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Kommentar

Mehr Kontrolle, bitte!

Ein Kommentar von Julia Ried

Regensburg liegt im bayernweiten Vergleich beim Wohnungs-Neubau vorn. Doch das reicht bei Weitem nicht, um den Wohnungsmarkt zu entspannen. Schließlich sagt die Zahl nichts darüber aus, ob die Wohnungen bezahlbar sind und die Viertel lebenswert.

Das Rathaus muss in der Zusammenarbeit mit Investoren eine aktivere Rolle einnehmen und transparenter vorgehen. Die Feststellung der Verwaltung in der Zwischenbilanz zur Wohnbauoffensive, eine umfassendere Öffentlichkeitsarbeit scheitere an der Teilnahmebereitschaft wichtiger Akteure aus der Immobilienwirtschaft, spricht Bände – schließlich hat das Rathaus die Planungshoheit und muss in diesem Rahmen auch Auskunft geben. Öffentlichkeit schafft Kontrolle, und die Stadt muss dringend mehr Kontrolle ausüben über Bauträger: Das zeigt die Episode, dass die Stadt 2014 Bauland in Burgweinting günstig für 200 bis 250 Euro pro Quadratmeter an Investoren verkaufte – mit dem Ziel, die Hauspreise zu dämpfen. Doch veräußert wurden die Reihenhäuser dann teuer für 400 000 bis 450 000 Euro. Immerhin diskutiert die Politik jetzt über neue Kontrollinstrumente – etwa darüber, Grundstücke nicht zu verkaufen, sondern im Erbbaurecht zu vergeben – aber das kommt zu spät: Das Rathausbündnis hatte vier Jahre Zeit, solche Instrumente einzuführen. Die Stadt muss außerdem die Genossenschaften bei Grundstücken zum Zug kommen lassen. Sie haben keine so hohen Renditeerwartungen wie Bauträger und bieten so auch Wohnraum für Menschen, die nicht reich sind, aber auch keinen Anspruch auf eine geförderte Wohnung haben.

Die Stadtpolitik muss darauf pochen, dass die Zusammenarbeit mit Investoren grundsätzlich neu aufgestellt wird und die Stadt die Kontrolle über die Stadtentwicklung gewinnt.

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