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Inklusion

Persönliche Assistenz bedeutet Freiheit

Ein Mitarbeiter-Team hilft Behinderten, selbstbestimmt zu leben. Sag‘s-einfach-Reporter erzählen davon – in Leichter Sprache.

  • Der Persönliche Assistent hilft bei allen Dingen im Alltag. Der Behinderte und sein Assistent müssen sich gut verstehen. Foto: dpa-Archiv
  • Ulrike Märzhäuser (rechts) und Stefanie Bergmann erzählen. Foto: altrofoto.de

Regensburg. Manche Behinderte leben in einem Heim.

Andere Behinderte leben in ihrer eigenen Wohnung.

Das ist auch für schwerbehinderte Menschen möglich.

Dafür gibt es Personen, die den Behinderten helfen – bei allen Dingen, die der Behinderte selbst nicht machen kann.

Das schwere Wort dafür ist: „Persönlicher Assistent“.

Der Persönliche Assistent hilft zum Beispiel beim:

Duschen

Anziehen

Kochen

Putzen

Wäschewaschen

Ein Persönlicher Assistent ist bei der Arbeit dabei.

Oder auch in der Freizeit.

Der Persönliche Assistent wird für die Arbeit bezahlt.

Man braucht keine besondere Ausbildung dafür.

Jeder Behinderte kann selbst bestimmen, wo und wann er Hilfe braucht.

Oder auch, wer der Persönliche Assistent ist. Und wo er den Assistenten dabeihaben will.

Jeder Behinderte kann seinen Alltag selbst gestalten!

Man kann zum Beispiel selbst bestimmen, wann man aufstehen will. Oder was man kochen und essen will. Man kann so seine Ziele und Hobbys verwirklichen.

Durch die Beziehung zwischen dem Behinderten und dem Assistenten werden schöne Momente und Erinnerungen möglich.

Dabei ist es wichtig, dass sich der Assistent und der Behinderte gut verstehen!

Die Assistenz wird von einem Kosten-Träger bezahlt.

Das kann eine Versicherung sein. Oder eine andere staatliche Stelle, zum Beispiel die Sozialhilfe.

Man muss die Kosten beantragen.

Beantragen heißt, dass man vorher fragen muss, ob die Kosten bezahlt werden.

In Regensburg gibt es drei Anbieter für Persönliche Assistenten:

ISB der Diakonie (Individuelle Schwerstbehindertenbetreuung)

Phönix e.V. (Verein und Pflegedienst)

ALB e.V. (Verein „Aktives Leben für Menschen mit Behinderung“, anerkannter Pflegedienst)

Fragen an zwei Rollstuhl-Fahrerinnen

Angelika Frey, die das Team der Sags-einfach-Reporter im Auftrag der KJF betreut, sprach mitElike Märzhäuser und Stefanie Bergmann, zwei Rollstuhlfahrerinnen.

Wie lang habt ihr schon Persönliche Assistenten?

Stefanie Bergmann: seit 2010

Ulrike Märzhäuser: seit 2008

Beide: Seit wir in einer eigenen Wohnung leben

Wie war es am Anfang für euch mit der Assistenz?

Stefanie: Der große Vorteil ist, dass man sein Leben selber gestalten kann. Schwierig kann sein, dass man oft ein sehr privates Verhältnis hat.

Ulrike: Man kommt sich körperlich sehr nahe. Das ist am Anfang ungewohnt.

Ist es euch schon passiert, dass ihr mit einem Assistenten oder einer Assistentin nicht zurechtgekommen seid?

Beide: Das kommt vor, ist aber selten. Dann muss man sich wieder trennen.

Stefanie: Das kann vorkommen, wenn man sich nicht rechtzeitig traut, zu sagen, dass etwas nicht passt.

Ulrike: Zum Beispiel bei Unzuverlässigkeit oder wenn die Assistenten oft sichtbar gelangweilt oder genervt sind.

Wie viele Assistenten habt ihr?

Stefanie: Ich habe fünf Assistenten.

Ulrike: Bei mir arbeiten momentan zehn Leute, aber viele auf geringfügiger Basis.

Und wer arbeitet so als Assistent bei euch?

Beide: Vor allem Teilzeitkräfte

Ulrike: Ich finde es gut, weil man mit verschiedenen Menschen zu tun hat.

Habt ihr lieber Männer oder Frauen als Assistenten?

Stefanie: Mir ist das egal, aber nur Frauen oder Männer wäre langweilig. Bei den Assistenzdiensten kann man solche Wünsche äußern.

Ulrike: Mehr als zwei bis drei Männer im Team sollten es bei mir nicht werden. Aber nur Frauen wären auch langweilig. Männer tun sich oft leichter beim Heben. Zum Klamotteneinkaufen gehe ich lieber mit Frauen.

Und wenn ihr in Urlaub fahrt?

Ulrike: Da fährt dann nur einer mit, zwei wären zu teuer.

Und wenn mal jemand krank ist?

Stefanie: Unser Assistenzdienst ist dafür verantwortlich, dass wir immer jemanden haben.

Weitere Infos zum Thema: www.einfach-teilhaben.de

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