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Partei

Mathilde Vietze gibt ihr Amt ab

Die Sozialdemokratin leitete 45 Jahre lang den Ortsverein im Kasernenviertel. Jetzt will sie sich stärker auf ihre Wandergruppe konzentrieren.
von Philipp Froschhammer, MZ

Mathilde Vietze: Nach 45 Jahren gibt sie ihr Amt als Ortsvorsitzende auf. Foto: mfp

Regensburg.Mathilde Vietze zählt zum Urgestein der Regensburger SPD. 45 Jahre lang hat sie als Vorsitzende den Ortsverein Südosten-Kasernen geführt, die Mitglieder motiviert, Projekte erdacht und für sozialdemokratische Grundsätze gekämpft. Jetzt hat Vietze ihr Amt abgegeben.

Die SPD-Frau ist nach wie vor für den Ortsverein tätig, als Stellvertreterin der amtierenden Vorsitzenden Evi Kolbe-Stockert. In Zukunft will sich Mathilde Vietze in der Partei aber eher zurückhalten – vor allem, weil sie von der Kompetenz ihrer Nachfolgerin überzeugt ist und „nicht die besserwisserische Alte“ im Ortsverein sein will, wie sie gegenüber der MZ erläutert. „Ich kann ja nicht in 20 Jahren auch noch aus der Hölle schimpfen“, spaßte sie im Interview.

Den Partei-Austritt überlegt

Wenn die Regensburgerin auf ihr Leben bei der SPD zurückblickt, erinnert sie sich nicht nur an gute Zeiten. Schwierig für Mathilde Vietze waren unter anderm die 1970er Jahre unter Bundeskanzler Helmut Schmidt. Während dieser Zeit dachte Vietze sogar über einen Austritt aus der SPD nach. „Das Problem lag nicht bei der Politik – es lag bei den Menschen“, erklärt die Sozialdemokratin. „Es gab so viele Party-Sozialisten, die nicht geholfen haben, wenn man sie gebraucht hat.“

Ob positiv oder negativ: Die SPD habe zu jeder Zeit ihr Leben beeinflusst und geprägt, sagt Mathilde Vietze. Sogar das private Glück war eng mit der Partei verknüpft: Bei einem politischen Auftritt war Vietze ihrem späteren Mann zum ersten Mal begegnet. „Ich hatte erst keine Lust auf diesen Termin, doch ich musste hin. Und als ich da war, sah ich ihn in einer Ecke sitzen und sagte zu meiner Freundin: Der ist doch süß. Zwei Jahre später haben wir geheiratet“, erinnert sich die Regensburgerin.

„Ich hätte härter sein müssen“

Vietze schließt in innerer Zufriedenheit mit ihrem SPD-Amt ab. Der einzige Punkt, den sie ein wenig bereue, sei es, oft zu tolerant gewesen zu sein. „Manchen Leuten gegenüber hätte ich härter auftreten müssen“, sagt die Parteifrau. Sie sei oft zu naiv gewesen und hätte nicht fest genug auf den Tisch gehauen.

Auch wenn Mathilde Vietze politisch einen Gang zurückschaltet: Sie wird weiterhin aktiv und engagiert bleiben. Die neu gewonnene Zeit möchte sie nun für ihre Passion, die Wandergruppe, aufbringen. Seit über elf Jahren leitet Vietze die Gruppe. Die Treffen bezeichnet sie selbst als „Quelle der Freude“. Vietze ist überglücklich über den Andrang. Die Gruppe zählt 121 Mitglieder. „Und es kommen jedes Mal neue Leute dazu.“

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