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Kultur

Musik verzaubert auch die Bösen

„Crespino und König Tulipan“ war ein Konzert für Kinder im Neuhaussaal. Eine junge Geigerin (11) schrieb die Kritik darüber
Von Margarethe Kirchner, MZ

Mit einem Gesprächskonzert wurde den Kindern die Klassik nahegebracht. "Crespino und König Tulipan" begeisterte das Publikum.

Regensburg.Beim letzten Kinderkonzert hatte Michael Wolf mit dem Kamm Musik gemacht. Jetzt hatte er sein richtiges Instrument, die Klarinette, dabei. Im Neuhaussaal des Stadttheaters durften die Kinder am Sonntag mitraten, wie man eine Klarinette spielt. Einfach reinblasen und Tasten drücken reicht nämlich nicht.

Am Wichtigsten ist ein angefeuchtetes Blatt aus Bambus, das oben an dem Instrument angebracht wird. „Jetzt kann man die Luft verschieden lange in der Klarinette einsperren“, sagte Michael Wolf. Das ist ungefähr so, wie wenn man in zwei Flaschen mit unterschiedlich viel Wasser hineinbläst. Ralf Müller, der Sprecher beim Kinderkonzert, machte es dem Publikum vor.

König Tulipans Geburtstag

Dann konnte das Stück losgehen. „Crespino und König Tulipan“ heißt es. Die Geschichte und die Musik dazu hat sich Meinrad Schmitt ausgedacht. Crespino ist ein Zwerg und der Hofnarr von König Tulipan; er ist klein, aber klug. Und so träumt er von einer neuen Erfindung, die er dem König zum Geburtstag schenken möchte. Crespino läuft in seinen Schuppen, aus dem sofort Werkstattgeräusche kommen, die das Orchester spielt.

An König Tulipans Geburtstag wird festlich gefeiert, nur Einer erscheint nicht: Crespino. Doch plötzlich schwingt er sich am Seil herab und präsentiert dem König sein Geschenk: Ein verziertes Kästchen, das eine wunderschöne Melodie spielt, sobald man die Klappe öffnet. Die Musik klingt wie von Mozart, dem berühmten Komponisten. Aber die Spieluhr kann noch mehr: In ihr befinden sich drei Knöpfe aus Silber, Gold und Diamant. Tulipan drückt den silbernen Knopf, und die Mozart-Melodie erklingt wieder, nun aber stehen die Töne auf dem Kopf: „Was vorher unten stand, steht jetzt oben“, erklärt Crespino. Beim goldenen Knopf aber läuft die Melodie rückwärts. Alle sind begeistert von Crespinos Erfindung. Auch der Raubritter Umkaloabo, der die Spieluhr unbedingt haben will. Mit seinen Kumpanen platzt er in das Fest und fordert Tulipans Geschenk. Alle sind wie versteinert, außer Crespino, der Rat weiß: Er drückt den silbernen Knopf, während er einen Zauberspruch murmelt.

Kinder hatten ganz klar die Mehrheit im Publikum.
Kinder hatten ganz klar die Mehrheit im Publikum.

Die Melodie steht auf dem Kopf, genauso wie die Ritter, die auf den Händen gehen müssen. Doch dabei läßt es Umkaloabo nicht bleiben und rückt wieder an, beschwert mit Blei in den Hosen. Dieses Mal drückt Crespino den goldenen Knopf: Die Melodie ertönt andersrum, und die Bösewichte müssen rückwärts abziehen.

Der listige Hofnarr bringt es ins Lot

Beim dritten und letzten Versuch kommt Umkaloabo mit 1000 Männern und bedroht alle mit dem Tod. Der listige Hofnarr drückt nun auf den diamantenen Knopf: Die Musik läuft doppelt so schnell ab und die Räuber schrumpfen auf die Größe von Zinnsoldaten. Crespino packt alle in eine Schachtel und verkauft sie an einen Wanderzirkus. Zum Dank für seine Heldentat verleiht König Tulipan dem Crespino den großen Tulpenorden am Band. Der Sprecher Ralf Müller hat die Geschichte lebendig und spannend erzählt, mit vielen Gesten und verschiedenen Stimmen. Das Philharmonische Orchester unter der Leitung von Israel Gursky machte eine tolle Musik. Dafür gab es ganz viel Applaus vom Publikum. Und auch der Komponist Meinrad Schmitt freute sich, als er ganz zu Schluss nach vorne kam.

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