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Regensburg
Montag, 23. April 2018 22° 8

Festival

Mittelalter hat das Pürkelgut im Griff

„Hexentanz und Feenzauber“: Ritter, Gaukler, Tänzer und Musiker entführten die Zuschauer in eine Welt voller Abenteuer.
Von Daniel Steffen, MZ

Da, wo man sich „Teufelsblut“ und „Hexenpisse“ schmecken lassen kann – da, wo edle Ritter ihre Schwerter kreuzen und holde Minnen die Männerherzen bezirzen, da ist ist das Festival „Hexentanz und Feenzauber“ zu Hause. Fotos von Daniel Steffen zeigen Eindrücke vom Geschehen.

Regensburg.Da, wo man sich „Teufelsblut“ und „Hexenpisse“ schmecken lassen kann – da, wo edle Ritter ihre Schwerter kreuzen und holde Minnen die Männerherzen bezirzen, da ist das Festival „Hexentanz und Feenzauber“ zu Hause. Das malerische Idyll im Regensburger Stadtosten bot am Wochenende sprichwörtlich eine Eintrittskarte in einer andere Welt, in der man die Sorgen und die Eintönigkeit des Alltags getrost hinter sich lassen konnte.

Verführerische Bauchtänzerinnen kreuzten auf dem Kleinod ebenso die Wege der Besucher wie ungehobelte Landsknechte oder einfach nur lustige Gesellen von anno dazumal. Das aufgeschlagene Lager zahlreicher mittelalterlicher Vereine lud zum Verweilen ein und bot großen wie kleinen Besuchern die Möglichkeit, sich an den Künsten und sportlichen Disziplinen zu probieren.

Ein lebendiges Lagerleben

Die Besucher probieren sich in den Künsten, wie hier beim Armbrustschießen. Foto: Daniel Steffen

Mit von der Partie waren auch die Damen und Männer von „Perég Draculeas“, zu Deutsche „Die Söhne des Bergdrachen“: Der Verein hat sich vor fünf Jahren in Regensburg gegründet und zählt heute an die 35 Mitglieder. Eine kleine Zeitreise durch die Geschichte bot sich den Besuchern auch dort – je nach Darstellern wurden unterschiedliche historische Zeitspannen und Regionen präsentiert.

Melanie (23) beispielsweise hatte sich die Rolle einer Langobardin aus dem Jahre 528 zugelegt. Vor drei Jahren ist sie zu dem Verein hinzugestoßen. „Ein Kumpel von mir hat mir die Sache schmackhaft gemacht und mich zu einem Schwertkampftraining eingeladen“, berichtete die junge Frau über ihre Anfänge. „Das hat mir sehr viel Spaß gemacht, mich im Kampf mit den Männern zu messen.“

Heute lege sie mehr Wert darauf, dass Lagerleben zu präsentieren. In Näh- und Strickarbeiten ist sie ebenso bewandert wie im Brot backen und anderen traditionellen Arbeiten. „Demnächst will ich damit anfangen, Seife herzustellen. Aber das ist erst in den Kinderschuhen“, sagte Melanie. Aktuell musste sie an die 20 Lagergefährten mit Speis und Trank versorgen.

Hexentänze mit „Tuath Ancamna“

Ein Lächeln zum Ritterschlag Foto: Daniel Steffen

Wer auf dem Speiseplan nach Kartoffeln und Nudeln suchte, konnte lange suchen. Nein, im Mittelalter, da hat man sich vorwiegend von Wurzeln, Getreide und Linsen ernährt. Auch Gewürze waren stark gefragt – von der Muskatnuss über Zimt und Nelken bis zu Salz, das zeitweise rar – und deshalb auch sehr teuer war. Schweinefleisch gab es eher selten, dafür konnten es sich die meisten Leute leisten, Hühner zu halten.

Bei „Perég Draculeas“ konnten die Besucher ebenfalls aktiv werden. Die Vereinsmitglieder wiesen in die Rüstungs- und Waffenkunde ein und veranstalteten Schaukämpfe.

Für einen frühen Höhepunkt des Festivals hatten am Freitagabend die Damen von „Tuath Ancamna“ gesorgt: Zum Anbruch der Dunkelheit und noch einmal in den späteren Abendstunden führten sie Zigeuner- beziehungsweise Hexentänze vor.

Feuerspektakel am Samstagabend

„Fortes Homines Ignis“ wartet gleich zweimal mit einer Feuershow auf. Foto: Daniel Steffen

Ein großer Kreis von Besuchern schloss sich um die Tänzerinnen, schließlich wollte man das Spektakel aus nächster Nähe verfolgen. Mit der mystischen Atmosphäre war aber lange noch nicht Schluss: Den Ausklang gestalteten ab 22.30 Uhr „Fortes Homines Ignis“ mit ihrer Feuershow.

Am Samstagabend ging es abermals feurig zu. Gegen 22.30 Uhr marschierten die Besucher in einem Fackelzug auf das benachbarte Feld, um dort dem größten Sonnwendfeuer Bayerns beizuwohnen.

Regelmäßig wurden auch Ritterturniere veranstaltet: Am Freitag lockte das „spektakuläre Nachtturnier“ auf den Turnierplatz, am Sonntag um 15.30 Uhr traten die „Württemberger Ritter“ ein letztes Mal in Aktion. Der schon traditionelle „Kampf um den goldenen Pürkel“ wurde ebenfalls am Sonntag ausgetragen – um 16.30 Uhr.

Auch derjenige, der es eine Spur gemütlicher mag, kam auf seine Kosten – zum Beispiel bei einem wohltuenden Bad im Holzzuber oder einem genüsslichen Bier in der Taverne.

Regensburg: Ein Wochenende voller Feste

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