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Gastronomie

Museumscafé: SPD fordert Aufklärung

Die Stadtratsfraktion hatte von der Kündigung nichts gewusst. Jetzt hakt sie bei der eigenen Bürgermeisterin nach.
Von Micha Matthes

Die Verwaltung hatte dem Museumscafé gekündigt. Dann wurde der Vertrag doch noch einmal verlängert. Die SPD will jetzt genau über die Umstände informiert werden. Foto: mt
Die Verwaltung hatte dem Museumscafé gekündigt. Dann wurde der Vertrag doch noch einmal verlängert. Die SPD will jetzt genau über die Umstände informiert werden. Foto: mt

Regensburg.Das Museumscafé wird zum Politikum. Wegen des Museums-Umbaus hatte die Stadt Regensburg der Pächterin gekündigt. Ihre Existenz und 25 Arbeitsplätze waren bedroht. Dann wurde der Mietvertrag für das Café doch plötzlich um ein Jahr verlängert. Das alles war nicht nur für die Pächterin des Cafés, Alex Stein, sehr überraschend, die Kündigung kam offenbar auch für viele Stadt-Politiker aus dem Nichts.

So hatte die SPD-Fraktion nach eigenen Angaben erst am 7. März davon erfahren. Vor allem verwundert die SPD, dass der Pächterin schon so früh – nämlich am 31. Dezember 2017 für den 31. Dezember 2018 – gekündigt wurde. „Das haben wir nicht ganz verstanden“, sagt SPD-Fraktionsvorsitzender Dr. Klaus Rappert. Denn die Zeitplanung des Investitionsprogramms 2017 bis 2021 sehe einen Baubeginn für die Museumssanierung frühestens 2021 vor. In einem Brief bittet die Regensburger SPD die Verwaltung nun um Aufklärung bezüglich der genauen Umstände.

Impressionen aus dem beliebten Café am Dachauplatz sehen Sie in unserer Bilderstrecke:

Gnadenfrist für das Museumscafé

„Wir wollen wissen, ob es schon Vorstellungen für die Museumsneuordnung gibt und warum der Pächterin gekündigt wurde“, sagt Rappert. Die SPD interessiert sich auch dafür, wann ein Konzept für das neue Museum vorliegt, wie lange das Café für den Umbau geschlossen werden muss bzw. inwiefern die Stadträte in die Entscheidung für oder gegen ein Café nach der Sanierung eingebunden werden. Er könne die Situation noch nicht bewerten, sagt Rappert. „Wir wollen einfach eine sachliche Aufklärung, weil wir dafür sind, dass da weiterhin ein Café besteht.“

„Wir wollen einfach eine sachliche Aufklärung, weil wir dafür sind, dass da weiterhin ein Café besteht.“

Dr. Klaus Rappert, SPD-Fraktionsvorsitzender

In ihrem Brief stellt die SPD auch die Frage, welche Regelungen zur Vertragslaufzeit der bisherige Mietvertrag enthielt, und ob es darin Aussagen zum Fall einer – bereits bei Vertragsabschluss absehbaren – Café-Schließung während der Sanierungsarbeiten gibt.

Laut den Angaben der Stadt verlängerte sich der Vertrag bislang jedes Jahr automatisch. Es sei darin aber auch festgeschrieben, dass er fristgerecht gekündigt werden kann. Laut der Pächterin ist der Mietvertrag unbefristet. Eine Schließung des Cafés von mehreren Monaten für den Umbau sei darin zwar festgeschrieben. Stein sei aber davon ausgegangen, danach wieder öffnen zu können. Auf einen neuen Mietvertrag, in dem eine Verlängerung bis 31. Dezember 2019 festgeschrieben ist, wartet Stein – trotz der mündlichen Zusage der Stadt vom 7. März – noch immer.

„Es bleibt dabei: Im Historischen Museum wird es nach den Umbaumaßnahmen wieder ein Museumscafé als Ort der Begegnung geben“

Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer

Der Mietvertrag bis 2019 werde zeitnah mit der jetzigen Betreiberin geschlossen, sagt Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer (SPD) am Donnerstag auf Nachfrage unseres Medienhauses. „Es bleibt dabei: Im Historischen Museum wird es nach den Umbaumaßnahmen wieder ein Museumscafé als Ort der Begegnung geben – das ist mir auch persönlich außerordentlich wichtig.“ Bis Ende 2019 könne das Café auf jeden Fall seinen Betrieb weiterführen. Danach würden erste vorbereitende Maßnahmen für die Sanierung durchgeführt. „Ob ab diesem Zeitpunkt ein reibungsloser Gastronomiebetrieb noch möglich ist, müsste gegebenenfalls noch einmal überprüft werden“, sagt Maltz-Schwarzfischer.

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