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Musik

Nachwuchs betört im Konzertsaal

Zum 21. Mal wurde der Lions-Musikpreis vergeben – heuer im Fach Klarinette und zum ersten Mal im Haus der Musik.
Von Flora Jädicke, MZ

  • Klara Lucia Lindner eroberte mit ihrem Klarinettenspiel nicht nur die Herzen der Zuhörer, sondern auch Platz Eins im Lions Distrikt Bayern Ost. Am Flügel: Kazue Weber-Tsuzuki Fotos: Jädicke
  • Die Jury: Prof. Michael Seewann, Markus Steckeler, Wolfgang Graef-Fograscher, Prof. Ernst-Dietrich Kreuser und Soloklarinettist Michael Wolf (rechts)

Regensburg.Das musikalische Niveau war gewohnt hoch. Ein halbes Dutzend Klarinettisten spielte am Samstagmittag um und für den Lions-Musikpreis der Distrikte Bayern Süd und Bayern Nord, der in diesem Jahr bereits zum 21. Mal vergeben wird. Die jungen Musiker aus den Distrikten Bayern Ost und Bayern Süd tragen jeweils ein Pflichtstück und ein Wahlstück vor.

Mit starkem musikalischem Ausdruck interpretierte die Studentin Klara Lucia Lindner aus Irrsee sowohl das Pflichtstück, als auch die Kür. Bereits bei Carl Maria von Webers, „7 Variationen op. 33“ ohne Solovariation für Klavier II und IV, das in diesem Jahr für alle Teilnehmer Pflichtstück war, bewies sie einen exzellenter Tonansatz, der präzise bis in die Höhen saß. Auch das Zusammenspiel mit der Profipianistin Kazue Weber-Tsuzuki zeugte von perfekter musikalischer Harmonie.

Satter Sound und Minimalistisches

Beim Wahlstück präsentierten die beiden Musikerinnen schließlich Claude Debussys „1. Klarinetten-Rhapsodie“ auf höchstem Niveau. So viele Gäste ließen sich von Lindners glasklarem und doch wunderbar perligem Klarinettenspiel bezaubern, dass nicht alle Platz fanden. „So voll habe ich in diesem Konzertsaal noch nicht gesehen“, freute sich der Hausherr und Leiter der Städtischen Sing- und Musikschule, Wolfgang Graef-Fograscher beim Preisträgerkonzert. Ebenfalls den ersten Preis, in diesem Fall für den Distrikt Bayern Süd, erhielt der Student Fidelis Leonhard Edelmann aus Weilheim. Er bestach sowohl beim Wettbewerb am Vormittag als auch beim Preisträgerkonzert am Nachmittag vor allem mit seiner Interpretation der Sonate für Solo-Klarinette von Edison Denisov. Das Stück ist Teil der zeitgenössischen Musikliteratur. Es ist eine minimalistische Klangkomposition mit viel Weite und markanten Höhepunkten. Denisov starb 1997 im Alter von gerade einmal 24 Jahren.

Sonderpreis und ein dritter Platz

Über Platz eins in der Schülerwertung Bayern-Ost freute sich David Sigel aus Regensburg. Gemeinsam mit Johannes Späth am Klavier interpretierte er in seiner Kür den ersten und zweiten Satz aus Carl Stamitzs Klarinetten-Konzert Nr. 3, B-Dur. Johannes Späth erhielt für sein Vorspiel einen Sonderpreis. Den dritten Platz erlangte die 17-jährige Kira Lorenz aus Auerbach.

Die Preise wurden am Nachmittag von den Distrikt-Governorn Jörg Naumann (Ost) und Herbert Kütter (Süd) verliehen. Neben Geldpreisen erwartet die Sieger eine Weiterleitung zum Bundeswettbewerb nach Bamberg und zum europäischen Wettbewerb in Augsburg. „Den Lions ist es ein echtes Herzensanliegen, diese jungen Musiker zu fördern“, sagte Prof. Ernst-Dietrich Kreuser, Kulturbeauftragter der Lions-Clubs Bayern-Ost. Kreuser ist als Violinist seit frühester Jugend mit der Orchestermusik verbunden. Kinder und Jugendliche zu unterstützen, verstehe er als eine der zentralen Aufgaben der Lions Clubs. In der Jury saßen neben Prof. Kreuser und Graef-Fograscher auch Prof. Michael Seewann von der Hochschule für Katholische Kirchenmusik, Markus Steckeler vom BR-Symphonieorchester und der Soloklarinettist vom Philharmonischen Orchester Regensburg, Michael Wolf.

Der Lions Musikpreis des Multidistrikts 111 Deutschland wird jährlich auf drei Ebenen vergeben. Auf Distrikt-Ebene, die in etwa den Bundesländern entspricht, auf der Ebene der Multidistrikt, als nationaler Wettbewerb für Deutschland und auf europäischer Ebene als „Lions European Musical Competition Thomas Kuti“.

Für den Distriktwettbewerb kann ein Lions-Club Kandidaten aus dem Distrikt nominieren. Der Distriktbeauftragte kann zusätzlich talentierte junge Musiker zur Teilnahme motivieren. Die Teilnehmer konnten das Zusatzstück aus 22 mittelschweren und 12 schweren Wahlstücken wählen.

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