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Mini Regensburg: Umtriebige kleine Stadt

Die Miniaturstadt folgt ihren eigenen Regeln. Auch von den MZ-Volontären lernen die Nachwuchspolitiker.
Von Angelika Lukesch

Laura (links) und Sandra sind die Standesbeamtinnen in Mini Regensburg. Foto: Angelika Lukesch
Laura (links) und Sandra sind die Standesbeamtinnen in Mini Regensburg. Foto: Angelika Lukesch

Regensburg.Mini Regensburg ist eine sehr rührige Stadt. Von allen Seiten strömen Kinder und Jugendliche dem Gelände zu, auf dem Erwachsene nur in Ausnahmefällen, als Eltern im Elterncafé, als Betreuer oder als Besucher mit Visum geduldet werden. Schließlich herrscht hier Selbstverwaltung.

Für viele ist die Erlangung des Bürgerausweises zunächst einmal die wichtigste Sache, denn ohne diesen Ausweis fällt das Arbeiten und das Leben in Mini Regensburg schwer. Wer Vollbürger werden will, muss drei Studiengänge aufweisen und mindestens vier Arbeitseinheiten. Ein Blick auf die Vorlesungen bei den Studiengängen lässt erahnen, dass die Erlangung des Bürgerausweises gar nicht mal so leicht ist: Die eine Vorlesung lautet „Klimawandel eindämmen – warum geht’s nicht weiter?“, die nächste „Die Römer“, eine heißt „Fußball in der Welt“ und noch eine informiert über „Komonikation“ – ein wichtiges Thema in unserer Zeit mit individueller Schreibweise.

Innendienst ist nicht so cool

Alice versucht sich am großen Webrahmen. Foto: Angelika Lukesch
Alice versucht sich am großen Webrahmen. Foto: Angelika Lukesch

Die beiden Freundinnen Marlene (9) und Magdalena (8) sind beide schon seit der ersten Woche bei Mini Regensburg mit von der Partie. „Wir arbeiten immer gemeinsam“, sagt Marlene. Beide haben schon viel gearbeitet, bei der Polizei, bei der Losbude, beim Stockbrot machen, bei der Pizzeria. Mit den dabei verdienten Ratieserln (die Währung in Mini Regensburg) haben sich die beiden Lose gekauft und haben das Etablissement „Fit und schön“ besucht.

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So geht es bei Mini Regensburg zu

„Da kann man sich die Haare machen lassen und wir haben uns gerade ein Tatoo machen lassen“, sagt Marlene und zeigt eine goldene Verzierung am Arm her. Am besten hat es den beiden bei der Polizei gefallen, „allerdings nicht im Innendienst, da gibt es so viel Schreibkram“, sagt Marlene.

Hier ist der große Showroom von Mini Regensburg. Foto: Angelika Lukesch
Hier ist der große Showroom von Mini Regensburg. Foto: Angelika Lukesch

Michael feiert an diesem Tag seinen elften Geburtstag. Sein Freund Alexander (10) begleitet ihn. „Es macht einfach sehr viel Spaß, bei Mini Regensburg mitzumachen“, sagt das Geburtstagskind.. Man könne hier studieren, heiraten, Kinder adoptieren, den Führerschein machen und Fahrzeuge ausleihen.

„Im Moment arbeiten wir beim Spieleverleih und machen Werbung für Minigolf“, sagen die beiden Freunde. Janina und Eileen verbringen ihre Zeit auch bei Mini Regensburg. „Wir haben schon im Reisebüro gearbeitet, im mampfenden Maulwurf, in der Agentur für die Rechte des Kindes, in der Werbeagentur und Onlineredaktion.“

Auf der Suche nach der Story

Die Reporter der Mini-MZ sind auf der Suche nach Storys. Foto: Angelika Lukesch
Die Reporter der Mini-MZ sind auf der Suche nach Storys. Foto: Angelika Lukesch

Die Fernsehleute trifft man übrigens im Mini Regensburg auf Schritt und Tritt, ebenso wie die Onlinereporter, die mit ihrem Tablet unterwegs sind auf der Suche nach neuen Storys. Auch zwei traditionelle Reporter, der eine mit Fotoapparat, der andere mit einem Block, pirschen durch die Gänge, auf der Suche nach einem aufregenden Beitrag für die Mini Mittelbayerische.

In deren Redaktion herrscht gerade der übliche Stress kurz vor Redaktionsschluss. MZ-Volontärin Anna Jopp bearbeitet mit Valerie die letzte Seite der Mini Mittelbayerischen, die kurz darauf in Druck geht. Valerie erklärt, dass es zur Zeit sehr stark wieder um die Wahl des Bürgermeisters gehe, der am nächsten Tag gewählt werde.

Abbild

Mini-Regensburg ist gestartet

Drei Wochen lang hat die Stadt im Kleinen geöffnet. Die Kinder imitieren das Stadtleben an 50 verschiedenen Spielstationen.

Alle 19 Bürgermeisterkandidaten wollen nämlich gerne ein Interview und möglichst viel Platz in der Zeitung. Das geht aber natürlich nicht. Aber Politiker wären halt einfach überall gleich.

In der Näherei sitzt Jakob (12) und näht an der Nähmaschine an seinem Turnbeutel. „Ich finde es richtig cool hier, dass man die Jobs, die die Erwachsenen machen, selber ausprobieren kann und es wirklich fast wie eine richtige Stadt ist.“ Jakob hat schon eine Mini Regensburg Karriere hinter sich, er war schon im Filmstudio, in der Onlineredaktion und jetzt arbeitet er in der Näherei, denn er braucht einen Turnbeutel.

„Hier kann man die Jobs, die die Erwachsenen machen, selbst ausprobieren.“

Jakob, Bürger

Josephine, die an der benachbarten Nähmaschine sitzt, näht an einer Auftragsarbeit. „Das wird ein Schlüsselanhänger“, sagt das Mädchen und arbeitet konzentriert weiter. Auch in Mini Regensburg gehört Schlange-stehen und Warten zum alltäglichen Leben.

Bei der Bank stehen die Leute an, beim Arbeitsamt ebenso und auch bei der Polizei, denn dieser Arbeitgeber ist besonders gefragt. Max (11) ist eine der glücklichen, der bei der Polizei in Mini Regensburg angestellt wurde. Zwar sitzt er an diesem Tag hinter dem Schreibtisch und muss „leider“ Innendienst schieben, aber auf Streife ist auch schon gegangen. Er kann von aufregenden und lustigen Begebenheiten erzählen.

Aus dem Politikerleben von Bürgermeister Jannik Dahms

  • Erfahrung:

    Jannik Dahms ist seit einer Woche gewählter Bürgermeister von Mini Regensburg. Er erzählt aus seinem Leben als Stadtoberhaupt: „Es ist schön, Bürgermeister zu sein, aber jeder will etwas von einem . Außerdem muss man tausend Interviews geben und man hat auch immer Termine und Zeitdruck.“

  • Freude:

    „Am meisten hat mir Spaß gemacht, dass man mit den Stadträten über alles abstimmen kann. Am schönsten fand ich es, als ich frisch gewählt wurde und erfahren habe, dass ich Bürgermeister bin. Schwierig fand ich, die Leute darüber zu informieren,denn es dauert immer eine Weile, bis die Sachen umgesetzt sind.“

  • Vorhaben:

    „ Meistens erfahren die Leute gar nichts davon und merken nicht den Unterschied zu vorher. Wenn ich nicht mehr Bürgermeister bin, werde ich versuchen, möglichst viel Geld loszuwerden. Ich kaufe mir ein ausgiebiges Mittagessen und auch Cocktails. Vielleicht auch was von der Schreinerei.“

Kein Wunder, dass viele Mini Regensburger Bürger Polizisten werden wollen, denn da erlebt man was. Einen besonders schönen Job in Mini Regensburg haben aber die beiden Standesbeamtinnen Laura (12) und Sandra (13). 22 Paare haben sich schon trauen lassen und viele haben auch gleich vier Kinder adoptiert. Der Hintergrund der guten Tat ist jedoch materieller Natur, denn pro Kind gibt es 20 Ratieserln Kindergeld.

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