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Glaube

Papstzentrum: CSU fordert Gemeinsinn ein

Der Kreisverband Regensburg will an die Begeisterung von 2006 anknüpfen und plädiert für ein Doku-Zentrum.

Begeistert jubelten die Menschen Papst Benedikt XVI. bei seinem Besuch in Regensburg zu.
Begeistert jubelten die Menschen Papst Benedikt XVI. bei seinem Besuch in Regensburg zu. Foto: Gruber

Regensburg.Mit einem Appell an „Gemeinsinn und Geschichtsbewusstsein“ macht sich die CSU Regensburg für die Errichtung eines Papstdokumentationszentrums stark. In einer Pressemitteilung des Kreisverbandes heißt es, man wolle auch an die Begeisterung von 2006 anknüpfen. Im September 2016 jährt sich der Besuch Papst Benedikts XVI. zum zehnten Mal. Bereits in einem Antrag von 18. April 2016 fordert die CSU, die Installation einer Dokumentation über den Papstbesuch in einem dafür geeigneten Gebäude in der Altstadt.

„Mittels Informationsflächen und Touchscreen-gesteuerten Bildschirmen soll die Erinnerung an dieses Jahrtausendereignis wach gehalten, erfahrbar gemacht und damit eine Lücke in der Kommunikation und Darstellung eines für die Geschichte der Stadt außerordentlich bedeutenden Ereignisses geschlossen werden“, so die CSU-Stadträte Dr. Armin Gugau und Michael Lehner.

„Solidarisch zusammenrücken“

Die CSU appelliert „an alle Verantwortlichen in Stadt und Stadtgesellschaft, solidarisch zusammenzurücken und gemeinsam über alle Partei- und Glaubensgrenzen hinweg“ den Papstbesuch noch rechtzeitig zum 10. Jahrestag würdig zu dokumentieren. „Wir möchten damit auch an die Begeisterung von 2006 anknüpfen und gemeinsam mit der ganzen Stadtgesellschaft etwas für Regensburg bewegen“, sagen Dr. Armin Gugau, Hans Renter und Dagmar Schmidl.

Die CSU sei zuversichtlich, dass es der Stadt bis zum Jubiläumstag möglich sei, eine würdige und gehaltvolle Dokumentation umzusetzen. „Innerhalb kürzester Zeit haben die Stadt und ihre Bürger in einem Akt beispielhafter und bewundernswerter Solidarität schließlich auch die Herausforderungen der Flüchtlingskrise bewältigt. Angesichts dieser beeindruckenden Leistungsstärke dürfte doch auch die zeitnahe Realisierung eines solchen Dokumentationszentrums kein Problem sein“, zeigt sich CSU-Kreisvorsitzender Dr. Franz Rieger optimistisch.

„Wir sollten jetzt nicht mehr lange diskutieren, sondern das Projekt gemeinsam und über alle politischen und ideologischen Grenzen hinweg anpacken.“

Dr. Franz Rieger

Rieger wertet es auch als wichtiges Signal zur richtigen Zeit, dass das Museum der Bayerischen Geschichte angekündigt habe, mit seiner Eröffnung in zwei Jahren den Papstbesuch umfassend zu thematisieren. „Im Augenblick haben wir in Regensburg nichts, was dieses außerordentlich bedeutende historische Ereignis unserer Stadtgeschichte einem breiten Publikum umfassend näherzubringen vermag.“ Dies sei für eine so geschichtsbewusste Stadt wie Regensburg „eigentlich beschämend“. Mit einer „überschaubaren gemeinsamen Anstrengung“ sei diese Aufgabe noch rechtzeitig zum Jahrestag zu lösen. „Wir sollten jetzt nicht mehr lange diskutieren, sondern das Projekt gemeinsam und über alle politischen und ideologischen Grenzen hinweg anpacken“, betont Dr. Rieger. Es gehe hier weniger um eine Art Glaubensbekenntnis als vielmehr auch um gelebtes Geschichtsbewusstsein, betont Rieger.

Kommentar

Stadt würde profitieren

Warum um Gottes Willen tut sich diese Stadt nur so schwer mit der Erinnerung an eines der großartigsten Ereignisse, das Regensburg je erlebt hat? Die Bürger...

Auch nach Ansicht der beiden CSU-Bundestagsabgeordneten Dr. Astrid Freudenstein und Philipp Graf von und zu Lerchenfeld sollte die Ankündigung des Museums der Bayerischen Geschichte als Chance begriffen werden. So könne man ohne großen Aufwand für eine entsprechende Abteilung rechtzeitig zum Jahrestag die Grundlagen und zugleich einen würdigen Ort der Information und des Erinnerns schaffen. „Zumal mit der originalen Papstsakristei von 2006 ein einzigartiges Exponat zur Verfügung stünde, das auch als provisorisches Gebäude für eine Dokumentation denkbar sei“, so die beiden Bundestagsabgeordneten.

Auch die Kirche beteiligt sich

Auch die katholische Kirche zeigt sich offen für eine Gedenkstätte (wir berichteten). „Die Diözese würde sich einem Dokumentationszentrum nicht verschließen“, hatte Pressesprecher Clemens Neck betont. Und: „Wir würden uns auch inhaltlich beteiligen.“ Auch unser Medienhaus würde viel Material zum Papstbesuch für ein Dokumentationszentrum beisteuern. Die Geschäftsführung des Mittelbayerischen Verlags stellt dazu gern die komplett digital vorhandene Berichterstattung zur Verfügung. Das Museum der Bayerischen Geschichte will sich dem Ereignis auf jeden Fall widmen, wie Richard Loibl, Direktor des Hauses der Bayerischen Geschichte, erklärte hatte. Loibl schätzt den Papstbesuch als einmalig ein: Das werde es vielleicht nie mehr geben, dass ein bayerischer Papst zu Besuch in Regensburg ist.

Der Papstbesuch

  • Das Großereignis:

    Papst Benedikt XVI. hatte Regensburg vom 11. bis 14. September besucht. Die Stadt war damals drei Tage lang im Ausnahmezustand.

  • Die Messe:

    Eine Viertelmillion Gläubige feierte auf dem Islinger Feld unter freiem Himmel die Papst-Messe, den Höhepunkt des Besuchs.

Lesen Sie mehr zum Thema:

Das Museum der Bayerischen Geschichte richtet eine Ausstellung zum Papst-Besuch ein. Wie die Stadt daran erinnert, ist offen.

CSU-Stadtrat Armin Gugau und Stadtratskollegen Michael Lehner besuchten vor kurzem das Pilgerzentrum in der thüringischen Gemeinde Steinbach, das in Gedenken an den Besuch von Papst Benedikt XVI. errichtet wurde. Sie waren begeister von dieser Lösung.

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