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Soziales

Multimillionär als Hartz IV-Mann

Karl-Heinz Richard Fürst von Sayn-Wittgenstein war fünf Tage nur „der Heinz“. Der geborene Regensburger spielte in der RTL-Show „Secret Millionaire“ mit.
Von Helmut Wanner, MZ

  • Beim Erdäpfel-Klauben: Karl-Heinz Richard Fürst von Sayn-Wittgenstein als Hartz IV-Empfänger Heinz Foto: RTL
  • Karl-Heinz Richard Fürst von Sayn Wittgenstein mit Andrea auf Mallorca Foto: RTL
  • Der Fürst im Gespräch mit dem Chef der „Frankfurter Tafel“ Foto: RTL
  • Auch so kennt man ihn: Als „Immobilienfürst“ bei Kabel 1 Foto: dpa-Archiv

Regensburg.Am Sonntag um 19.05 Uhr kommt es auf RTL zu einer Begegnung mit einem Star aus dem Regensburger Osten. In der letzten Folge der Reality Show „Secret Millionaire“ wird Karl-Heinz Richard Fürst von Sayn Wittgenstein als Hartz IV-Empfänger bei der Frankfurter Tafel zu sehen sein, wie er für andere Kartoffeln austeilt, Spätzle schabt und Kummerkasten spielt. Am Ende schreibt er so einem armen Teufel einen echten dicken Scheck aus und echte Tränen fließen.

Das Erfolgsrezept der Show besteht im Rollentausch. Ein unverschämt Reicher wird für eine Woche arm und teilt das Leben der Menschen am anderen Ende der sozialen Skala. Das regt die soziale Fantasie an – und danach gefällt es einem zu Hause wieder besser.

Senkrechtstarter aus dem Osten

Fürst Sayn-Wittgenstein zum Beispiel bewohnt die Villa Colani, laut Forbes die teuerste Villa auf Mallorca – ein Traum aus Gold und Swarovski-Kristallen, und er hat noch 20 andere Immobilien von der Qualität. Der Fürst kennt die Rolle des armen Schluckers aber nicht nur aus seiner RTL-Erfahrung und aus der Erfahrung als „Immobilienfürst“ bei Kabel 1, wo er bis zur Halskrause verschuldeten Häuslebauern half, ihre Hütte gut zu verkaufen und auf die Beine zu kommen.

Er war selber mal ganz unten und hieß „Porky“. Er wurde am 27. Juli 1954 in Regensburg geboren und wuchs bei seiner Oma am Hohen Kreuzweg 28 auf, einem sozialen Brennpunkt der 50-er und 60-er Jahre. Seine Eltern waren in jeweils verschiedene Himmelsrichtungen ausgewandert. Lehrer Pöpperl vom Hohen Kreuz hatte ihn als Achtjährigen in der Schule gefragt, was er denn einmal werden wolle, und er hat, ohne groß nachzudenken, „Millionär!“ geantwortet.

„Luxusgegend“ Hohes Kreuz

„Porky“ hat sich, wie die Neurolinguisten sagen würden, positiv programmiert. Glücksgötting Fortuna half dazu. Bruno Lothar Fürst von Sayn-Wittgenstein hat den Knaben Heinz adoptiert. Und auf den Mund und auf den Kopf gefallen war der auch nicht. Mit Versicherungen und Auktionen hat sich der Bub aus dem Osten vermögensmäßig nach oben katapultiert. Trotz seines geradezu dagobertesken Reichtums ist Karl-Heinz Richard Fürst von Sayn Wittgenstein immer auf dem Teppich geblieben. Zugleich ist er der lebende Beweis, dass Geld glücklich macht. Und er will das Glück auch teilen. Bei „Secret Millionaire“ hat er mitgemacht, „um, wenn möglich auch viele andere Menschen zu motivieren gleiches und/oder ähnliches zu tun“, so der Fürst gegenüber der MZ, seiner Heimatzeitung.

Armut strengt an. Der Fürst steht noch unterm Eindruck der TV-Ereignisse und denkt an die Jugendzeit: „Wir haben erst vor zwei Wochen in Frankfurt gedreht und ich hätte nie gedacht, dass es in Deutschland und besonders in Frankfurt so viel an extremer Armut gibt. Ich war schockiert, keine 300 Meter entfernt von den Palästen der Banken schlimmste Gegenden mit hart notleidenden Menschen zu finden. Dagegen ist das Hohe Kreuz in Regensburg eine Luxusgegend!“

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