MyMz
Anzeige

Festakt

Neue Einflüsse stärken die Gemeinschaft

Der Bund der Vertriebenen feierte den Tag der Heimat im Reichssaal.
Von Daniel Geradtz, MZ

  • Bernd Posselt, Sprecher der Sudetendeutschen, bei seiner Festrede Foto: mxg
  • Der Eghalanda Gmoi Neutraubling sorgte für das musikalische Begleitprorgamm des Festakts. Foto: Geradtz
  • Friedrich Kaunzner, Kreisvorsitzender des Bundes der Vertriebenen bei seiner Ansprache. Foto: Geradtz

Regensburg.Auch in diesem Jahr feierte der Bund der Vertriebenen wieder den Tag der Heimat. Der Festakt des Kreisverbandes Regensburg fand am Samstag unter dem Leitsatz „Indentität schützen – Menschenrechte erhalten“ im Historischen Reichssaal statt. Erneut waren zu Feierstunde Angehörige verschiedener Landsmannschaften der Heimatvertriebenen erschienen. Mit dem Festakt im Alten Rathaus setzten sie ein Zeichen für die Gerechtigkeit und das Heimatrecht.

In seinem Vortrag stellte Bernd Posselt, Sprecher der Sudetendeutschen Volksgruppe, die Gemeinsamkeiten zwischen den damaligen Lebensumständen der Heimatvertriebenen und der Flüchtlinge unserer Zeit heraus, die in Europa Schutz suchen. „Ich finde es unglaublich wichtig zu sehen, dass die Vertreibung die gleichen Ursachen hat. Die Menschen gehören dem falschen Stamm an, haben die falsche Hautfarbe oder sprechen die falsche Sprache“, so Posselt. Dass die Heimatvertriebenen damals so gut in die deutsche Gesellschaft integriert wurden, bezeichnete er als „vorbildlich“.

Da die Menschen die gleiche Sprache gesprochen und auch den christlichen Glauben gehabt hätten, sei die Integration im Vergleich zu der derzeitig stattfindenden Integration von Menschen aus anderen Kulturkreisen verhältnismäßig problemlos abgelaufen. Aber auch damals sei der Prozess nur „unter Schmerzen geschehen“.

Gleichzeitig erinnerte Posselt daran, dass die europäische Kultur schon früh durch Einflüsse von außen geprägt wurde: bis heute nutzen wir länderübergreifend die arabischen Ziffern statt die römischen. „Es gab immer bunte Tupfer, die eigentlich nicht dazugehörten“, unterstrich das ehemalige Mitglied des Europäischen Parlaments.

Die Bereitschaft, diese Einwirkungen zu empfangen, habe der europäischen Gemeinschaft geholfen, ihre heutige Größe und Stärke zu erlangen. Schließlich sei das Konstrukt Europa als übernationale Rechtsgemeinschaft älter als die einzelnen Nationalstaaten und habe sich deswegen lange entwickeln können.

Friedrich Kaunzner, Kreisvorsitzender des Bundes der Vertriebenen, erinnerte in seiner Ansprache an den Schriftsteller Louis Fürnberg, der im Zweiten Weltkrieg wegen seines jüdischen Glaubens nach Prag floh. Er sei einer der bedeutendsten politischen Dichter aus jener Zeit gewesen, dessen Werke in der Bevölkerung heute weitgehend unbekannt seien.

Schirmherr Joachim Wolbergs sagte, dass die Vertriebenen auch trotz einer angestrebten Integration an ihre Heimat denken dürfen müssen. Auch dies sei ein wichtiger Aspekt im derzeitigen Umgang mit Flüchtlingen.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht