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Kabarett

Maiandacht: Deftig, provokant und amüsant

Bei der Levitenlesung in der Hubertushöhe wurde den Regensburger Politikern der Spiegel der Erkenntnis vorgehalten.
Von Jürgen Scharf, MZ

Nahm bei der Maiandacht die Regensburger Politik aufs Korn: Parodist Wolfgang Krebs als Dr. Edmund Stoiber Foto: altrofoto.de

Regensburg.Der Saal in der Hubertushöhe war am Montagabend einmal mehr rappelvoll: Politiker, Funktionäre und sonstige Prominente zwängten sich hinein, um die nunmehr 15. Politische Maiandacht von Peter Kittel zu verfolgen. Parodist Wolfgang Krebs brillierte in seiner Paraderolle als Dr. Edmund Stoiber und beim Singspiel wurde Regensburg in den Wilden Westen umgesiedelt.

Zum Auftakt geißelte Krebs den „visionären Stillstand“ und überhaupt die Schlafmützigkeit der Regensburger Politik. Seit seinem Auftritt im vergangenen Jahr sei nichts voran gegangen: „Das Gift ist immer noch in der Turnhalle und ein Stadion gibt’s immer noch nicht.“ Charmant analysierte Krebs die Ergebnisse der jüngst veröffentlichten MZ-Politiker-Beliebtheitsumfrage – und vor allem, welche starken Reaktionen diese bei den Zielpersonen hervorgerufen habe: „Die demoskopische Erhebung hat das Wertbewusstsein der Regensburger Kommunalpolitik auf eine völlig neue Stufe gehoben.“ Danach setzte er zum bewährten Husarenritt durch die Glanzlichter und Abgründe des Wirkens der Regensburger Volksvertreter an: das Fahrverbot auf der Steinernen Brücke, das Jahn-Stadion und natürlich die Winterdienst-Krise durften da nicht fehlen.

Beim anschließenden Singspiel wurde der Stadtrat zu einem Saloon des Wilden Westens umfunktioniert. Von den Darstellern liebevoll in Szene gesetzt entpuppten sich der Django-Franze (Vorbild: Franz Rieger) und der Lucky Lugg (Ludwig Artinger) als knallharte Revolverhelden, die es mit dem Marschall Hans (Hans Schaidinger) und seinem Helfer Little Chris (Christian Schlegl) aufnehmen. Die aufreizende Verführerin Funny Funstone (Astrid Freudenstein) kann sich derweil partout nicht entscheiden, welchem Lager sie sich anschließen soll. Die Lacher auf ihrer Seite hatte zudem der SPD-Indianer-Stamm um Häuptling Rolling Nobbs (Norbert Hartl) und Häuptlingsazubi Gerupftes Schneehuhn (Joachim Wolbergs).

Am Ende gab es dann aber ein waschechtes Happy-End: Alle rauchten im Saloon die Friedenspfeife. Von den darin enthaltenen Substanzen betört, lagen sich schließlich selbst der Marschall Hans und der Django-Franze verliebt in den Armen.

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