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Sport

Piranhas sind „Deutscher Meister“

Das Team holte zum siebten Mal den alternativen Fußballtitel. 2017 werden über 30 Mannschaften in Regensburg antreten.

Toll gespielt: Das Regensburger Fußballteam Piranhas gewann die „Deutsche Alternative Meisterschaft (DAM)“. Foto: Piranhas

Regensburg.„Wir wollen nach Regensburg“ skandierte das voll besetzte Festzelt bei der Siegerehrung der „Deutschen Alternativen Meisterschaft (DAM)“ am Pfingstsonntag in Bremen und das nicht ohne Grund. Die Regensburger Piranhas haben sich bei dem Fußball-Turnier der etwas anderen Teams der Republik den Titel zurückgeholt. Und dem ungeschriebenen Gesetz zufolge, nach dem der Sieger das Turnier ausrichtet, stellte Thomas Muggenthaler von den Piranhas denn auch klar: „Wir machen das!“

Am Pfingstwochenende ermitteln die etwas anderen Teams der Republik in jedem Jahr ihren Meister. Heuer wurde das Turnier „am Kuhhirten“, einer grünen Oase der Hansestadt, in der Sportanlage Stadtwerder, unweit vom Bremer Weserstadion, ausgetragen. Eigentlich hätte das Turnier in Hamburg stattfinden sollen. Aber die Organisatoren von „Rote Beete“ scheiterten an der Hamburger Bürokratie, mieteten kurzerhand das bewährte Areal in Bremen und zogen dort das Turnier durch. 32 Teams aus ganz Deutschland waren angereist. Neben Traditionsmannschaften wie „Dynamo Windrad Kassel“ waren Neulinge am Start wie „Ohh ahh Cantona“ aus Bielefeld, benannt nach dem einstigen Anfeuerungsruf der Fans von Manchester United für den exzentrischen französischen Stürmer Eric Cantona. Nach Jahren der Abstinenz tröstet der siebte Sieg bei der Deutschen Meisterschaft die Piranhas über bittere Niederlagen der letzten Jahre hinweg.

Ein Kölner hielt den Kasten sauber

Ohne Torwart angereist, halfen die Freunde von „Betong-Union“ Köln den Regensburgern aus. Die nominelle Nummer 1 der Kölner, Ansgar Streitenberger, wegen einem nicht abzusprechenden Drang zur Selbstdarstellung in der „Stadionzeitung“ zum schönsten Torhüter der Welt gekürt, trat nach dem ersten Spiel die Aufgabe an seinen jüngeren Kollegen, den 16-jährigen Ben ab. Und wie bei Real Madrids „La Septima“, dem siebten Sieg Reals in der Champions League, als mit Bodo Illgner ein Kölner im Kasten stand, war somit bei „La Septima“ der Piranhas ein Kölner der Garant des Erfolgs. Ben hielt nervenstark den Kasten sauber.

Nach einer durch vielen Baustellen und einigen Wolkenbrüchen in die Länge gezogenen stundenlangen Anreise trotzten die Piranhas auch an den beiden Spieltagen Wind und Wetter des Nordens. In der Gruppenphase setzten sich die Regensburger jeweils 1:0 gegen „Grashoppers Osnabrück“ und gegen „SEK macht Durchzug“ aus Freiburg durch, und trennten sich von „Roter Stern Bremen“ 0:0. Der Gruppensieg war perfekt. Im Achtelfinale trafen die Regensburger dann ausnahmsweise dreimal. 3:0 schlugen sie die „Die glorreichen Sieben“ aus Hamburg, die mit St. Pauli Traditionstrikots angereist waren.

Am Sonntag Früh stand im Viertelfinale zunächst eine Revanche gegen die „Knallgas Strikers“ aus Aachen an. Zur selben Uhrzeit am selben Ort zogen die Piranhas nämlich 2015 gegen die konterstarken „Strikers“ den Kürzeren. Dieses Mal behielten sie nach einem 0:0 im Elfmeterschießen allerdings die Oberhand. Im Halbfinale wartete mit „Rote Hosen Ostberlin“ ein Traditionsteams, das allerdings deutlich jünger besetzt war als in den letzten Jahren. Doch die Minimalisten aus Bayern siegten wieder einmal 1:0.

Fast wie immer bei großen Turnieren wurde auch dieses Mal „Fußballgeschichte“ geschrieben. Das hart umkämpfte Finale gegen „Partysahne Kassel“ entschied Udo Watter in der letzten Minute der Verlängerung mit seinem Treffer zum 1:0. Der gebürtige Regensburger, heute Journalist bei der „Süddeutschen Zeitung“, präsentierte sich reaktionsschnell. Im Liegen schlenzte er einen vom gegnerischen Torwart abgewehrten Ball im zweiten Versuch über den Keeper hinweg zum umjubelten Siegtreffer. Exakt auf dem gleichen Platz, auf dem das Finale ausgetragen wurde, erzielte Udo Watter vor 17 Jahren den Siegtreffer, als die Piranhas gegen Vibrator Moskovskaja Bremen 1999 zum ersten Mal den Titel des „Deutschen Alternativen Fußball Meisters“ nach Regensburg holten. Und die Flanke zum Siegtor kam wie vor 17 Jahren von Piranha-Urgestein Bernhard Frimberger.

Die Pokale werden recycelt

Nach der Feier wartet auf die Sieger harte Arbeit, um das Turnier im nächsten Jahr auf die Beine zu stellen. „Die Zusammenarbeit mit der Stadt und dem Freien TuS hat immer super geklappt, solche Problem wie in Hamburg sind bei uns unvorstellbar“, sagt Thomas Muggenthaler. Und das „Freie Fußball Kollektiv Piranhas“ kann sich auf die Hilfe andere Regensburger Teams zählen. „Die sind schon heiß und freuen sich“, sagt Muggenthaler. Als erstes werden die Organisatoren beim Freien TuS alte Pokale sichten. Nach der Renovierung der Gaststätte werden die Pokale nicht mehr gebraucht und die Alternativen nehmen sie gern, um sie recycelt wiederzuverwenden.

Die rote Laterne übergeben

  • Traktor Bukowski:

    Auch die zweite Regensburger Mannschaft „Traktor Bukowski“ stand in ihrer letzten Begegnung einem Team aus Kassel gegenüber.

  • Erfolg:

    Im Spiel um Platz 31 gelang es den Traktoren „f 2 versenkt“ wirklich zu versenken und die Rote Laterne den Kasslern zu überlassen.

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