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Zirkus

Mit Clown Momo hinter den Zirkuskulissen

Momo bringt im Weihnachtscircus das Publikum täglich zweimal zum Lachen. Die MZ begleitete ihn vor und nach dem Auftritt.
Von Angelika Lukesch

Timo Lesniewski ist Clown Momo. Er wollte schon immer im Zirkus auftreten. Foto: Tino Lex
Timo Lesniewski ist Clown Momo. Er wollte schon immer im Zirkus auftreten. Foto: Tino Lex

Regensburg.Die Nachmittagsvorstellung beim Regensburger Weihnachtszirkus beginnt für das Publikum um 15.30 Uhr. Die „Arbeitszeit“ von Monsieur Momo, dem Clown, beginnt bereits um 14 Uhr. Um diesen Zeitpunkt herum kommt Timo Lesniewski, wie Monsieur Momo im wirklichen Leben heißt, auf dem Zirkusgelände an. Momos Weg führt ihn fernab vom Publikumseingang auf das Zirkusgelände. Die Zuschauer sollen ihn auf keinen Fall vor seinem Auftritt sehen. Der Zauber muss gewahrt bleiben!

Kontrolle ist wichtig

In der Zirkusvorstellung himmelt Momo die Sängerin an.Foto: Tino Lex
In der Zirkusvorstellung himmelt Momo die Sängerin an.Foto: Tino Lex

Zunächst einmal steht die Überprüfung der Requisiten auf der täglichen Agenda. Er kontrolliert seine Kostümjacke – „Da habe ich erst kürzlich eine Naht genäht!“ –, die großen Engelsflügel, die er beim Finale tragen wird, und auch die Tragegurte, die er sich anziehen muss, um sich in seiner „Funktion“ als Engel unter die Zirkuskuppel hieven zu lassen. Doch nun geht es ab in die Männergarderobe, denn der größte Zeitaufwand von Momos Vorbereitung entfällt auf das Schminken.

Das Garderobenzelt, das Männer- und Frauengarderoben beinhaltet, ist mit einem Zwischentrakt direkt an das große Zelt angebaut. In der Männergarderobe ist es warm. An beiden Längsseiten sind Tische aufgestellt, auf denen zahlreiche Schminkutensilien liegen. Jeder Artist hat seinen Platz, Timos Platz ist gleich links vorne. Hier steht ein großer Schminkkoffer, verschiedene Spraydosen, ein Beutel mit Luftballons und auch eine große Packung Heftpflaster.

Perfektes Make-up

Momo schneidet sich ein kleines Stück ab, das er sich später über ein winzig kleines Herztattoo an seinem linken Handgelenk kleben wird. „Ich lasse alles Private draußen“, sagt der Clown. Er will als reine Kunstfigur in der Manege auftreten, vom Menschen dahinter soll der Zuschauer nichts erahnen. Der Zauber muss gewahrt bleiben!

Einen Zaubertrick von Clown Momo sehen Sie im Video:

Clown Momo zeigt einen Zaubertrick. Video: Lukesch

Nun beginnt die Make-up- Prozedur. Das Make-up muss perfekt sein, denn es soll auch noch die Abendvorstellung überstehen. Mit einem Schwämmchen bringt Timo einen gleichmäßigen Hautton auf seinem Gesicht auf. Danach werden die Augen mit weißer Clownsschminke aufgehellt, die Augenbrauen, die für die Mimik äußerst wichtig sind, werden mit einem braunen Stift betont. „Je weiter weg man vom Publikum ist, desto stärker muss das Gesicht bzw. die Augen und die Augenbrauen betont werden!“ sagt Timo. Ein Lidstrich auf dem Oberlid folgt und dann der markante schwarze Punkt auf dem Unterlid, der Momos Gesicht so naiv und lustig macht. Schließlich werden die Wangen mit Rouge gerötet. So weit, so gut. Doch dann ergreift Timo eine Haarspraydose, Marke extrem starker Halt, und sprüht sich damit großzügig das Gesicht ein. „Das fixiert mein Make-up!“ erklärt er. Das Ergebnis ist frappant: Timos Gesicht sieht wunderbar mattiert aus und „Ich kann sogar schwitzen und keiner sieht etwas!“

Clown Momo fixiert sein Make-up mit Haarspray. Foto: Tino Lex
Clown Momo fixiert sein Make-up mit Haarspray. Foto: Tino Lex

Die Minuten vergehen und schon ist es kurz vor 15 Uhr. Die Atmosphäre in der Männergarderobe, in der sich die Artisten versammeln, verändert sich minütlich. War es vor einer halben Stunde noch sehr ruhig und entspannt, steigt die Anspannung spürbar, je näher die Vorstellung rückt. Timo schlüpft nun in seine Clownskleidung: Sockenhalter, überknielange, viel zu weite schwarze Samthose, Samtjackett, weinrote Fliege. Nun noch die Requisiten eingesteckt: Zwei Stecknadeln in den Hosenbund, damit die Luftballons während der Vorstellung auch im rechten Zeitpunkt zerplatzen, rote und weiße Luftballons in unbedingt ungerader Zahl („Das habe ich von russischen Artisten gelernt“).

Nun geht es hinüber in das Vorzelt direkt hinter dem Hauptzelt. Hier stehen Timos Requisiten, alle fein säuberlich zusammengestellt: verschieden große Koffer, zwei große rote Luftballons (Reserve ist immer wichtig), die Rosen, die Timo immer wieder frisch nachkauft.

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Manege frei im Regensburger Weihnachtscircus

15.20 Uhr. Timo späht durch einen Spalt im Vorhang. „Ich will mal schauen, wie viele Leute heute da sind“, sagt er. Direkt nach dem Einzug der Künstler ist Timos erster Auftritt.

15.30 Uhr. Das Zelt ist gefüllt, die Musik ertönt, draußen leuchten die Scheinwerfer, hinter den Kulissen ist alles finster. Artisten dehnen ihre Muskeln, die Requisiteure stehen bereit und schon marschieren die Künstler mit den Fahnen ihres Geburtslandes hinaus ins Licht, um sich dem Publikum vorzustellen. Regisseur Rodrigue Funke begrüßt das Publikum und nun beginnt auch Momos Auftritt. Er dirigiert den Applaus des Publikums und fängt ihn in einer kleinen Kiste auf. Nach seinem Auftritt schlüpft Momo wieder hinter die Kulissen. „Wenn das Publikum schon einmal laut gewesen ist, dann macht es auch sofort bei den Zirkusnummern mit“, erklärt Momo. Dass diese Theorie stimmt, kann man zu diesem Zeitpunkt bereits hören. Beim Auftritt des Diabolo-Artisten Giorgio klatscht das Publikum von der ersten Minute an mit.

Während der Vorstellung hat Momo mehrere Auftritte. Immer wieder wird sein lustig naives Gesicht das Publikum zum Lachen bringen. Für Timo Lesniewski ist in Regensburg ein Traum in Erfüllung gegangen. Sein Leben lang wollte er schon im Zirkus auftreten.

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