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„Nix drin!“ soll Autoknacker abschrecken

Mit einer Kampagne warnen Polizei und Stadt Regensburg vor Autoaufbrüchen. Der Tenor: Wertsachen nicht im Fahrzeug lassen.
Von Martina Groh-Schad

Polizeibeamte verteilten am Dienstag im Stadtgebiet gelbe Werbematerialien, um auf die Gefahr von Autoaufbrüchen hinzuweisen.  Foto: Martina Groh-Schad
Polizeibeamte verteilten am Dienstag im Stadtgebiet gelbe Werbematerialien, um auf die Gefahr von Autoaufbrüchen hinzuweisen. Foto: Martina Groh-Schad

Regensburg.Es klirrte leise. Ein kurzer zielgenauer Schlag mit einem Nothammer reichte aus. Innerhalb von zwei Sekunden war alles vorbei. Der Dieb griff ins Auto, nahm die Tasche, das Handy oder den Geldbeutel an sich und war über alle Berge. Am Boden blieben kleine Glassplitter zurück.

„Ich hätte nicht gedacht, dass das so schnell geht“, sagte Marion Fuchs, die am Montag die Demonstration der Feuerwehr verfolgte. Auf dem Platz vor dem Alten Rathaus zeigte sie, wie schnell ein Autoaufbruch passiert. Polizeibeamte klärten vor Ort auf und deckten die Passanten mit gelben Parkscheiben und Spiegelanhängern ein. Auf den Werbemitteln steht: „Lass nix drin! Denn eins ist sicher: Wer keine Wertsachen im Auto lässt, spart Zeit, Geld und Nerven!“

Kriminalität

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Zehn bis 20 Aufbrüche pro Monat

Die Präventionskampagne wurde gemeinsam von der Polizei und der Stadt durchgeführt, um auf die steigende Zahl von Autoaufbrüchen hinzuweisen. Im gesamten Stadtgebiet waren am Montag Polizeibeamte und Mitarbeiter des städtischen Ordnungsamts sowie Feuerwehr unterwegs. Im Gepäck hatten sie die rund 10 000 Parkscheiben und Spiegelanhänger, um die Bevölkerung zu sensibilisieren.

„Wir verzeichnen jeden Monat zehn bis 20 Autoaufbrüche“, sagte der Dienststellenleiter der Polizeiinspektion Süd, Gerhard Roider, zum Auftakt der Kampagne, mit der man Autofahrer daran erinnern wollte, keine Wertsachen im Auto zurückzulassen.

Die Aktion

  • Häufigkeit:

    Zwischen 10 und 20 Autoaufbrüchen verzeichnet die Polizei monatlich im Stadtgebiet.

  • Täter:

    Mit einem Nothammer oder einem Federkörner könnten Kriminelle innerhalb weniger Sekunden eine Autoscheibe einschlagen.

  • Steigerung:

    In diesem Jahr wurde Ende November bereits die Gesamtzahl aus dem vergangenen Jahr erreicht.

  • Fahndung:

    Die Chancen, den Dieb zu erwischen, gelten als gering.

  • Kampagne:

    Mit der Kampagne „Nix drin!“ warnt die Polizei gemeinsam mit der Stadt davor, Wertsachen im Auto zu lassen.

„Für die Opfer von Aufbrüchen bedeutet es Ärger, es verbraucht Zeit und verursacht Kosten“, führte er aus. Man müsse zur Polizei, um den Autoaufbruch anzuzeigen, eventuell müsse man seine Kontokarten sperren lassen und neue Ausweisdokumente beantragen. Nicht immer sei die Scheibe Bestandteil der Versicherung, die man abgeschlossen habe, zählte Roider die Umstände auf, die ein Autoaufbruch mit sich bringt.

Polizei: Täter zu fassen, ist schwierig

Für die Polizei sei es schwer, die Täter zu fassen. „Dass wir hier jemanden auf frischer Tat ertappen, kommt eher selten vor“, räumte Roider ein. Auch die Sicherung von Spuren am Fahrzeug führe nur selten dazu, dass ein Täter überführt werden kann. Wenn man etwas im Auto lasse, dann rät die Polizei dazu, es im Handschuhfach oder im Kofferraum zu deponieren. Der beste Schutz sei jedoch, wenn man gar keine Wertsachen im Auto zurücklassen würde. Roider warnte zudem davor, leere Taschen sichtbar im Auto zu hinterlassen. „Der Dieb weiß doch nicht, ob da etwas drin ist oder nicht.“ In jedem Fall solle man sein Fahrzeug immer abschließen. Auch die Fenster sollten immer geschlossen sein, wenn man das Auto verlässt. Bei Cabrios rät die Polizei dazu, das Verdeck zu schließen.

Ein Aufbruch geht schnell

Insgesamt je 5000 gelb leuchtende Parkscheiben und Spiegelanhänger verteilten die Beamten gemeinsam mit Unterstützern des Ordnungsamtes und der Feuerwehr auf zahlreichen Parkplätzen und in Parkhäusern im gesamten Stadtgebiet. „Wir sprechen die Leute direkt an und machen sie auf das Problem aufmerksam“, erklärte Polizeihauptmeister Markus Reitmeier. „Viele Fahrer unterschätzen es, wie schnell so ein Aufbruch geht.“

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Die Idee zu der Kampagne kam vom Sicherheitsbeirat der Stadt, in dem Vertreter aus allen gesellschaftlichen Schichten zusammenarbeiten, um die Kriminalität in Regensburg einzudämmen. „Es ist besser, diese Straftaten zu verhindern, als Täter zu suchen“, erklärte der städtische Rechts- und Regionalreferent Dr. Walter Boeck. Vor Ort demonstrierte die Feuerwehr an einem bereitgestellten Fahrzeug mehrmals, wie schnell ein professioneller Dieb Autoscheiben mit einem Nothammer oder einem sogenannten Federkörner öffnen könne. „Beides kann man im Internet bestellen“, erklärte Reitmeier.

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