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Lichtshow begeistert die Regensburger

Zur Premiere der Lichtinstallation am Dom kamen zahlreiche Zuschauer. Auch Bischof Voderholzer war tief beeindruckt.
Von Gabi Hueber-Lutz

Ein Video von der LichtershowSonntagabend fand die erste Illumination statt. Foto: Stefan Gruber
Ein Video von der LichtershowSonntagabend fand die erste Illumination statt. Foto: Stefan Gruber

Regensburg.Prachtvoller kann man einen Geburtstag nicht feiern. Vor 150 Jahren war der Bau der Domtürme vollendet. Am Sonntagabend wurde das Regensburger Wahrzeichen mit kaum zu überbietender Intensität ins Licht gerückt. Möglich machte das die Lichtinstallation der französischen Künstlergruppe „Spectaculaires“. Schon ab halb sieben waren die ersten Schaulustigen vor der Westfassade des Doms. Bis halb acht hatte sich der Platz zwischen Dom und dem Kaiser-Hof dicht gefüllt.

Ein erstes „Ahh...“ ging durch die Menge, als ein paar Minuten vor Beginn ein kurzer Spot die graue Fassade in weißes Licht tauchte. Nur eine Probe. Ein paar Minuten später Füßegetrappel über Kopfsteinpflaster, eine akustische Stadtführung nähert sich dem Dom und die Westfassade ist wie in Gold getaucht.

Perfektes Zusammenspiel

1273: Der alte Dom brennt. Foto: altrofoto.de
1273: Der alte Dom brennt. Foto: altrofoto.de

Wie ein Vorhang öffnet sich das goldene Gewebe und nimmt die Menschen virtuell mit ins Innere der Kathedrale. Auch für die Zuschauer beginnt eine Führung durch die Jahrhunderte, immer korrespondierend mit entsprechenden Lichtinstallationen. Text und Musik treten dabei nie in Konkurrenz zu dem optischen Ereignis, sondern ergänzen und untermalen es. 1273: Der alte Dom brennt. Auf der Asche des romanischen Vorgängers soll ein neuer Dom entstehen.

Der Engel Gabriel, jene berühmte lächelnde Steinfigur, wird in Gold getaucht auf die Fassade projiziert und ist die immer wiederkehrende Gestalt in einem Gespräch zwischen Baumeister und Schüler über das weitere Schicksal der Kathedrale. Die Neuerrichtung braucht viel Geld. Optisch kommt nun das Element Wasser ins Spiel, das den Dom zu durchfluten und zu tragen scheint. Die Donau bringt Reichtum in die Stadt, der Traum vom neuen Dom kann allmählich umgesetzt werden.

Eine neue Seite wird in der Lichtinstallation aufgeschlagen: Der Bau schreitet voran, doch den Domtürmen fehlen noch die Spitzen. Sie sind nicht in Licht getaucht, schweben nur als gerade noch erkennbare Schatten über der beleuchteten Fassade. Doch auf sie achtet wohl gerade niemand, denn plötzlich krabbeln kleine blaue Männchen überall über den Stein. Steinmetze bei der Arbeit. Der Dom wächst, das Licht wechselt ins Blaue.

Mehr Impressionen von der Lichtshow zeigt unsere Bildergalerie:

Künstler bringen Dom zum Leuchten

Lobpreis der Baumeister

Spätestens an dieser Stelle wird klar, dass die gesamte Installation auch ein Lobpreis der Baukunst vergangener und gegenwärtiger Baumeister ist. Und irgendwann fragt der Schüler seinen Meister, ob die Geschichte hier endet. „Nein, sie hat kein Ende“, belehrt er ihn. Eine Einschätzung, die ganz konkret auch die Dombaumeister bis in die heutige Zeit unterschreiben dürften.

Etwas später sind auch die Spitzen der Domtürme wieder mit im Spiel. 300 Jahre nach dem Dombau lässt König Ludwig I. von Bayern die Domtürme errichten. Wie ein goldenes Feuerwerk schießt die Farbe die Türme empor. Am Ende wird die Installation mit ihren aufwärtsstrebenden Goldfäden und dem unterlegten musikalischen Ave Maria fast zum Gebet. Der Dom wird luzid und durchscheinend, als wäre diese Unmenge an Stein leicht und schwebend – nicht von dieser Welt.

Den Schlusspunkt setzt dann nochmals ein Feuerwerk aus Farben, das den Stein konturiert, ausfüllt und ihn leuchten lässt. Die Glocken beginnen zu läuten. Applaus brandet auf.

Ein Video von der spektakulären Lichtshow sehen Sie hier:

Video von der spektakulären Lichtshow am Dom

Auch Bischof Dr. Rudolf Voderholzer ist sichtlich beeindruckt. „Großartig, mir fällt gar nichts mehr ein“, ist seine erste Reaktion. Neben dem puren Eindruck, den die Aufführung offensichtlich auch bei ihm hinterlassen hat, freuten ihn die vielen Informationen, die dem Publikum dabei übermittelt wurden. „Und das Himmelstrebende kommt wunderbar heraus!“

Noch bis einschließlich Freitag ist die Installation jeweils um 19.30 Uhr, um 20.30 Uhr und um 21.30 Uhr zu bewundern. Der Eintritt ist frei.

Spektakel

Lichterfest mit Schattenseite

Ab Sonntag feiert Regensburg den Dom mit einer besonderen Show. Die Stadt gibt dafür viel Geld aus. Zu viel, finden Kritiker.

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