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Regensburg

Max Georg heißt jetzt wie das Bier

Max-Georg Graf von Soden hat sich von seiner Tante adoptieren lassen und ist als Graf von Arco auf Valley Chef einer Mittelstandsbrauerei.
Von Helmut Wanner, MZ

„Visitenkarte mit Nährwert“: Max-Georg Graf von Arco präsentiert in Glorias Fürstlichem Brauhaus sein Namensschild. Seit 2011 leitet er Vertrieb und Marketing. „Ich bin voll Graf Arco“, sagt der 34-Jährige. Foto: Wanner

Die alljährliche Gedächtnismesse, die Gloria für die Verstorbenen des Hauses Thurn und Taxis im tridentinischen Ritus lesen lässt, führte Graf Max-Georg am Samstag nach Regensburg. Danach im Fürstlichen Brauhaus zückte er zwei Visitenkarten - eine mit Mehrwert (5,6 Prozent) und eine mit Doppeladler: Max-Georg Graf von Arco auf Valley, Adldorf. Den Titel führt er seit 2008.

Noch vor der Zeit, als der Regensburger Theologe Prof. Josef Ratzinger Papst wurde, lebte Max Georg von Soden als Student der Rechtswissenschaften in einer Einraumwohnung in der Theodor-Storm-Straße. Sein Studium verdiente sich der sprachbegabte Graf mit Führungen für Holländer im Schloss St. Emmeram. Er fuhr schon damals einen Opel Omega 2.3 Turbo Intercooler. Der war bordeauxrot wie die Krawatte, die er zum Janker trägt.

„Was macht die selige Tante?“

Darin chauffierte er im Auftrag I. D. den damaligen Kardinal Josef Ratzinger und seinen Bruder Georg aus Pentling ins Schloss St. Emmeram. Gloria konnte keinen besseren Chauffeur finden. Er ist der Neffe des Münchner Weihbischofs Heinrich von Soden und hat eine zukünftige Heilige in der Ahnengalerie. „Was macht die selige Tante?“, fragte der Kardinal. Maria Gräfin Droste zu Vischering („Maria vom Göttlichen Herzen“) wurde 1975 von Papst Johannes Paul II seliggesprochen. Die Zwillingsschwester seines Urgroßvaters, wartet auf die Heiligsprechung. Dann verschwand der junge Graf von der Bildfläche Regensburg. In Hamburg beriet er die durch die Lehman-Pleite verunsicherten Reichen. „Ich arbeitete bei der Commerzbank im wealth management.“

Ein Anruf aus Niederbayern veränderte die Lebensplanung des Junggesellen. Tante Monica war dran. Die Ehe der Schwester seiner Mutter mit Reichsgraf Otto von Arco auf Valley war kinderlos geblieben. Nun sorgte sich die Tante um die Zukunft der Brauerei mit 300 000 Hektoliter Jahresausstoß und 200 Mitarbeitern.

Akteure der Landshuter Hochzeit

Monica Gräfin von Arco auf Valley bat ihn nach Adldorf. Beim Tee stellte ihm die Tante die Frage: „Max-Georg, kannst du dir vorstellen, in die Leitung einzusteigen?“ Noch im selben Jahr unterschrieben die Gräfin und der Graf die Adoptionsurkunde.

Max-Georg Graf von Arco ist jetzt offiziell ihr Sohn und künftiger Erbe. 2011 stieg er ins operative Geschäft ein. Er leitete die Vertriebs- und Marketingchef der Mittelstandsbrauerei. „Ich hab nie drauf spekuliert“, sagt der der ehemalige Graf von Soden. Aber es ist ihm eine Ehre, in Bierzelten der Außenminister des Unternehmens zu sein. „Heute bin ich voll Graf Arco. Ich wollte schon immer heißen wie das Produkt“. Sein jüngerer Bruder Carl rückte als Erbe des Gutes Neufraunhofen bei Landshut nach. Er hat noch zwei Schwestern. Eine, Marie-Christine, ist mit dem belgischen Prinzen Charles-Luis de Merod verheiratet. Eines ihrer drei Kinder heißt Tassilo.

Die Familie von Soden gilt als eines der bedeutendsten Adelsgeschlechter Bayerns. Bei der Landshuter Hochzeit darf die Familie 2013 wieder mitreiten. Vorfahre Thesarus von Fraunhofen war als Hofmeister des Herzogs von Bayern-Landshut, Brautwerber bei der berühmten Landshuter Hochzeit (1475). Er reiste zusammen mit dem Bischof von Regensburg im September 1474 zum polnischen König, um die Heirat mit Jadwiga zu beschließen.

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