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Kunst

Original-Travi für den Kindergarten

In St. Christophorus malten die Kleinen mit dem Künstler Apfelbäume. Das Jahresthema des Kindergartens lautet: „Mein Freund – der Baum“.
Von Bettina Griesbeck, MZ

  • Drei Generationen der Travi-Familie gestalteten ein Künstlerprojekt im katholischen Kindergarten St. Christophorus: „Nonno“ Angelo Travi malte zusammen mit den „Schlaufuchs“-Kindern kleine Apfelbäume. Fotos: Griesbeck
  • Großvater Travi lässt seinen Apfelbaum wachsen.
  • Die Kinder dürfen Künstler sein.

Reinhausen.Es war nicht nur ein kreativer Vormittag für die Kinder im katholischen Kindergarten St. Christophorus. Drei Generationen der Travi-Familie waren letzten Freitag zum Künstlerprojekt anwesend: Der kleine Gian-Luca und seine Freunde hatten großen Spaß mit dessen Mama Martina und seinem „Nonno“ Angelo. Auch der Papa Carlo sowie die „Nonna“ halfen im Hintergrund mit, als die Kinder den Apfelbaum näher unter die Lupe nahmen.

Jedes Jahr gibt es in St. Christophorus ein Thema, zu dem verschiedene Aktionen, Ausflüge und Gespräche unternommen werden. Für dieses Kindergartenjahr, das sich gerade dem Ende neigt, war es „Mein Freund – der Baum“. Die Kinder lernten viel über die Tiere des Waldes, die unterschiedlichen Baumarten, Traditionen rund um den Baum und Umweltschutz. Aber auch Kunst und Kultur sind eingebunden im Jahreskreis. Heike Fichtner, Leiterin des Kindergartens, freut sich, dass sich Eltern aktiv in die Themen mit einbinden. „Für die Kinder ist es einfach immer wieder etwas ganz anderes“, sagt Fichtner.

Eltern in Projekte integriert

Die Bärengruppe hat einen eigenen Baum gepflanzt. In der Gebetsecke des Hauses spitzt aus der Erde eines Blumentopfes bereits der Trieb aus einer Eichel, die von den Kindern bei einem Ausflug aus dem Wald mitgenommen wurde und nun gehegt und gepflegt wird. „Es gab auch Familienausflüge mit den Eltern und Kindern in den Wald oder einen Nachtspaziergang“, erzählt Fichtner über viele stattfindende Aktionen.

Nachdem sich die Gruppe der „Schlaufüchse“ in der Turnhalle des Kindergartens zusammengefunden hat, nimmt Martina Travi zur Einstimmung für das Künstlerprojekt ihres Schwiegervaters Angelo Travi den heimischen Apfelbaum näher unter die Lupe. Anhand einer bunten Diaschau können die Kinder Jahreszeiten erraten, die Tierwelt rund um den Baum kennenlernen und sehen, wie sich der Apfelbaum über das Jahr hinweg entwickelt. Aufmerksam verfolgen die Mädchen und Jungen die Geschichte, die Martina Travi ihnen zu den Bildern vorliest.

Die kleine Jasmin entdeckt auf einem Dia zwei Siebenschläfer: „Es ist Nacht auf dem Bild, weil die immer nur nachts oder sehr früh unterwegs sind.“ Auch Kenny errät die Jahreszeit Sommer, „weil das Obst noch nicht ganz reif ist und die Baby-Tiere schon da sind.“ Dass es Herbst ist, erkennen Martin und Julia, weil die Äpfel auf den Bildern bunt sind.

„Im Winter träumt der Apfelbaum von seinen Freunden“, sagt Louis und zeigt den ganzen Schnee auf den Ästen. Alle Kinder sprudeln vor Wissen und erzählen, was sie alles über die Bäume und den Wald in den letzten Monaten kennengelernt haben.

Der Höhepunkt des Vormittags ist allerdings das Malen mit dem Kunstmaler Angelo Travi. „Für euch ist das jetzt einfach der Nonno, wie für den Gian-Luca auch“, stellt ihn seine Schwiegertochter Martina Travi vor. Am Beispiel des Apfelbaumes erklärt Großvater Angelo den neugierigen Kindern aktiv die Farbenlehre durch Zeichnen. Bisher waren im Kindergarten immer nur Holzfarbstift- oder Wasserfarben-Bilder gemalt worden. Aber an diesem Tag sollen die Kinder wie ein richtiger Künstler mit Ölfarben auf kleine Leinwände pinseln.

Viele kleine Apfelbäume in Öl

Jedes Kind bekommt eine kleine Farbpalette mit den Grundfarben weiß, blau, rot und gelb. Sie lernen wie beispielsweise beim Malen die Blätter eines Baumes grün werden. „Ihr nehmt einfach gelb und blau und mischt das mit dem Pinsel“, erklärte Angelo Travi. Während er die ersten Blätter malt, verfolgen die Kinder gebannt, wie Großvater Travi seinen Baum wachsen läßt und dürfen sich nebenbei selbst ausprobieren. In kurzer Zeit entstehen auf diese Weise viele kleine Apfelbäumchen.

„Nonno“ Travi zeichnet zwischen den Kindern, die seine Pinselstriche aufmerksam verfolgen. Stück für Stück entsteht sein Apfelbaum: Wiese, Stamm, Äste, Äpfel, Blätter. Immer mit dabei: die Kinder, die eifrig Farben mischen und malen. „Es ist toll zu sehen, wie schnell die Kinder lernen und das Gelernte umsetzen“, sagt Fichtner. Am Ende des Projektvormittages signiert Travi noch sein Bild und schenkt es dem Kindergarten St. Christophorus. „Das Bild bekommt einen ganz besonderen Platz bei uns“, sagt Fichtner erfreut.

Das Kunstprojekt der Familie Travi ist ein voller Erfolg bei den „Schlaufuchs“-Kindern, die ab Herbst den Kindergarten gegen die Schulbank eintauschen werden. „Die kleinen Apfelbäumchen sind das letzte Bild, das sie im Kindergarten malen“, sagt Fichtner. Auch für Martina Travi, die sich als Mutter eines der Kindergartenkinder schon öfter in die Jahresthemen eingebracht hat, ist es das letzte Projekt dort, denn auch Gian-Luca besucht ab September die Schule. „Die Bilder sollen ein Andenken für die Kinder sein“, sagt Martina Travi.

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