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Mit einem Klick nah bei der Kunst

Stadt und Theater Regensburg schenken Kultur eine Bühne: Ab 5. Mai geht jeden Tag ein neues Video online.
Von Marianne Sperb

Eine Geige in einem Konzertsaal: Künstler der freien Szene bekommen eine digitale Bühne bei „Frei sein, und nicht allein“) Foto: Lino Mirgeler/dpa
Eine Geige in einem Konzertsaal: Künstler der freien Szene bekommen eine digitale Bühne bei „Frei sein, und nicht allein“) Foto: Lino Mirgeler/dpa

Regensburg.Im Theater Abgründe und Absurditäten des Lebens verfolgen, im Museum die Aura von Meisterwerken aufnehmen, im Konzertsaal die mitreißende Wirkung von Musik fühlen, in den grandiosen Bildern eines Tanzabends schwelgen: Nichts davon ist zur Zeit möglich. Corona setzt der Kultur analog gerade Grenzen, digital aber sind die Möglichkeiten grenzenlos. Ein Projekt der Stadt und des Theaters Regensburg schenkt Künstlern deshalb eine digitale Bühne. Medienpartner ist die Mittelbayerische, los geht’s am 5. Mai.

500 Euro Honorar für jeden Beitrag

Künstler können nicht auftreten und verdienen kein Geld, Kunstfreunde können keine Veranstaltungen besuchen: ein existenzbedrohendes Dilemma. Eine neue Solidaritätsaktion bringt Künstler und Publikum zusammen. „Frei sein, und nicht allein“ funktioniert so: Künstler produzieren bis zu drei Minuten lange Videos, die auf großen Plattformen freigeschaltet werden. Und die Stadt honoriert jeden eingestellten Clip mit 500 Euro.

Musik

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Rund ein Dutzend Beiträge waren kurz nach Start des Projekts bei der Stadt Regensburg eingegangen, sagt Kulturreferent Wolfgang Dersch auf Nachfrage. „Die ersten Videos kamen bereits am ersten Tag, nachdem das Projekt öffentlich wurde.“ Der Aufruf in den sozialen Netzwerken sei x-fach geteilt und sehr stark wahrgenommen worden. Dersch stuft die Resonanz als positiv ein; er rechne damit, dass zahlreiche Bewerbungen „auf den letzten Drücker“ eintreffen werden.

Programm

Stadt, Theater und MZ helfen Künstlern

Die Aktion „Frei sein, und nicht allein“ richtet sich an Künstler in Stadt und Landkreis Regensburg. Es winkt ein Honorar.

Die Stadt nimmt für das Projekt 50 000 Euro in die Hand – Geld, das sie im Künstler-Notfallfonds, der mit insgesamt 250 000 Euro befüllt ist, bereitgestellt hatte. 80 Videos können zwischen 5. Mai und 5. Juli online gehen, quer durch alles Sparten. „Die Künstler können tanzen, singen, lesen, schauspielern, musizieren, Platten auflegen, malen, zeichnen – oder auch einfach Einblick in ihren Alltag geben und erzählen, woran sie gerade arbeiten und was sie vorhaben.“

Videos einsenden

  • Präsentation:

    Zwei Monate, von 5. Mai bis 5. Juli, präsentieren das Theater, das Kulturreferat und die Mittelbayerische in ihrem Solidaritätsprojekt je einen Künstler des Tages auf der digitalen Bühne. Jeden Tag um 11 Uhr geht ein neues Video online, an Samstagen und Sonntagen werden je zwei Videos veröffentlicht. Die Beiträge sind zu sehen auf mittelbayerische.de und auf dem YouTube-Kanal des Theaters Regensburg unter der Playlist „Frei sein, und nicht allein“.

  • Einsendungen:

    Künstler mit Hauptwohnsitz in Stadt oder Landkreis Regensburg können sich mit Beiträgen quer durch alle Sparten bewerben: Tanz, Literatur, Schauspiel, Musik, Malerei oder einfach Eindrücke aus der Arbeit im Studio, im Atelier, im Proberaum sind denkbar. Die Videos (Dauer: bis zu drei Minuten) gehen an kulturverwaltung@regensburg.de. Die Künstler erhalten jeweils 500 Euro Honorar.

Das Projekt ist adressiert an anerkannte Künstler in Stadt und Landkreis Regensburg, die in die Künstlersozialkasse (KSK) einzahlen. „Frei sein, und nicht allein“ hatte sich zunächst ausschließlich an Bewerber aus Regensburg gerichtet, weil städtische Mittel an Regensburg gebunden sind, so Wolfgang Dersch zum Hintergrund. Inzwischen wurde der Teilnehmerkreis erweitert. Auch Künstler, die auf dem Land wohnen, aber ihren Wirkungskreis in der Stadt haben, können Beiträge einreichen.

„Ich rechne damit, dass wir dabei auch eine Reihe von Entdeckungen machen werden.“

Wolfgang Dersch, Kulturreferent

„Frei sein, und nicht allein“ bedeute für Künstler nicht nur die Möglichkeit, Geld zu verdienen. „Das bedeutet auch, einen Auftrag zu haben, eine Perspektive, und in Kontakt mit Publikum zu kommen“, sagt Dersch. Er nennt ein weiteres Plus des Projekts: „Es wird viele Köpfe aus der freien Szene sichtbar machen. Ich rechne damit, dass wir dabei auch eine Reihe von Entdeckungen machen werden.“

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