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Archäologie

Museum zeigt 4000 Jahre Burgweinting

Eine große Sonderausstellung führt vor Augen, wie Menschen von der Jungsteinzeit bis ins frühe Mittelalter gelebt haben.

Mit moderner Technik lassen sich die Fundstätten in Burgweinting verorten.  Foto: Peter Ferstl/Stadt Regensburg
Mit moderner Technik lassen sich die Fundstätten in Burgweinting verorten. Foto: Peter Ferstl/Stadt Regensburg

Burgweinting.Als Archäologen im Herbst 1994 in Burgweinting westlich der Kirche zu graben begannen, hatte keiner damit gerechnet, dass sich dort unter der Erdoberfläche die Besiedlungsgeschichte von mehr als vier Jahrtausenden verbirgt. Mit 66 Hektar untersuchtem Gelände ist es die größte Ausgrabungsfläche in ganz Süddeutschland. Die spektakulären Funde aus diesem, seit jeher begehrten Siedlungsgebiet sind nun in einer großen Archäologieschau im Historischen Museum am Dachauplatz in Regensburg zu sehen.

Auf 450 Quadratmetern Ausstellungsfläche wird bis Juni 2020 die früheste Burgweintinger Siedlungsgeschichte eindrucksvoll vorgestellt. Im ersten Raum erwartet die Besucher ein großes Geländemodell.

Geschichte per Touchscreen

Über Touchscreen können sie durch die Zeiten wandern – von der Jungsteinzeit über die Bronze- und Eisenzeit bis hin zu den Römern und ins Frühmittelalter. Das aktuelle Burgweinting lässt sich aus der Vogelperspektive betrachten. Via Tablets oder Handy-App können Besucher hier 3D-Ansichten und Informationen abrufen.

Die Ausstellung

  • Öffnungszeiten:

    Dienstag bis Sonntag und Feiertage, jeweils von 10 bis 16 Uhr (Geschlossen: 24., 25. und 31. Dezember, 1. Januar, 25. Februar, 10. April und 1. Mai)

Schaustücke in den Vitrinen geben Zeugnis von den handwerklichen Fähigkeiten der vorzeitlichen Siedler. Zu bewundern ist eine breite Vielfalt an Keramikgefäßen, die in Form und Verzierung von den Moden der Zeit geprägt sind, ebenso wie Schmuckstücke. Gezeigt wird, wie sich Handwerksgeräte wie Messer oder Beile über Jahrtausende verändert haben. Die Ausstellung hält auch seltene Kuriositäten bereit, etwa kleine gelochte Knochenscheiben, die aus spätbronzezeitlichen Frauengräbern stammen und aus menschlichen Schädelknochen hergestellt wurden. Waren es Amulette, die die Weisheit und Erfahrung älterer Stammesfrauen in sich trugen? Die Schau lädt dazu ein, über die Bedeutung solcher besonderen Stücke zu sinnieren.


Holzobjekte sind Sensationsfund

Zu den Sensationsfunden gehören die hervorragend erhaltenen römischen Holzobjekte. Mehrere Brunnen wurden in Burgweinting freigelegt, ein Mal sogar mit einer römerzeitlichen Holzleiter im Brunnenloch. Durch die besonderen Bodenbedingungen sind auch eine feine Holzschale und ein kunstvolles Flechtgefäß erhalten.

Die frühmittelalterlichen Siedler, die auf die Römer folgten, haben sich in reich ausgestatteten Gräbern überliefert. Schmuckstücke mit Gold und Silber, Waffen und exquisite Einzelstücke bezeugen eine reiche Burgweintiger Gesellschaftsschicht. Ob Stengelglas oder Turmschädel, das Fundgut enthält auch vielerlei Hinweise auf weitreichende Fernbeziehungen dieser frühen Burgweintinger.

Der größte Ausstellungsraum bietet an der Stirnseite einen Ruhepunkt. Hier schweift der Blick über eine Panoramaansicht des heutigen Neubaugebietes auf dem einstmaligen Grabungsgelände. Der begehbare Fotoboden zeigt den Grabungsplan im Großformat auf. Der Rundgang führt den Besucher im Seitentrakt durch die „Gräberstraße“. Zwischen schwarzen Wänden und bei gedämpfter Beleuchtung ist hier die für jede Epoche typische Bestattungsform lebensgroß und mit Originalbeigaben präsentiert.

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