MyMz
Anzeige

Politik

ÖDP-Kandidat fordert Nachtbus-Ausbau

Hannes Eberhardt will, dass das Regensburger Umland vom Ausbau der Verkehrsinfrastruktur profitiert.
Von Daniel Geradtz, MZ

Bei seinem Infostand wurde Hannes Eberhardt (l.) am Montag von Prof. Dr. Klaus Buchner unterstützt. Foto: Geradtz
Bei seinem Infostand wurde Hannes Eberhardt (l.) am Montag von Prof. Dr. Klaus Buchner unterstützt. Foto: Geradtz

Regensburg.„Vorfahrt für ÖPNV und Rad!“ Das ist das Motto, mit dem Hannes Eberhardt, Bundestagskandidat der Ökologisch-Demokratischen Partei (ÖDP) im Wahlkreis Regensburg, überzeugen will. Würde er ein Mandat für den Bundestag erhalten, wolle er sich dafür einsetzen, dass die Verkehrsmittel ausreichend gefördert werden. „Man muss dem Auto in der Stadt sanft und langsam den Raum wegnehmen“, findet er. Er spricht sich dafür aus, den öffentlichen Personennahverkehr durch eine schienengebundene Stadtbahn aufzuwerten. Eberhardt erklärt: „Es wäre dumm, eine Stadtbahn zu machen, die an den Stadtgrenzen Halt macht.“

Den Nachtbus findet er eine gute Neuerung, jedoch sollte das Netzgebiet weiter gefasst werden. Ebenfalls fordert er, Bahnstrecken weiter auszubauen. Würden die Verbindungen zwischen zwei Metropolen beschleunigt, würde eine gute Alternative zum klimaschädlichen Flugverkehr geschaffen, findet er. In der Regensburger Innenstadt nannte er den Leerstand der Ladenlokale bitter. „Wir müssen an den Mieten für das Gewerbe arbeiten, sodass sich kleine Läden halten können.“

Lesen Sie auch von MZ-Redakteur Micha Matthes „Die Zukunft der Mobilität“.

Die möglichen Eingriffe in die Natur, die in der Region geplant sind, beschäftigen auch Eberhardt. „Flutpolder müssen sein, auch wenn es viele nicht schön finden“, sagt er. Es sei schließlich ein Beitrag zum Hochwasserschutz. Die Stromtrasse lehnt er hingegen ab. Gleiches gilt für den möglichen Granitsteinbruch im Forstmühler Forst. „Wir sind auf der Seite der Gegner. Die Natur hat Vorrang“, lautet seine Devise. Deswegen ist für den Regensburger Regionalität ein wichtiges Schlagwort. Landwirtschaftliche Produkte sollten von Erzeugern aus der Region bezogen werden, wenn möglich sogar biologisch angebaut.

Eines der wichtigsten ÖDP-Anliegen ist eine „saubere Politik“. Sie fordert das Ende von Parteispenden und Lobbyarbeit. Den Lobbyisten gehörten die Zugangsberechtigungen für den Bundestag entzogen, findet Eberhardt. Mit denen hätten sie freien Zutritt zum Parlamentsgebäude und könnten ihre Interessen so direkt an die Politiker herantragen.

Ziel: Öffentliche Finanzierung

Weil sich die Partei seit ihren Anfängen der Firmenspenden verwehrt, sei es für sie wichtig, öffentliche Fördergelder zu erhalten. Deswegen hat Eberhardt für die bevorstehende Bundestagswahl das Wohl der Partei im Auge. „Unser Ziel ist, dass wir in die Parteifinanzierung reinkommen. Das ist erreichbar“, sagt er. Das wäre erreicht, sobald sie mindestens 0,5 Prozent aller Stimmen erhält. Bei der vergangenen Bundestagswahl im Jahr 2013 machten 0,3 Prozent der Wahlberechtigten ihr Kreuz bei der ÖDP. Damals trat die Partei in acht Bundesländern an, dieses Mal sind es 13 Bundesländer, in denen die ÖDP auf den Wahlzetteln steht.

Zur Person

  • Herkunft

    Hannes Eberhardt wurde 1981 in Regensburg geboren. Er ist 36 Jahre alt.

  • Studium

    Nach dem Abitur studierte er an der Universität Regensburg. Er erlangte den Magister-Abschluss in Vergleichender Kulturwissenschaft.

  • Partei

    Vor zwei Jahren trat er als Schnuppermitglied in die ÖDP ein, seit einem Jahr ist er vollwertiges Mitglied der Partei.

  • Beruf

    Eberhardt arbeitet inzwischen im Büro der ÖDP-Stadtratsfraktion und in den Kinos des Andreasstadel.

Doch Eberhardt hat nicht nur die Interessen der Regensburger im Auge. Er findet, dass Freihandelsabkommen wie Ceta und TTIP nicht verwirklicht werden sollten. „Ich bin für fairen Handel statt Freihandel.“ Er nehme wie die Partei eine wachstumskritische Haltung ein. Zum Wahlprogramm der ÖDP zählt unter anderem der Ausstieg aus dem Kohlestrom, die Reduzierung der öffentlichen Schulden sowie die Möglichkeiten der direkten Demokratie zu erweitern und transparentere Strukturen in der Politik zu schaffen.

Die Menschen aus seinem Wahlkreis, der die Stadt und den Landkreis umfasst, fühlen Eberhardt sehr genau auf den Zahn. Jeden Tag würden ihn 15 bis 20 E-Mails von Bürgern erreichen, deren Beantwortung mehrere Stunden dauern würden. „Das sind keine Standardfragen. Da muss man schon sehr genau überlegen“, sagt er.

Austausch mit den Bürgern

Die Menschen würden ihn aber auch fragen, wie er den ökologischen Lebensstil selber umsetze oder ob die Partei ihr Leitbild beibehalten könne, wenn sie erfolgreicher würde. „Ich wäre nicht dabei, wenn ich nicht glauben würde, dass wir das schaffen würden“, sagt er zur unabhängigen Finanzierung. Denn nur so könne sie unabhängig und frei von den Interessen möglicher Gönner Politik machen. Erfolgreiche Wahlkampfveranstaltungen seien drei Filmvorführungen im Andreasstadel gewesen. Bei den anschließenden Diskussionen habe er seine Positionen darstellen können.

In den Gesprächen mit den Bürgern will Eberhardt sie dazu ermuntern, auch die ÖDP beim Wahl-O-Mat anzuklicken. Seine Kritik lautet, dass die Partei so weit unten gelistet sei, dass sie einige User gar nicht in die Auswahl der Parteien aufnehmen würden.

Am Montag machte der ÖDP-Politiker in der Fußgängerzone Werbung in eigener Sache. Bei einem Infostand wurde er von Prof. Dr. Klaus Buchner unterstützt. Buchner ist Europaabgeordneter der Partei. Von dessen Engagement ist Eberhardt nachhaltig begeistert. Er poste täglich neue Inhalte auf seinem Internetautritt und sei mit vollem Einsatz dabei. Außerdem sei er ein ehrlicher und aufrichtiger Politiker, wie sein Abstimmungsverhalten im Parlament zeige.

Mehr Geschichten aus Regensburg lesen Sie hier!

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht