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Gericht

Mann präsentierte sich nackt im Park

Ein 30-jähriger Exhibitionist aus Regensburg schockte dreimal junge Frauen zu nächtlicher Stunde. Ein viertes Mal erschreckte er eine Familie mit Kind.
Von Marion von Boeselager, Mz

Vor dem Schöffengericht musste sich ein Exhibitionist verantworten. Foto: dpa

Regensburg.Splitternackt oder nur mit einem T-Shirt bekleidet trat ein 30-jähriger Regensburger im vergangenen Jahr dreimal erschreckten jungen Frauen beim Dörnbergpark gegenüber. Dabei manipulierte er an seinem Glied. Besonders beängstigend für die Opfer: Für seine Auftritte wählte er die Stunde vor Mitternacht. Ein viertes Mal präsentierte er sich unten ohne im Botanischen Garten der Uni einer ganzen Familie mit einem zwölfjährigen Buben. Am Dienstag musste sich der Mann wegen exhibitionistischer Handlungen und sexuellen Missbrauchs von Kindern vor dem Schöffengericht verantworten.

„Es tut mir leid, was ich gemacht habe“, gestand der Angeklagte sofort. „Ich mach auch eine Therapie.“ Er beteuerte, es sei ihm bei seinen Aktionen nur um junge Frauen gegangen. „Ich wollte nicht, dass mich das Kind sieht. Deshalb hab ich mich ja versteckt.“ Als Motiv gab er an: „Ich war in dem Moment einsam. Ich hab keinen Freund, niemanden. Aber ich würde nie jemanden vergewaltigen.“

Dass sich der Angeklagte nicht für Buben interessiert, belegt auch ein Urteil aus Kelheim. 2005 hatte sich der Angeklagte vier Mädchen im Alter von sieben bis zehn Jahren genähert und sie aufgefordert, ihm eine Nadel oder Spritze in den Po zu stecken.

Der psychiatrische Sachverständige Prof. Dr. Michael Osterheider sprach von einer sexuellen Orientierungsstörung des Angeklagten, von Exhibitionismus mit begleitendem Fetischismus. Der unterdurchschnittlich intelligente Proband habe stets Schwierigkeiten gehabt, Kontakt zu Frauen aufzunehmen. Er sei „nicht auf Kinder fokussiert, sondern eigentlich auf erwachsene Frauen. Denen fühlt er sich aber nicht gewachsen.“ Eine Eskalation zu Gewalttaten sei nicht zu erwarten. Dr Osterheider empfahl für den Angeklagten eine ambulante sexualmedizinische Behandlung mit triebhemmenden Medikamenten. Zwar sei der 30-Jährige nach den letzten Vorfällen schon einmal behandelt worden, aber die Therapeutin verfügte offenbar nicht über sexualmedizinische Fachkenntnisse.

Das Gericht unter Vorsitz von Richter Norbert Brem folgte dieser Empfehlung und dem Antrag von Verteidiger Michael Frank und verurteilte den Angeklagten lediglich wegen exhibitionistischer Handlungen zu einer Bewährungsstrafe von einem Jahr, mit der Auflage, die empfohlene Therapie durchzustehen. Der Staatsanwalt hatte in seinem Plädoyer ein Jahr Gefängnis ohne Bewährung gefordert.

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