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Regensburg

Politisches Leben in der Stadtgesellschaft

Nächster Gast bei den Zeitzeugengesprächen am 26. November im Evangelischen Bildungswerk ist Hildegard Anke.

Hildegard Anke  Foto: Anke
Hildegard Anke Foto: Anke

Regensburg.Die Stadträtin und zwölf Jahre lang ehrenamtliche Sozial-Bürgermeisterin war eine der ersten Frauen in der Regensburger Kommunalpolitik. Hildegard Anke, 1921 in Ingolstadt geboren, hat heuer ihren 98. Geburtstag gefeiert. Mehr als 60 Jahre war sie politisch aktiv. Schwerpunkte ihrer Arbeit waren der Kampf für Gleichberechtigung der Frauen in Politik und Arbeitswelt, der Einsatz für Kinder, Kranke, Behinderte und alte Menschen in Regensburg.

Aus der Bürgerschaft erhielt Anke viel Anerkennung. Bei der eigenen Partei, der CSU, verlief ihr politischer Weg nicht so geradlinig. Neid und Missgunst schlugen ihr nicht vom politischen Gegner entgegen, sondern aus der eigenen Partei. 1984 drohten ihr Parteifreunde sogar mit einem Parteiausschluss. Hintergrund: Bei der Kommunalwahl hatte sie 50 000 Wählerstimmen auf sich vereint, mehr als der damalige Oberbürgermeister Friedrich Viehbacher. Damit glaubte Hildegard Anke, von den Bürgern auch den Auftrag bekommen zu haben, ein Bürgermeisteramt zu übernehmen. Sie kandidierte als stellvertretende Bürgermeisterin. Aber die eigene CSU-Fraktion stimmte gegen sie.

In einer Kampfabstimmung erhielt Anke von ihren überwiegend männlichen Parteifreunden nicht eine einzige Stimme. Sie wurde stattdessen diffamiert: Wegen ihrer Kandidatur wurden ihr „Unfähigkeit und parteischädigendes Verhalten“ vorgeworfen. Erst sechs Jahre später, nach der Kommunalwahl 1990, wurde Hildegard Anke Sozialbürgermeisterin – auf Vorschlag der neuen SPD-Oberbürgermeisterin Christa Meier und mit den Stimmen der SPD-Fraktion.

Die Kommunalpolitikerin Hildegard Anke im Zeitzeugengespräch – das ist ein politisches Leben in einer demokratischen Stadtgesellschaft mit viel sozialem Engagement. Es ist ein Spiegelbild Regensburger Kommunalpolitik von den 1950er-Jahren bis in die Gegenwart. Das Zeitzeugengespräch findet am 26. November, 19 Uhr, im Bonhoeffer-Saal im Evangelischen Bildungswerk am Ölberg 2 statt. Der Eintritt ist frei.

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