatoren schnell als Vorleser gewinnen können. „Ich finde, die Aktion deswegen schön, da ich der Überzeugung bin, dass lesen klug macht“, sagte Wolbergs. Wer lese, habe eine anderen Zugang zur Welt und eine blühende Fantasie.

„Die Beschreibung dieses Unglücks geht so mitten hinein in ein für uns unvorstellbares Leben.“

Marita Panzer

Der Anfangsteil, den das Stadtoberhaupt vorlas, erhielt an diesem Abend vielfaches Lob. „Die Beschreibung dieses Unglücks geht so mitten hinein in ein für uns unvorstellbares Leben. Es ist wichtig, dass man das mit bekommt“, meinte beispielsweise Marita Panzer. Sie ist die Vorsitzende des Verbands deutscher Schriftstellerinnen und Schriftsteller Ostbayern.

Auf den ersten Seiten lernt der Leser die Hauptfigur Hans D. kennen. Dessen chaotisches und unorganisiertes Leben wird durch ein Kind weiter ins Wanken gebracht: In einer Mülltonne findet er plötzlich ein Baby.

Wechsel im 20-Minuten-Takt

Alle 20 Minuten setzte sich bei der Mammutlesung ein anderer Vorleser an den kleinen Tisch in der Stadtbücherei: Auf Oberbürgermeister Wolbergs folgten unter anderem Carola Kupfer, Mitorganisatorin der Veranstaltungsreihe, und die Leiterin der Stadtbücherei, Elisabeth Mair-Gummermann. Später am Abend waren Buchhändler, Künstler und Privatpersonen dran.

Die Schriftstellerin Marita Panzer hatte gegenüber dem Oberbürgermeister einen Wissensvorsprung. Sie hatte das Buch bereits gelesen – lange bevor es als Dreh- und Angelpunkt der Aktion „Regensburg liest ein Buch“ ausgewählt worden war. Panzer findet die Botschaft wichtig, die im „Glückskind“ steckt: „Es zeigt, dass man das Glück nicht herbeizwingen kann. Es kommt oft durch seltsame Zufälle.“

Über „Regensburg liest...“

  • Die Idee

    Eine ganze Stadt liest ein Buch und so wird dessen Inhalt zum Stadtgespräch: Das ist die Idee hinter der Aktion „Regensburg liest ein Buch“.

  • Dauer

    Drei Monate lang – vom 28. April bis 6. August – steht der Roman „Glückskind“ von Steven Uhly im Fokus zahlreicher kultureller Ereignisse. Möglichst viele Menschen sollen dabei das Buch lesen und auf Veranstaltungen darüber sprechen. Der Inhalt soll so zum Gemeinschaftserlebnis für Regensburger aller Generationen und gesellschaftlichen Schichten werden.

  • Der Roman in der MZ

    In vier Ausgaben hat die MZ die ersten Seiten von „Glückskind“ abgedruckt. Den Rest der Geschichte gibt es am Dienstag bei einer Mammut-Lesung in der Stadtbücherei am Haidplatz zu hören. Dann geht es genau an der Stelle weiter, an der der Text in der MZ geendet hat.

  • Bis zum letzten Wort

    Den Anfang macht Oberbürgermeister Joachim Wohlbergs als Vorleser um 18 Uhr. Bis in den späten Abend lesen dann Schriftsteller, Buchhändler und prominente Gäste im 20-Minuten-Rhythmus Uhlys Buch bis zum letzten Wort vor.

  • Den Autor kennen lernen

    Ein Großer Steven Uhly-Abend mit dem Autor – für alle, die mehr über ihn und auch seine anderen Bücher wie Adams Fuge, Mein Leben in Aspik oder Königreich der Dämmerung erfahren möchten – findet am Montag um 19.30 Uhr im Auditorium im Thon-Dittmar-Palais, Haidplatz 8, statt. Der Eintritt ist frei.

Nachdem am Donnerstag der vergangenen Woche der Startschuss zur Reihe gefallen ist, werden bis in den Sommer hinein viele weitere Veranstaltungen folgen. Auf eine Lesung freut sich Carola Kupfer ganz besonders: In der kommenden Woche wird Autor Steven Uhly auf der Onkologiestation im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder zu Gast sein. „Er bringt das Glück zu den Menschen, die es gut gebrauchen können“, so die Mitorganisatorin.

Lesen Sie mehr zur Reihe „Regensburg liest ein Buch“ in unsrem Spezial.

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