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Unfall

Mann stürzt am Rieger-Felsen in den Tod

Am Donnerstag kommt ein 36-Jähriger am Keilsteiner Hang ums Leben. Die Polizei geht von einem tragischen Unglücksfall aus.
Von Julia Ried, MZ

  • Der 36-Jährige stürzte vom „Rieger-Felsen“. Foto: Gruber
  • Die Kriminalpolizei Regensburg ermittelt zum genauen Unfallhergang. Foto: Gruber

Regensburg.Die beiden Männer wollten den Panoramablick vom „Rieger-Felsen“ am Keilsteiner Hang auf die Stadt genießen. Das gelang ihnen wohl nur kurz. Stattdessen musste einer der beiden dann einen Notruf absetzen. Gegen 20.45 Uhr erreichte die Meldung „abgestürzte Person am Keilberg“ die Integrierte Leitstelle, das teilte die Berufsfeuerwehr mit. Ein 36-Jähriger kam zu Tode. Er war abgerutscht und circa 20 Meter in die Tiefe gefallen. Dabei zog er sich so schwere Verletzungen zu, dass die Rettungskräfte ihn tot bargen.

Der Mann, der nach Polizeiangaben derzeit in Regensburg arbeitete, hatte sich mit einem Kollegen auf dem „Geopfad Tegernheimer Schlucht“ auf zum Schwabelweiser Felsen gemacht; der rund drei Kilometer lange Weg beginnt an der Tegernheimer Kellerstraße und gewährt an sieben Stationen Einblicke in die Erdgeschichte der Region. Zu dem beliebten Aussichtspunkt, der von unten aussieht wie ein Zahn, führt dann ein Trampelpfad.

Nach dem Notruf fanden sich am nur schwer zugänglichen südlichen Hang des Keilbergs die Einsatzkräfte von Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei ein. „Durch die koordinierte Aufteilung der Einheiten in zwei Abschnitte – oberhalb und unterhalb der Felswand – konnte die Begleitperson des Verunglückten umgehend befragt und in die Personensuche eingebunden werden.“ Das extrem abschüssige Gelände und die einbrechende Dunkelheit erschwerten den Einsatz.

Notarzt kann nur noch den Tod feststellen

Die abgeseilten Kräfte der Höhenrettung der Berufsfeuerwehr und ein Hundeführer der Polizei fanden den Gesuchten dennoch nach kurzer Zeit. Der aufgestiegene Notarzt konnte nur noch den Tod des Mannes feststellen.

Die angeforderten Hubschrauber von Polizei und Universitätsklinik drehten wieder ab. Die Bergung des Toten übernahmen Kräfte der Berufsfeuerwehr, der Freiwilligen Feuerwehren Keilberg, Schwabelweis und Tegernheim und des Rettungsdienstes, insgesamt waren circa 50 Feuerwehrdienstleistende aktiv. „Aufgrund des abschüssigen Geländes musste die Person mit einer Schleifkorbtrage bergab getragen werden“, berichtet die Feuerwehr. Bei fast 30 Grad verlangte dies den Rettern höchsten Körpereinsatz ab. Erst gegen Mitternacht war der Einsatz beendet.

Warum der Mann stürzte, wird wohl auch die Kriminalpolizei nicht mehr klären können. Der 36-Jährige trug nach Ansicht der Einsatzkräftepassendes Schuhwerk, Trekking-Sandalen. Doch der Felsen ist „relativ glatt“, so beschreibt ihn Polizeisprecher Stefan Hartl. Der Arbeitskollege ist der einzige Zeuge. Und die Vernehmung ergab, dass er nicht mitbekam, wie sein Bekannter abrutschte. „Er stand mit dem Rücken zu ihm“, berichtet Hartl. Die Polizei schließt sowohl einen Suizid als auch ein Fremdverschulden aus. „Man hat keinerlei Kampfspuren gefunden“, sagt Hartl. „Wir gehen von einem Unglücksfall aus.“ Wie in solchen Fällen üblich, hat die Staatsanwaltschaft eine Obduktion der Leiche angeordnet.

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