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Eisenbahn

Lokomotiven machten mächtig Dampf

Drei historische Sonderzüge rollten auf dem Regensburger Hauptbahnhof ein. Für Nostalgie-Fans war das ein Spektakel.
Von Daniel Steffen

Am Hauptbahnhof gab es gleich mehrere historische Dampflokomotiven zu bewundern. Das hier ist die „01 0509-8“ der Pressnitztalbahn. Foto: Steffen
Am Hauptbahnhof gab es gleich mehrere historische Dampflokomotiven zu bewundern. Das hier ist die „01 0509-8“ der Pressnitztalbahn. Foto: Steffen

Regensburg.Sie rattert, sie schnaubt und zieht eine riesige Rauchwolke hinter sich her: Majestätisch und wunderschön zugleich gebührt der historischen Dampflok 35 1097-1 aus dem Jahr 1959 der große Auftritt. Am Samstag um 12.30 Uhr rollt die 140 Tonnen schwere Maschine an der Spitze vom „Christkindlmarkt-Express“ am Regensburger Hauptbahnhof ein. Zahlreiche Passanten drehen sich um, zücken schnell ihre Handykamera, um den besonderen Moment einzufangen. Für die Passagiere der Sonderfahrt endet in der Domstadt eine aufregende Reise, die am Tübinger Hauptbahnhof begann.

In Sachsen zuhause

Auf die Reise geschickt wurde der historische Zug von den Eisenbahnfreunden Zollernbahn aus Rottweil. Der Veranstalter hatte die Lokomotive von der „Interessengemeinschaft 58 3047“ aus dem sächsischen Glauchau angemietet.

Begehrte Fotomotive waren auch die technischen Details der historischen Dampflokomotiven. Foto: Steffen
Begehrte Fotomotive waren auch die technischen Details der historischen Dampflokomotiven. Foto: Steffen

Direkt hinter der ersten Lok macht eine weitere historische Dampflok auf sich aufmerksam. Es handelt sich um die „01 519“ der Reichsbahn-Baureihe 01.5, die zwischen 1962 und 1965 umgebaut wurde. Mit einer Länge von 24,35 Metern über Puffer und einem Gewicht von 170 Tonnen (inklusive Tender) ist sie geradezu kolossal. Im Jahr 1936 war die Lokomotive von der Firma Henschel & Sohn in Kassel gefertigt und an die Deutsche Reichsbahn veräußert worden. 1982 erfolgte ihre Ausmusterung – und im Frühjahr 1996 legten sich die Eisenbahnfreunde Zollernbahn das historische Vehikel zu. Sogar den berühmten Orientexpress hat die Lokomotive bereits gezogen.

Schon bald stellen die Passanten am Hauptbahnhof fest: Ein historischer Dampfzug kommt selten allein. Getreu dem Motto „Wir machen Dampf“ begeistert die „Fränkische Museums-Eisenbahn Nürnberg“ mit der Lokomotive 52 8195-1 an der Spitze des zweiten Dampf-Sonderzuges des Tages. Gut eine Viertelstunde später trifft der aus Fürth kommende Zug in der Domstadt ein.

„Alt trifft neu“ – neben einem hochmodernen ICE sieht die Dampflok noch historischer aus. Foto: Steffen
„Alt trifft neu“ – neben einem hochmodernen ICE sieht die Dampflok noch historischer aus. Foto: Steffen

Auch das wollen sich die Passanten nicht entgehen lassen: Flotten Fußes machen sie sich auf den Weg zu Gleis 1, wo der schnaubende Zug steht. Keiner weiß so recht: Wie lange bleibt er dort stehen, in welche Richtung setzt der Zug seinen Weg fort – und gibt es noch einmal ein Wiedersehen?

Auskunft erteilt freundlichweise der Lokführer, der zu verstehen gibt, dass der Zug erst einmal nahe des Bahnhofs parkt, weil die Passagiere unterwegs sind zu den Regensburger Adventsmärkten. Welche der vier Märkte sie besuchen, steht den Fahrt-Teilnehmern offen.

Im Bahnhof zückten die Lok-Begeisterten sofort ihre Handys, um ein Erinnerungsfoto zu machen. Foto: Steffen
Im Bahnhof zückten die Lok-Begeisterten sofort ihre Handys, um ein Erinnerungsfoto zu machen. Foto: Steffen

Das Dampfzug-Trio komplett machen die Glauchauer, die gegen 13.10 Uhr mit der Lok 01 0509-8 der Pressnitztalbahn voran im Hauptbahnhof einrollen. Hierbei handelt es sich um eine Schnellzug-Dampflokomotive, die ein Spitzentempo von 130 Stundenkilometern erreicht. Diese Lokomotive war 1935 von der Essener Krupp AG gebaut worden und ebenfalls bei der Deutschen Reichsbahn im Einsatz.

Erst die Züge, dann die Altstadt

Steffen Müller knipst mit voller Begeisterung den ankommenden Zug. Er stammt ebenso aus Glauchau, ist aber mit dem „Alex“ nach Regensburg gefahren. Das hat einen guten Grund: „Wenn man mitfährt, kann man den rollenden Zug ja nicht fotografieren“, sagt der 60-jährige Bahn-Fan, der mit Freunden angereist war. Nicht nur die Zusammenkunft der historischen Züge reizt ihn: „Wir wollten uns mal die Weihnachtsmärkte hier anschauen.“

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