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Kultur

Petition für die Staatliche Bibliothek

Im Foyer dürfen seit Monaten keine Ausstellungen stattfinden. Der Grund: Brandschutz. Dagegen wehrt sich nun ein Verein.
Von Andreas Maciejewski

Die Staatliche Bibliothek in Regensburg muss seit Monaten auf öffentlichkeitswirksame Veranstaltungen verzichten. Foto: Maciejewski
Die Staatliche Bibliothek in Regensburg muss seit Monaten auf öffentlichkeitswirksame Veranstaltungen verzichten. Foto: Maciejewski

Regensburg.Diese Nachricht sorgte vergangenes Jahr in Regensburger Kulturkreisen für Aufregung. In der Staatlichen Bibliothek in der Gesandtenstraße dürfen keine Ausstellungen mehr stattfinden. Grund: Das Staatliche Bauamt bemängelt den Brandschutz in den Räumen. Die zwei Flure sind inzwischen leergeräumt, doch ein Konzept, wie und ob sie künftig wieder genutzt werden können, besteht noch immer nicht.

Deswegen hat der Historische Verein für Oberpfalz und Regensburg eine Online-Petition ins Leben gerufen. Folgendes ist darin formuliert: „Wir fordern die zuständigen Entscheidungsträger auf, ein umfassendes Brandschutz- und damit einhergehend ein zukunftsfähiges Nutzungskonzept für die Staatliche Bibliothek Regensburg erarbeiten zu lassen und dieses zeitnah umzusetzen.“ Das Gebäude brauche eine „grundsätzliche Betrachtung“, so die Forderung.

Petition will 2000 Unterstützer

Die Petition wurde am 6. Februar auf openpetition.de gestartet. Unterstützer haben nun rund zwei Monate Zeit, das Vorhaben zu unterzeichnen. Stand Donnerstagnachmittag gegen 15 Uhr haben 194 Menschen unterschrieben, 2000 Unterstützer sind anvisiert.

Die Zahl 2000 sei zwar willkürlich gewählt, sagt der 1. Vorsitzende des Historischen Vereins für Oberpfalz und Regensburg, Dr. Thomas Feuerer, damit wolle man aber ein Zeichen setzen. Die Petition soll Aufmerksamkeit generieren und bei Erreichen der Stimmen dem zuständigen Ministerium weitergeleitet werden.

Die Staatliche Bibliothek ist Feuerer zufolge ein „kultureller Hotspot“, der durch das Verbot von Ausstellungen abgewertet werde. Öffentlichkeitswirksame Veranstaltungen, die solch eine historische Institution benötige, würden dadurch ausbleiben.

Feuerer stört sich daran, dass das Brandschutz-Problem nun schon seit Längerem bekannt ist. Es passiere aber nichts, um es zu lösen, sagt er: „Ein paar Vitrinen rauszustellen, kaschiert das Problem doch nur.“

Bibliotheksleiter begrüßt Petition

Der Leiter der Staatlichen Bibliothek, Dr. Bernhard Lübbers, gehört nicht zu den Initiatoren der Petition. Als Teil einer staatlichen Behörde könne er auch keine ins Leben rufen. Lübbers begrüßt die Petition aber: „Die zwei Räume sind leer.“ Auch er wünsche sich, dass sich die Situation hier wieder ändert.

Ausgangspunkt der Online-Petition war eine Unterschriftensammelaktion des Kunsthistorik-Professors Dr. Hans-Christoph Dittscheid. Im Dezember 2019 sammelte er analog unter dem Titel „Kultur- oder Brandschutz?“ 115 Unterschriften, welche die Foyers der Staatlichen Bibliothek weiterhin als Ausstellungsflächen sehen wollen.

Die Online-Petition ist einsehbar unter: https://www.openpetition.de/petition/online/staatliche-bibliothek-regensburg-kultur-braucht-maximalen-brand-schutz

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