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Gesundheit

OTH: Keime im Trinkwasser entdeckt

Die Regensburger Hochschule sperrt für die Desinfektion der Leitungen am Mittwoch und Donnerstag sanitäre Einrichtungen.
Von Annika Eder, MZ

An der OTH wurden die Studenten vor der Wasserentnahme gewarnt. In einzelnen Bereichen wurde eine Keimbelastung festgestellt. Foto: Guggenberger
An der OTH wurden die Studenten vor der Wasserentnahme gewarnt. In einzelnen Bereichen wurde eine Keimbelastung festgestellt. Foto: Guggenberger

Regensburg.Die Mail hatte Brisanz: Kanzler Peter Enders informierte die Studenten der Ostbayerischen Technischen Hochschule (OTH) Regensburg am Montagnachmittag darüber, dass in verschiedenen Gebäuden der Hochschule der Wasserkeim „Pseudomonas aeruginosa“ im Trinkwasser entdeckt worden war. Der Keim, der in Wald und Wiesen häufig in Erscheinung tritt, könne beim Einatmen in die Lunge gelangen und diese schädigen, erklärt der stellvertretende Sachgebietsleiter für Infektionsschutz und Hygiene, Dr. Hausmann vom Gesundheitsamt. Auch die OTH selbst weist in der Mail auf mögliche Folgen hin. So könnten „Mittelohrentzündungen und Wundinfektionen auf bereits bestehenden offenen Wunden“ als Beschwerden auftreten.

„Das hatte ich vorher noch nie“

Dass diese Folgen durchaus im Bereich des Möglichen sind, zeigt zumindest ein bisher von der OTH noch unbestätigter Fall. Eine Studentin litt im Winter vergangenen Jahres an einer immer wiederkehrenden Mittelohrentzündung. Die Studentin, die anonym bleiben möchte, erzählte unserer Zeitung, dass sie Ende Oktober durch eine Magen-Darm-Infektion ein sehr angeschlagenes Immunsystem hatte.

Auch in der Mail der OTH wird darauf hingewiesen, dass der Keim von „immungeschwächten Personen“ aufgenommen werden kann und er in einem solchen Fall als „kritisch“ zu betrachten sei. Wie aus der Mail jedoch herauszulesen ist, geht die Hochschule davon aus, dass man solche immungeschwächten Personen nur „in Krankenhäusern und Kindertageseinrichtungen“ antreffe.

In Teilbereichen der OTH ist das Wasser keimbelastet. Foto: Berg/dpa
In Teilbereichen der OTH ist das Wasser keimbelastet. Foto: Berg/dpa

Bis Montag konnte die 22-Jährige noch keinen Zusammenhang zwischen der Mittelohrentzündung und der OTH herstellen. „Ich hatte vorher nie Beschwerden dieser Art“, erzählte sie weiter. „Ich fülle jeden Tag meine Wasserflasche an den Wasserspendern auf, die die OTH zur Verfügung stellt. Dabei habe ich mir aber gar nichts gedacht.“

Eindeutig nachzuweisen sei der Ursprung ihrer Erkrankungen jetzt nicht mehr, deswegen wolle sie sich damit auch gar nicht an die Verwaltung wenden. Ob weitere solcher Fälle gemeldet werden, ist noch nicht abzusehen. Die zuständige Stelle an der OTH erwartet allerdings keine. Bei Routineuntersuchungen Ende November wurde an einem der Trinkwasserbrunnen im Hörsaalgebäude der Keim festgestellt.

Brunnen sofort gesperrt

Die Verwaltung leitete sofort weitere Maßnahmen ein. Der Brunnen wurde gesperrt und desinfiziert. Auch wurden zusätzliche Proben vom Trinkwassernetz entnommen. Wie lange der Keim schon im Trinkwasser war, kann nicht gesagt werden. Die Kontrollen werden „gemäß Trinkwasserverordnung jährlich routinemäßig“ durchgeführt, lässt die Stabsstelle Hochschulkommunikation und Öffentlichkeitsarbeit verlauten. Für die Studenten wird eine Ansprechpartnerin gestellt, an die sie sich im Falle vorliegender Erkrankungen wenden können. Dann werde man der Sache natürlich nachgehen. Um die Sicherheit der Studenten bei der Reinigung zu gewähren, sind die betroffenen sanitären Anlagen gekennzeichnet.
Die Desinfektion und Reinigung der Leitungen durch die Carela-Group werden voraussichtlich ab diesen Mittwoch bis Donnerstag dauern. In dieser Zeit sollen die Studierenden „auf die sanitären Einrichtungen der benachbarten Gebäude“ ausweichen.

Der Wasserkeim Pseudomonas Aeruginosa

  • Der Pseudomonas aeruginosa

    ist ein Boden- und Wasserkeim. In feuchten Milieus, wie Oberflächengewässern oder Waldregionen ist er häufig anzutreffen.

  • Bei Bauarbeiten

    und Neubauten kann er sich in die Trinkwasserleitungen einschleichen. In den Leitungen kann er für die Gesundheit der Menschen gefährlich werden.

  • An der OTH Regensburg

    wurde der Keim in der Galgenbergstraße, dem Neubau der Fakultät Informatik und Mathematik, der Fakultät Maschinenbau und auch im Hörsaalgebäude am Forum entdeckt.

  • Das Trinkwassernetz

    muss nun gereinigt und desinfiziert werden. Das übernimmt die Carela-Group.

  • Während der Reinigung

    dürfen die sanitären Einrichtungen in den genannten Gebäuden nicht genutzt werden.

  • Die Wasserqualität

    des Trinkwassers wird von der Rewag ständig kontrolliert. Das Wasser wird also sauber in das Leitungssystem eingespeist. Eine Gefährdung besteht nur für die betroffenen Wasserleitungen.

  • Die Arbeiten

    werden von Mittwoch 11 Uhr bis voraussichtlich Donnerstag 14 Uhr dauern. In dieser Zeit werden die Studierenden gebeten, „auf die sanitären Einrichtungen der benachbarten Gebäude“ auszuweichen.

  • Nach der Reinigung

    ist das Wasser sauber und wieder unbedenklich zu konsumieren.


Die Desinfektion und Reinigung der Leitungen durch Carela-Group werden voraussichtlich von Mittwoch bis Donnerstag dauern. In dieser Zeit sollen die Studierenden „auf die sanitären Einrichtungen der benachbarten Gebäude“ ausweichen.

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