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Marathon-Fans gucken in die Röhre

Nun kommt raus: GmbH machte hohe Verluste. LLC-Mitglieder sind schockiert. Dass ein Neustart gelingt, wird bezweifelt.
Von Jürgen Scharf, MZ

Die Zuschauer machten beim Marathon begeistert mit. Archivfoto: MZ

Regensburg. Der Regensburg Marathon 2012 ist abgesagt (MZ berichtete). Der Grund dafür ist unter anderem die finanzielle Situation der Marathon GmbH, die dem LLC Regensburg gehört. Details wollte die Vorstandschaft zunächst nicht nennen. Wie die MZ aber am Freitag aus dem Vereinsumfeld erfuhr, soll die GmbH seit 2008 jährlich einen fünfstelligen Betrag Verlust gemacht haben. Wie es heißt, will der Verein nun erst das Defizit der GmbH aufarbeiten, dann könne überhaupt an eine Neuauflage des Marathons gedacht werden.

Franz Hohenleutner, der 2. Vorsitzende des LLC, wollte am Freitag die kursierenden Zahlen über die Verluste nicht kommentieren. „Wir prüfen derzeit, ich kann da noch nichts genaues sagen. Richtig ist aber, dass die GmbH aller Wahrscheinlichkeit nach aufgelöst werden muss.“

Hohenleutner sagte, dass nun „alles dafür getan werden muss“, 2013 wieder einen Marathon auf die Beine zu stellen. Laut LLC-Chefin Sylvia Gingele war die 2012er-Auflage auch daran gescheitert, dass die Suche nach Helfern im Organisations-Team „zäh“ verlief. Hohenleutner ist für die Zukunft aber nicht bange: „Ich fest überzeugt, dass wir im Verein genug engagierte Mitglieder haben, die dabei helfen.“

Im Verein rumort es derweil weiterhin. Der frühere LLC-Vorsitzende Dr. Franz-Josef Bücken sagte der MZ: „Ich bin schockiert und enttäuscht.“ Bei der Versammlung am Mittwoch sei laut Bücken von der Geschäftsführerin offen eingeräumt worden, dass die Bilanzen der GmbH den Vereinsmitgliedern geschönt verkauft worden seien. „Das kann es doch nicht sein“, echauffiert sich Bücken.

Die MZ sprach mit Jo Schindler, der früher den Regensburg Marathon mit einer eigenen GmbH organisierte. Er ging 2002 im Streit. „Da war es so ähnlich wie heute, dass es den Vereinsmitgliedern nicht gefiel, dass ich hauptamtlich tätig war.“ Unter seiner Regie habe der Marathon aber satte Gewinne eingefahren, sagt Schindler. Jetzt managt er den Frankfurter Marathon mit bis zu 25000 Teilnehmern. Regensburg würde er wünschen, dass es 2013 weiter geht, er ist aber skeptisch: „Nach einer Pause die ganze Organisation wieder hochzufahren ist nicht einfach.“ Auch die Sponsoren könnten sich laut Schindler umorientieren und die Gelder bereits anders verplant haben: „Für mich schaut es so aus, dass der Regensburg Marathon Geschichte ist.“

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