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Nach Überfall: Krankenhaus rüstet alle Stationen mit „Alarm“-Handys aus

Das Krankenhaus der Barmherzigen Brüder in Regensburg ist das größte katholische Krankenhaus in Deutschland. Foto: Weigel

Alle Stationen im Krankenhaus der Barmherzigen Brüder werden, sofern noch nicht vorhanden, mit Handys samt rotem Alarmknopf ausgestattet, insgesamt 26 Stück. Das kündigte gestern Dr. med. Andreas Kestler (44) an, er ist Gesamtleiter im größten deutschen katholischen Krankenhaus mit 828 Betten. Anlass für die Aufrüstung im Interesse der Sicherheit: Der nächtliche Überfall auf die Krebsstation neun. Am 10. April gegen 5.05 Uhr war ein bisher noch unbekannter Mann im Arztzimmer erschienen und hatte vom Pfleger (41) Betäubungsmittel aus dem Tresor verlangt. Als sich der Pfleger weigerte, griff der Täter den Krankenhaus-Mitarbeiter mit einem Messer an, verletzte ihn im Brustbereich und an einem Unterarm – dann flüchtete der Unbekannte, möglicherweise ein Junkie. In der Notaufnahme wurde der Pfleger versorgt; schon in der Folgenacht machte er wieder Dienst. Der Vorfall sorgte bei den Pflegekräften für Unruhe, die hat sich laut Dr. Kestler inzwischen aber wieder gelegt hat. Im MZ-Gespräch wies er Vorwürfe in einem anonymen Brief zurück, das Pflegepersonal fühle sich „allein gelassen“, fürchte sich jetzt, einen Sicherheitsdienst wolle sich das Krankenhaus aus Kostengründen aber nicht leisten. Mitarbeiter im Haus, so Dr. Kestler, seinen wegen des einmaligen Vorfalls „keiner erhöhten Gefährdungslage“ ausgesetzt. Insgesamt strotze der Brief vor Polemik und Lügen. Laut Polizei handelte es sich beim Täter um einen etwa 190 Zentimeter großen und 35 Jahre alten Mann mit dunklen Haaren, „Typ Ausländer“, bekleidet mit einer Jeansjacke und einer Jeanshose. Ermittelt wird wegen gefährlicher Körperverletzung und versuchten Diebstahls.

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