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Ereignis

Optimistisch ins neue Jahr

Beim Neujahrsempfang der Stadt Regensburg überwiegt Zuversicht. Die Kreativbranche freut sich über ein neues „Kreativareal“.
Von Jan-Lennart Loeffler

Rund 450 Gäste kamen zum Neujahrsempfang der Stadt Regensburg ins Alte Rathaus. Foto: altrofoto.de
Rund 450 Gäste kamen zum Neujahrsempfang der Stadt Regensburg ins Alte Rathaus. Foto: altrofoto.de

Regensburg.Viele reden von einer Rezession, aber ich glaube nicht, dass wir im neuen Jahr schwere Auswirkungen spüren werden“, sagt Robert Hiltl von der Werbeagentur Trendfrei. Er ist einer der vielen Vertreter der Regensburger Kultur- und Kreativwirtschaft, die dieses Mal als besondere Gäste zum Neujahrsempfang von Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer eingeladen waren. Als Sprecher für die Designwirtschaft im Forum Kreativwirtschaft sieht er die Stadt auf einem guten Weg. „Die Wertschätzung gegenüber der Kreativbranche ist hier sehr gut.“

Die öffentliche Ankündigung der Bürgermeisterin, dass die Stadt ein „Kreativareal“ schaffen möchte, um somit die Kultur- und Kreativwirtschaft zu stärken, wurde von Hiltl und den vielen anderen anwesenden Branchenvertretern durchweg positiv aufgenommen. Auf einem solchen Areal könnten sich beispielsweise auch Ateliers und kleine Läden, Agenturen und Werkstätten ansiedeln.

Neue Synagoge und Museum

Nicht nur die Kreativbranche hat Gründe, sich auf das neue Jahr zu freuen. Viele der rund 450 Gäste aus Wirtschaft, Kultur, Kirche, Vereinen und Gesellschaft gehen optimistisch in das neue Jahr. Der Eröffnung der neuen Synagoge sieht Ilse Danziger, Vorsitzende der jüdischen Gemeinde in Regensburg entgegen. „Wir haben eine großartige Unterstützung erhalten, vom Bund, vom Freistaat, von der Stadt und von sehr vielen Regensburgern.“ Ende Februar wird die Synagoge eröffnet, im März möchte die jüdische Gemeinde zu einem Tag der offenen Tür einladen.

Hier sehen Sie ein Video vom Neujahrsempfang.

Neujahrsempfang: Was wünschen Sie der Stadt 2019?

Für Olaf Hermes war es der letzte Neujahrsempfang in seiner Funktion als Vorstandsvorsitzender der Rewag und als kaufmännischer Geschäftsführer des Stadtwerks. Hermes wird im Juni zu den Stadtwerken Bremen wechseln. Zuvor will er für die Rewag noch ein Windparkprojekt unter Dach und Fach bringen. Regensburg verlässt er mit einem lachenden und einem weinenden Auge. „Es geht immer nach vorn“, sagt Hermes. Auch wenn die derzeitige Situation „turbulent“ sei: „Die Stadt wird gestärkt aus dieser Situation hervorgehen.“ Jens Neundorff von Enzberg, Intendant des Stadttheaters, wünscht sich, wieder „mehr Ruhe für die Stadt“ und dass „eine Klärung in vielen Punkten kommt“.

Wollen Sie wissen, wer alles zum großen Händeschütteln kam? Klicken Sie sich durch unsere Bildergalerie.

Neujahrsempfang der Stadt Regensburg

Auf ein ruhigeres Jahr hofft auch Franz-Xaver Lindl. „Ich wünsche mir, dass in Regensburg Ruhe einkehrt und sich die Stadt mit der Zukunft beschäftigen kann“, sagt der Vorstand der Sparkasse Regensburg. Mit Hinweis auf die Sprengstoffüberfälle auf Filialen am Rennplatz im Oktober und in Pentling im Jahr 2016 sagt Lindl: „Ich hoffe, dass wir dieses Jahr von solchen Ereignissen verschont bleiben.“

Politiker haben Verkehr im Blick

„Es gibt viele Herausforderungen. Ich wünsche der Stadt Regensburg, dass sie mit diesen großen Herausforderungen gut fertig wird“, sagt die Landrätin Tanja Schweiger. Sie möchte Verkehrsthemen in diesem Jahr gemeinsam mit der Stadt anpacken. Die stehen auch für den Bundestagsabgeordneten Peter Aumer ganz oben auf der Agenda.

Kultur- und Kreativbranche in Regensburg

  • Bedeutung:

    Jedes zehnte Unternehmen gehört in Regensburg zur Kultur- und Kreativwirtschaft, wie Bürgermeisterin Gertrud Maltz-Schwarzfischer in ihrer Rede zum Neujahrsempfang erklärte. Die Branche komme mit fast 4000 Beschäftigten auf einen Jahresumsatz von rund 450 Millionen Euro.

  • Organisation:

    Die Branche ist in Regensburg im Forum Kreativwirtschaft organisiert. Zwölf Bereiche sind durch je zwei Sprecher vertreten: das Spektrum reicht von darstellender Kunst über, Design, Arts and Crafts bis zu Film. Treffpunkt der Szene ist das Degginger in der Wahlenstraße (Foto: Bischof).

  • Perspektive:

    Dieses Jahr waren Vertreter der Kultur- und Kreativwirtschaft als besondere Gäste zum Neujahrsempfang eingeladen. Die Branche wächst in Regensburg beständig. Damit der Wirtschaftszweig weiter wachsen kann, soll die Stadt ein Kreativareal bekommen. Das ist auch der langgehegte Wunsch vieler Kreativer.

Sebastian Koch, Bürgermeister von Wenzenbach, hat für das neue Jahr neben dem B 16-Ausbau unter anderem den Radweg nach Regensburg auf der Agenda. Der kann nur in guter Zusammenarbeit mit der Stadt Wirklichkeit werden. „Wir sind guter Dinge“, sagt Koch über die Infrastrukturprojekte. Guter Dinge ist man auch beim SSV Jahn. „Wir sind in einer guten Position und gehen optimistisch ins neue Jahr“, sagt Hans Rothammer, Vorstandsvorsitzender des Fußballzweitligisten SSV Jahn. Er hat im Blick, den Verein weiter im Profifußball zu etablieren. Und auch für dieses Jahr scheint dieses Vorhaben durchaus machbar. Karl Stock blickt der Eröffnung des Museums der bayerischen Geschichte entgegen. „Das wird ein Highlight“, sagt der Leiter des Staatlichen Bauamts Regensburg.

Rede

Empfang: Klima in all seinen Facetten

Klimaschutz, Zusammenhalt, Verkehr und Wohnen: Diese Schwerpunkte setzte die Bürgermeisterin während ihrer Neujahrsrede.

„Es ist unser größtes Projekt in der Stadt.“ Im Juni soll die Museumsbaustelle für einen ersten Blick in das neue Gebäude öffnen. Ende des Jahres folgt die offizielle Eröffnung. Wo, und vor allen wann das angekündigte Kreativareal eröffnet wird, dazu hielt sich die Bürgermeisterin beim Empfang noch bedeckt. In Regensburg hat die kleinteilige – von vielen Freiberuflern und Einzelunternehmern geprägte– Branche mit dem Degginger in der Wahlenstraße und dem Forum Kreativwirtschaft bereits Institutionen zur Vernetzung untereinander.

Passend zum allgegenwärtigen Optimismus sorgte die Big Band des Von-Müller-Gymnasiums mit „I feel good“ von James Brown für einen beschwingten Abschluss der Veranstaltung.

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