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Musik

Mozarts letztes Werk im Mittelpunkt

Die Chorphilharmonie Regensburg führt das Requiem in d-Moll am 20. Oktober um 17 Uhr in der Herz-Jesu-Kirche auf.

Die Musiker der Chorphilharmonie Regensburg Foto: Berlinski/Chorphilharmonie
Die Musiker der Chorphilharmonie Regensburg Foto: Berlinski/Chorphilharmonie

Regensburg.Die Chorphilharmonie Regensburg gestaltet am 20. Oktober um 17 Uhr in der Herz-Jesu-Kirche in Regensburg sowie am 19. Oktober um 19.30 in der Stadtpfarrkirche Mariä Himmelfahr in Kelheim ein großes Konzert mit drei Werken von Wolfgang Amadeus Mozart.

Im Mittelpunkt steht Mozarts berühmtes Requiem in d-Moll, KV 626. Irgendwann im für Mozart schicksalhaften Jahr 1791 erhält er einen seltsamen Auftrag, so schildert die Chorphilharmonie ihrer Pressemitteilung die Gesichte: Er soll ein Requiem schreiben. Doch für wen? Und wer hat den Auftrag erteilt? Bei nüchterner Betrachtung lösen sich die vielen Legenden in Luft auf. Ein Graf aus Niederösterreich, selbst leidenschaftlicher Hobbymusiker, führt gern in kleinem Kreis Musik auf, die er als seine eigene ausgibt. In Wahrheit gibt er sie bei namhaften Komponisten in Auftrag. Als im Februar 1791 seine Gattin stirbt, möchte er ein Requiem aufführen – und Mozart soll sein Ghostwriter sein. Über eine Wiener Anwaltskanzlei wird die Anfrage zugestellt: 50 Dukaten Honorar, die Hälfte davon als Vorschuss. Ein Kanzlei-Mitglied begibt sich also zu Mozart und bringt ihm das Geld – er ist der berühmt-berüchtigte, geheimnisvolle Bote, der bei Mozart an die Tür geklopft hat. Mozart macht sich an die Arbeit. Doch seine geschwollenen Gelenke machen alles zur Qual. Er hat Fieber, Übelkeit. Die Zeit wird knapp, es wird für Mozart ein Duell mit dem Tod. Nach acht Takten des ergreifenden Lacrimosa muss er die Komposition unterbrechen. Er wird sie nie wieder aufnehmen. Noch am 4. Dezember, am Abend vor seinem Tod, findet eine kleine Probe am Krankenbett statt. Ein Freund berichtet: „Sie waren bei den letzten Takten des Lacrimosa, als Mozart heftig zu weinen anfing, die Partitur bey Seite legte und elf Stunden später um ein Uhr Nachts verschied.“

Das Requiem bleibt vorläufig ein Torso

Das Requiem bleibt vorläufig ein Torso, das Franz Xaver Süßmair im Auftrag von Mozarts Frau Constanze komplettiert. Das Requiem ist ein Kaleidoskop unterschiedlicher Stimmungen: Im Angesicht des Todes findet man hier Passagen voller Trauer, Wut, Hoffnung, Angst und Trost.

E. T. A. Hoffmann hat die Bedeutung des vielleicht berühmtesten Torsos der Musikgeschichte früh erkannt: „Mozart hat in einem einzigen Kirchenwerke sein Inneres aufgeschlossen, und wer wird nicht von der glühendsten Andacht, von der heiligsten Verzückung ergriffen, die daraus hervorstrahlt? Sein Requiem ist wohl das Höchste, was die neueste Kunst für den kirchlichen Cultus aufzuweisen hat.“

Zweites Hauptwerk: Klavierkonzert Nr. 23

Zu hören ist als weiteres Hauptwerk das Klavierkonzert Nr. 23 in A-Dur, KV 488, das Mozart kurz vor der Uraufführung von „Figaros Hochzeit“ im Jahr 1786 in Wien schrieb. Die Noten schienen fast mühelos aus ihm herauszusprudeln. Gleich im ersten Satz verblüfft er mit einer fast liedhaften Melodik. Das Adagio mit seiner zarten, melancholischen Innigkeit drückt eine nach innen gekehrte, stille Traurigkeit aus. Im groß dimensionierten Rondo spielt Mozart virtuos mit wechselnden Tongeschlechtern. Den Anfang des Konzerts bildet die doppelchörige Motette „Venite populi, venite“, die Mozart 1776 im Alter von 11 Jahren schrieb. Nur ein weiteres Mal, in seiner Großen Messe in c-Moll, wendet Mozart diese Technik an. Aber auch dieses frühe Werk zeigt, wie groß seine Möglichkeiten waren. Mitwirkende sind neben dem Chor und dem Orchester der Chorphilharmonie Regensburg Gesangssolisten von den Städtischen Bühnen Regensburg und dem Münchener Theater am Gärtnerplatz: Gesche Geier, Sopran; Vera Semieniuk, Alt, Juan Carlos Falcón, Tenor, Holger Ohlmann, Bass.

Am Klavier ist Polina Danilova aus Regensburg zu hören. Die Leitung hat Horst Frohn. Karten für die Konzerte gibt es unter www.chorphilharmonie.de, in der Tourist-Information Regensburg, Altes Rathaus, Telefon (09 41) 5 07 44 10, 44 11, beziehungsweise in der Tourist-Information der Stadt Kelheim, Ludwigsplatz 1, Telefon (0 94 41) 70 12 34, und jeweils an der Abendkasse.

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