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Show

Poesie mit Licht und Schatten

Prashant Rao erzählt in der Traumfabrik, wie einst sein Vater, Geschichten ohne Worte. Er braucht dazu nur seine Hände.
Von Angelika Lukesch

Prashant Rao ist ein weltbekannter indischer Handschattenkünstler. Er zeigt seine Künste in der Traumfabrik  Foto: Prashant Rao
Prashant Rao ist ein weltbekannter indischer Handschattenkünstler. Er zeigt seine Künste in der Traumfabrik Foto: Prashant Rao

Regensburg.Es war einmal vor 36 Jahren. Da lebte ein Mann, der konnte Geschichten und Märchen erzählen wie kein anderer. Er spielte mit Licht und Schatten und seine Hände wurden zu Gestalten.

Die Menschen scharten sich um ihn, denn seine Kunst war einmalig in der Welt. Der Mann hieß Prasanna Rao. Eines Tages besucht er in München die Traumfabrik.

Kreativität

Vom Spirit der Regensburger Traumfabrik

Viele Menschen probierten an den Traumfabrik-Erlebnistagen Neues aus. Sie konnten wichtige Selbsterfahrungen machen.

Traumfabrikgründer Rainer Pawelke erinnert sich: „Eines der großen Geheimnisse der Traumfabrik zu jener Zeit waren die Schattenspiele, bei denen unter anderem eine sechsarmige Göttin als Schattenfigur zu sehen war. Vor allem die Kinder wollten wissen, wie dieses Wunder funktioniert. Deshalb hatten wir nach der Vorstellung unser Schattentuch aufgehängt und zeigten den Kindern einige Tricks. Plötzlich stand ein Inder mit weißem Turban aus der ersten Zuschauerreihe auf und betrat die Bühne. Er stellt eine alte Handlampe auf und begann, nur mit seinen Händen lebendige Schatten auf unsere Leinwand zu zaubern, Gesichter, Tiere, ja ganze Landschaften ...“

Das Märchen der Zusammenarbeit des indischen Handschattenkünstlers Prasanna Rao und der Traumfabrik nahm damals, im Jahr 1983, ihren Anfang und ist noch lange nicht zu Ende geschrieben. Zwischen der Familie Pawelke und der Familie Rao entwickelte sich eine innige Freundschaft, man besuchte sich gegenseitig und feierte gemeinsam Familienfeste.

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Die Traumfabrik webt neue Träume

Neue Nummern und berühmte Künstler: Damit will das Ensemble der Regensburger Traumfabrik das Publikum auch heuer begeistern.

Prasanna Rao wurde zu einem der wichtigsten Gastkünstler der Traumfabrik. Nach seinem Tod (2003) übernahm sein Sohn Prashant Rao, der als IT-Spezialist arbeitet, das Erbe seines Vaters, der ihn bereits zu Lebzeiten in die großen Geheimnisse seiner Kunst eingeweiht hatte.

In diesem Jahr wird Prashant Rao mit seinen Händen, Licht und Schatten in der Traumfabrikgala eine eigene, poetische, märchenhafte Welt entstehen lassen und die Zuschauer mitnehmen in das Reich der Märchen, in der das Unvorstellbare Wahrheit wird und das Unglaubliche zur Realität. Aufgewachsen in einer digitalen Welt, die er als Informatiker nur zu gut kennt, beschwört Prashat Rao Geheimnisse des Handschattenspiele herauf und wird die Zuschauer mit seiner Kunst der lebendigen Schatten kombiniert mit indischem Gesang in seinen Bann ziehen.

Mit Prasanna Rao, dem Vater von Prashant Rao, begann die Zusammenarbeit mit den Schattenspielern.  Foto: Prashant Rao
Mit Prasanna Rao, dem Vater von Prashant Rao, begann die Zusammenarbeit mit den Schattenspielern. Foto: Prashant Rao

Rao junior tritt heuer aus einem besonderen Grund auf. In diesem Jahr wäre sein Vater Prasanna 100 Jahre alt geworden. Ihm zu Ehren kommt die Familie Rao (Frau, Sohn, Mutter) extra aus Bangalore in Indien angereist, um bei der diesjährigen Traumfabrik Tournee dabei zu sein.

Für die Produzenten der Traumfabrik-Gala, Nicole und Ingo Pawelke, ist es immer eine große Herausforderung, mit Künstlern, die in fernen Ländern leben, eine Tournee zu planen. „Nicht nur die Zeitverschiebung, sondern auch die Tatsache, dass man sich nicht zum Proben oder für Abstimmungen live treffen kann, erfordert ein bisschen Geduld. Heutzutage ist das dank moderner Kommunikationstechnik schon wesentlich leichter, als es noch zu Auftrittszeiten von Vater Prasanna Rau in den 1990 er Jahren der Fall war“, sagt Nicole Pawelke.

Termine der Traumfabrik

  • Aufführungen:

    Die Traumfabrik spielt im Regensburger Audimax vom 28. Dezember bis 30. Dezember jeweils um 16 und um 20 Uhr. Am 31.12. gibt es je eine Vorstellung um 15 und um 19 Uhr. Am 1. Januar 2020 läuft die Gala um 15 und um 19 Uhr.

  • Preise:

    Die Tickets kosten von Kategorie 4 zu 22,80 Euro bis Kategorie 1 zu 49,90 Euro. Am Silvester-Abend kostet es etwas mehr, dazu gibt es neben einer kleinen Überraschung auch einen Traumfabrik-Piccolo für jeden Gast.

  • Ermäßigungen:

    Junge Zuschauer bis 20 Jahre zahlen nur die Hälfte, damit sich jede Familie ein generationenübergreifendes Erlebnis gönnen kann. Kleine Kinder bis 5 Jahre dürfen – wenn die Eltern das wollen – auch auf den Schoß ganz ohne Karte.

  • Verkauf:

    Karten gibt es online unter www.traumfabrik.de (mit Sitzplatzauswahl), an allen bekannten Vorverkaufsstellen und telefonisch unter (09 41) 466 160 (Mittelbayerischer Kartenvorverkauf im Donaueinkaufszentrum).

Prashant Rao wurde 1974 in Hamburg geboren. Von Kindesbeinen an begleitete er seinen Vater bei seinen Auftritten in der Traumfabrik und sog Rao den Spirit der Traumfabrik ein: „Es ist ein besonderes Gefühl, wenn man mit der Traumfabrik auftritt. Die gesamte Show ist mit dem Ziel konzipiert, das Publikum mit einfachen Mitteln und künstlerischer Meisterleistung in Staunen zu versetzen … Mein Vater arbeitete gerne mit Rainer Pawelke und der gesamten Traumfabrik Crew zusammen … Es ist eine besondere Wärme, die vom Team der Traumfabrik ausgeht. Das schafft eine besondere Verbindung zwischen den Künstlern und dem Publikum. . eine Verbindung, die alle Zuschauer zu einer großen Gruppe von Menschen macht, die von der Traumfabrik fasziniert sein wollen.“

Mit dem Schatten spielen

Prashant Rao wuchs quasi backstage hinter der Bühne auf und sah seinen Vater auftreten. „Unabhängig von der Größe der Aufführung oder wer im Publikum saß (er trat auch vor vielen Prominenten und Staatsoberhäuptern, wie Ex Bundespräsident Johannes Rau auf), seine Show und seine Begeisterung und seine Motivation wann immer gleich. Er wollte die Menschen unterhalten und sie mit seinen Schatten zum Lachen bringen. Es war inspirierend zu sehen, wie alle unabhängig von Alter, Sprache, Herkunft, Erfahrung zusammenkamen, um die Kunst einer Lampe und den zehn Fingern meines Vaters zu verstehen … Ich wünsche mir, dass ich seinem Vermächtnis gerecht werde.“

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