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Personalpolitik

OB will die Verwaltung aufstocken

Die Anforderungen steigen und viele Mitarbeiter sind an der Kapazitätsgrenze. Wolbergs versucht einen Befreiungsschlag, der 4,4 Millionen kostet.
Von Claudia Böken, MZ

Aktenberge gehören in vielen Ämtern zum täglichen Geschäft.
Aktenberge gehören in vielen Ämtern zum täglichen Geschäft.Foto: dpa

Regensburg.Ein Schreiben, wie sie es gestern in ihrem Mailordner fanden, haben die Mitarbeiter der Regensburger Stadtverwaltung bisher noch nie erhalten. Nicht etwa einen „blauen Brief“, der Entlassungen androht, sondern ein Schreiben des Oberbürgermeisters, in dem dieser eine stattliche Aufstockung der Verwaltung ankündigt.

Im städtischen Stellenplan, der am Donnerstag vom Personalausschuss abgesegnet werden soll, sind für 2015 90 neue Stellen vorgesehen. Die reinen Personalkosten, zu denen es auch staatliche Zuschüsse gibt, liegen bei 4,4 Millionen Euro im Jahr. Schon in den vergangenen Jahren hatte der damalige Oberbürgermeister Hans Schaidinger auf die lange Bank geschobene Investitionen immer wieder damit entschuldigt, dass das Personal nicht noch mehr leisten könne. 60 bis 80 neue Stellen pro Jahr wurden nach MZ-Informationen auch zu dieser Zeit geschaffen. Ausgereicht hat das nicht.

An der Belastungsgrenze

In einer ganzen Reihe von Dienststellen sei das Arbeitspensum schon seit geraumer Zeit hart an der Belastungsgrenze der Mitarbeiter angelangt, weiß Wolbergs und dankte in seinem Schreiben all denen, die wesentlich mehr tun, als man von ihnen eigentlich erwarten könne.

Aber er weiß auch, dass das Investitionsprogramm bis zum Jahr 2018 mit 574 Millionen Euro vor allem im Planungs- und Baureferat mit der derzeitigen Besetzung nicht zu schultern ist. Vergleichbare Situationen gebe es bei der Straßenreinigung, der Müllabfuhr und im Gartenamt. „Überall in unserer Stadt entstehen neue Wohngebiete, Straßen und Grünanlagen. Darum muss sich die Stadt kümmern“, macht Wolbergs seinen Mitarbeitern klar. Außerdem kämen weitere Aufgaben in der Bildung, der Kultur, in der Kinder- und Jugendhilfe und im Sozialbereich auf die Stadt zu – und damit auf die Mitarbeiter. Die Betreuung von Flüchtlingen und Asylsuchenden wird künftig ebenfalls mehr Personal bean-spruchen.

Noch sind auch nicht alle Stellen besetzt, die durch die Personalrochade – ausgelöst durch die Bildung von zwei neuen Referaten – vakant geworden sind. Nach dem Wechsel von Kämmereileiter Karl Eckert an die Spitze des Personal- und Verwaltungsreferats ist seine bisherige Stelle verwaist. Dr. Hermann Hage, der künftige Referent für Bildung, Sport und Freizeit, hinterlässt eine Lücke im Amt für Weiterbildung, die geschlossen werden muss. Nachfolger des in Ruhestand gegangenen Chefs des Amts für Öffentliche Ordnung, Alfred Santfort, soll Rechtsamtschef Dr. Patrick Veit werden.

Wer leitet künftig das Rechtsamt?

Doch damit ist eine neue Lücke offen: Das Amt für Recht und Umwelt, dem jahrelang Rudolf Gruber vorstand, ist von Wolbergs geteilt worden: Das Thema Umwelt gehört jetzt zu Grünen-Bürgermeister Jürgen Huber und untersteht Gruber. Das Rechtsamt ist bei Rechtsreferent Dr. Wolfgang Schörnig geblieben. Möglicherweise wäre das eine Stelle für Maximilian Mittermaier, den früheren persönlichen Referenten des ehemaligen OB Hans Schaidinger. Er hatte sich zuletzt erfolglos um die Stelle als Verwaltungs- und Personalreferent beworben.

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