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Freizeit

Parkour: Hier wird die Stadt zum Sportplatz

Der Trendsport findet auch in Regensburg immer mehr Anhänger. Der Verein setzt auf zielgerichtetes Training und den Ausbau der Jugendarbeit.
Von Sebastian Bäumler, MZ

Gewagte Sprünge gehören zum Trendsport Parkour dazu. Fotos: Bäumler

Regensburg.40 Kinder, Jugendliche und Erwachsene bringen jeden Mittwoch die Halle des Von-Müller-Gymnasiums zum Beben. Von 19 bis 22 Uhr steht Parkour auf dem Programm. Um sich auf die Stadt als eigentlichen Trainingsort vorzubereiten, nutzen die Vereinsmitglieder die Matten, Stangen, Barren, Kletteranlagen, und üben für anstehende Auftritte, Workshops oder einfach aus Spaß an der Bewegung. „Uns ist besonders die Gemeinschaft wichtig. Parkour bringt Menschen jeden Alters näher zusammen und lässt alle Spaß an der gemeinsamen Bewegung haben“, erklärt Max Rieder, der Vorsitzende des Vereins Parkour Regensburg. 2008 schlossen sich zunächst nur ein paar Freunde zusammen, um im privaten Rahmen der Sportart nachzugehen. Da das Interesse aber stetig stieg, wurde schließlich 2013 ein Verein gegründet.

Auf Risiken wird hingewiesen

„Viele Jugendliche stoßen im Internet auf Parkour und wollen die auf Youtube gesehenen Tricks selbst in die Tat umsetzen. Unser Verein will die Kinder dabei unterstützend an die Hand nehmen und auch auf die Gefahren und Risiken des Sports aufmerksam machen. Unter fachkundiger Anleitung können unsere Mitglieder die Sprünge, Rollen und Kletteraktionen lernen und in einer geschützten Umgebung ausprobieren“, sagt Rieder.

Jaden, der jüngste Teilnehmer des Trainings, ist mit seiner Mutter gekommen. Der Neunjährige erzählt: „Ich war jetzt schon zum dritten Mal hier. Mir gefällt es hier total.“

Die Vereinsmitglieder sind auch regelmäßig auf Veranstaltungen unterwegs und präsentieren hier ihre Sportart. Seit diesem Jahr gehört dem Verein auch ein mobiler Hindernisparkour, der bereits mehrmals zum Einsatz kam. Zum Beispiel im September beim Herbstfest im Jugendzentrum Königswiesen, beim Verbandsfest des Stadtjugendrings am Neupfarrplatz und beim Nachbarschaftsfest in der Grünewaldstraße. „Der Zuspruch der Leute war sehr groß. Viele haben sich genauer informiert“, erklärt Rieder.

In naher Zukunft sind neben Auftritten auf Veranstaltungen auch Workshops, etwa in Schulen, und die Gestaltung von Kindergeburtstagen geplant. Das Angebot reicht dabei von einer Showvorführung der Mitglieder über Coachings angehender Freizeitsportler bis hin zu Trainingsangeboten für die gesamte Bevölkerung. „Jeder, der Spaß an Bewegung hat, kann bei uns mitmachen. Egal ob Anfänger, Fortgeschrittener oder Profi“, erklärt Übungsleiterin Ella.

Die weit verbreitete Angst vor Verletzungen sei großteils unbegründet, erklärt Max Rieder: „Natürlich ist jeder Sport mit gewissen Risiken verbunden, aber in unserer zweijährigen Vereinsarbeit kam es noch nie zu ernsthaften Verletzungen. Die Prävention ist uns ein besonderes Anliegen.“

Der Verein bietet Interessierten auch die Möglichkeit, im Rahmen des Dachverbands Free Arts of Movement kostenlos an der Ausbildung zum Übungsleiter teilzunehmen. „Neben mir und Ella sind derzeit noch drei Kandidaten daran interessiert, diese Ausbildung zu absolvieren – wir freuen uns aber über jeden, der daran Interesse zeigt“, sagt Rieder.

Parkourpark in Planung

In Zusammenarbeit mit Spot e.V. plant der Verein den Bau eines Parkourparks und einer Trendsporthalle. Die Planungen für den Parkourpark seien bereits weit fortgeschritten, sagt Rieder. Nötig seien die neuen Orte, da der Platz in der Turnhalle des Von-Müller-Gymnasiums eng begrenzt ist. „Wenn unser Verein noch größer wird, stoßen wir hier an eine Kapazitätsgrenze“, erklärt Rieder. Auch die Möglichkeiten im Bereich der Stadt seien sehr begrenzt. Die Universität, die sich aufgrund ihrer Betonarchitektur als besonders geeignet für den Parkoursport erweisen würde, hat Anfang des Jahres ein Verbot erlassen. Seitdem dürfen die Vereinsmitglieder dort nicht mehr ihrer Sportart nachgehen. Auch in der Innenstadt sind die Sportler meist ungern gesehen – von Anwohnern wie von Vertretern der Stadt.

Der Antrag für den Bau liegt bereits beim Gartenbauamt. Beim Flüchtlingsfestauftritt der Sportler sicherte Oberbürgermeister Joachim Wolbergs Rieder zudem die Übernahme der Kosten für die Trendsporthalle in Höhe von etwa 1,6 Millionen Euro durch die Stadt zu. Die Planungen dafür seien allerdings noch nicht gänzlich abgeschlossen – aktuell sei die Stadt auf der Suche nach einer geeigneten Immobilie, so Rieder.

Wer Parkour live erleben möchte, hat dazu am Samstag Gelegenheit – im Rahmen des Popkulturfestivals zeigt die Gruppe von 12 bis 18 Uhr im Albrecht-Altdorfer-Gymnasium die Bewegungskunst und bietet Neulingen die Möglichkeit, einzelne Techniken zu erproben.

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