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Bildung

OTH wächst auf dem Campus zusammen

Letzte Regensburger Einrichtungen sollen von der Prüfeninger Straße an den Galgenberg umziehen. Kosten: über 41 Millionen.
Von Claudia Böken, MZ

  • An der Seybothstraße entsteht in den nächsten Jahren das neue Verwaltungsgebäude der OTH.Foto: Tino Lex

Regensburg.Das Ziel heißt 2019. Wenn alles reibungslos läuft und auch die Gelder vom Freistaat fließen, könnte die Ostbayerische Technische Hochschule Regensburg (OTH) zum Wintersemester 2019/20 endlich komplett auf dem Hochschulcampus am Galgenberg versammelt sein. Die neuen Fakultätsgebäude für Mathematik und Informatik, deren Rohbau noch heuer fertig werden soll, sind auf knapp 28 Millionen Euro veranschlagt. Das Haus der Technik, dessen Richtfest im September gefeiert wurde, dürfte 33,7 Millionen kosten.

Heute soll der Stadtplanungsausschuss grünes Licht für eine Bebauungsplan-Änderung geben. Durch eine Nachverdichtung wird auf dem Campus auch noch Platz für ein repräsentatives Verwaltungsgebäude an der Seybothstraße und einen fünfgeschossigen Neubau für die Architektur-Fakultät an der Ecke Galgenbergstraße geschaffen. Beide sind bisher noch an der Prüfeninger Straße untergebracht. Für Neubau und Umzug – den letzten Schritt zur Komplettierung der OTH auf einem Campus – sind 41,23 Millionen Euro vorgesehen, wie Baudirektor Karl Stock, zuständig für den Hochschulbau, erläuterte.

Es wird fleißig gebaut

Der Bebauungsplan „Hochschule für angewandte Wissenschaften – Seybothstraße“ für das Gebiet zwischen der Galgenbergstraße und der Universitätsstraße, südlich der Hochbehälter und des Oberen katholischen Friedhofs und nördlich des Universitätsgeländes wurde bereits vor zwei Jahren aufgestellt. Derzeit entsteht der Neubau Informatik/Mathematik im südöstlichen Teil sowie der Neubau des Hauses der Technik im nordöstlichen Teil. Wie Planungsreferentin Christine Schimpfermann erläuterte, hätten die aktuellen Planungen zur Erweiterung der OTH gezeigt, dass es schon jetzt Erweiterungsbedarf gibt.

Denn inzwischen ist die Verlagerung der Verwaltung und der Architektur-Fakultät aus der Prüfeninger Straße beschlossene Sache: Das Staatsministerium für Bildung und Kultus, Wissenschaft und Kunst genehmigte mit Zustimmung des Staatsministeriums der Finanzen, für Landesentwicklung und Heimat sowie der Obersten Baubehörde im Staatsministerium des Innern vor einem Jahr für diese „Restverlagerung“ des Standortes Prüfeninger Straße.

Vor Ort erwies sich das als schwieriger als gedacht: Würden die beiden noch freien Grundstücke im Südwesten mit den Funktionsbereichen „Verwaltung“ und „Architektur“ – wie ursprünglich geplant – bebaut, blieben für künftige Erweiterungen der Technischen Hochschule mit Forschungsgebäuden nur zwei Restflächen übrig. Eine Fläche wäre ein Baufeld südlich des Maschinenbaugebäudes, die andere Fläche wäre im Norden des bestehenden Seminargebäudes an der Seybothstraße, so Planungsreferentin Christine Schimpfermann.

Aufwertung für Seybothstraße

Da der Bedarf nach neuen Forschungseinrichtungen jedoch aufgrund des rasanten Wachstums der Ostbayerischen Technischen Hochschule (OTH) absehbar ist, hat das Staatliche Bauamt gemeinsam mit der Hochschule ein neues Entwicklungskonzept erarbeitet. Zur Umsetzung ist die Aufstellung eines neuen Bebauungsplans notwendig. Die Campusspange bleibt übrigens von der Bebauungsplanänderung unberührt, wie die Planungsreferentin erklärte.

Das neue Konzept sieht so aus: Die Verwaltung wird von der Prüfeninger Straße in den nordwestlichen Bereich des Hochschulcampus an der Seybothstraße verlagert. Damit soll der Haupteingang zur OTH gestärkt und der Standort Seybothstraße aufgewertet werden. Darüber hinaus kann durch diese Platzierung die Verwaltung besser an die innere Haupterschließungsachse der Hochschule angebunden werden, finden die Planer. Da das vorhandene Grundstück zur Unterbringung des Raumprogramms für die Verwaltung nicht ausreicht, wird die Baugrenze ausgeweitet. Der Neubau kann dadurch so platziert werden, dass ein Zugangshof vor dem Haupteingang der Hochschule entsteht. Die Anzahl der Geschosse wird von zwei auf fünf erhöht und damit der Höhe der vorhandenen Gebäude angepasst. Der Entwurf des Verwaltungsgebäudes ist übrigens eine Eigenplanung des Staatlichen Baumts.

Architekten wollten Wettbewerb

Die neue Architektur-Fakultät soll an der Ecke Galgenbergstraße entstehen. Schon im Vorfeld hat es dazu Ärger gegeben. Nicht die Örtlichkeit ist das Ärgernis für die Architekten, sondern die Ausschreibung, die das Staatliche Bauamt im vergangenen Jahr auf den Weg brachte: Statt eines Architektur-Wettbewerbs wurde ein sogenanntes „Verhandlungsverfahren“ gewählt, das momentan noch läuft. Von Fachleuten war deshalb befürchtet worden, dass dieses Verfahren gerade in einem Gebäude für angehende Architekten zu wenig Wert auf die Optik lege. Kritisiert wurde auch, dass die Entwürfe nicht von einem Preisgericht bewertet werden.

Heute bringt der Stadtplanungsausschuss den geänderten Flächennutzungsplan auf den Weg, von einem Spatenstich ist der Neubau aber noch weit entfernt. Vorbehaltlich der weiteren Finanzierungszusagen und baurechtlicher sowie haushaltsrechtlicher Genehmigungsverfahren könnte der Spatenstich Anfang 2017 stattfinden, schätzt Baudirektor Stock. Ein Umzug auf den Campus käme im Wintersemester 2019/20 in Frage, wenn alles gut gehe. Die Gesamtkosten für die beiden Gebäude und den Umzug werden auf 41,23 Millionen Euro geschätzt. Was danach mit den Grundstücken an der Prüfeninger Straße geschieht, die dem Freistaat gehören, ist noch offen.

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