MyMz
Anzeige

Kriminalität

Mann schlägt Polizisten mit Stein nieder

Versuchte Tötung vor dem Don-Bosco-Wohnheim in Regensburg: Ein psychisch-kranker Mann rastet aus und verletzt Polizisten.

Warum der 18-Jährige so ausrastete, ist noch unklar.
Warum der 18-Jährige so ausrastete, ist noch unklar. Symbolfoto: dpa

REGENSBURG.Die Vorwürfe wiegen schwer: Ein 18-jähriger Flüchtling aus Afghanistan sitzt seit Sonntag wegen des Verdachts einer versuchten Tötung hinter Gitter. Der Mann attackierte laut Mitteilung zwei Polizisten mit einem ein Kilogramm schweren Stein. Dazu kam es, weil der Mann gegen 12 Uhr mittags versuchte – trotz bestehenden Hausverbots – das Don-Bosco-Jugendwohnheim im Stadtwesten, in dem auch unbegleitete minderjährige Flüchtlinge untergebracht sind, zu betreten. Da die Betreuer aber das Gebäude rechtzeitig abriegeln konnten, begann der 18-Jährige draußen zu randalieren und schmiss eine Scheibe ein.

Als eine Polizeistreife eintraf, flüchtete der 18-Jährige. Nach einer kurzen Verfolgung konnte er schnell eingeholt werden. Doch daran sich zu stellen und zu beruhigen, dachte der offenbar Mann nicht. Unvermittelt griff er sich einen schweren Stein und ging mit diesem auf die Beamten los. Dabei erwischte der Mann einen 28-jährigen Polizisten am Kopf. Der Beamte wurde dadurch so erheblich verletzt, dass er später im Krankenhaus stationär behandelt werden musste. Erst als die Polizisten vor Ort Pfefferspray einsetzten, konnten sie dem Angreifer den Stein abnehmen. Der 18-Jährige wehrte sich aber weiter erheblich. Erst nach dem weitere Streifenbesatzungen zu Hilfe eilten, konnte er überwältigt und festgenommen werden.

Im Handgemenge wurde nicht nur ein Polizist verletzt: Auch ein 25-jähriger Beamter konnte später seinen Dienst nicht fortsetzen. Wie der 18-Jährige kam der Polizist aber mit leichteren Verletzungen davon. Die Kriminalpolizei Regensburg hat nun die Ermittlungen übernommen. Auch die Staatsanwaltschaft Regensburg ist bereits eingebunden.

Neuer Tag, neuer Ausraster

Der Afghane verbrachte die Nacht in einer Zelle der Polizeiinspektion Regensburg-Nord. Zur Vernunft bringen, konnte ihn aber auch das nicht: Als er am Montag dem Ermittlungsrichter am Amtsgericht Regensburg vorgeführt werden sollte, verletzte er erneut vier Polizisten, weil er sich vehement dagegen wehrte. Der Ermittlungsrichter erließ daraufhin Haftbefehl gegen den 18-Jährigen wegen des Verdachts eines versuchten Tötungsdeliktes. Dem Mann droht nun eine lange Haftstrafe .

Warum der Mann so ausrastete und warum er bereits Hausverbot in dem Jugendwohnheim hatte, ist noch offen. Bis zu seinem 18. Geburtstag soll er laut Staatsanwaltschaft selbst dort gelebt haben. Am Dienstag ist nach einer Voruntersuchung klar: Der junge Mann leidet an einer psychiatrischen Erkrankung; aus dem Haftbefehl wurde ein Unterbringungsbeschluss. Der 18-Jährige befindet sich nun in einer Forensik. Der Polizist, den er mit einem Stein am Kopf traf, ist auf dem Weg der Besserung. Er konnte am Dienstag das Krankenhaus verlassen. Im Dienst ist er noch nicht.

Das Jugendwohnheim Don Bosco wollte sich auf MZ-Nachfrage nicht zu dem Vorfall äußern und verwies auf den besonderen Schutzstatus der dort untergebrachten Bewohner. (pd)

Aktuelle Nachrichten gibt es auch per WhatsApp aufs Handy: www.mittelbayerische.de/whatsapp

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht