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Kriminalität

Polizei sucht Serienvergewaltiger

Die DNA des Mannes, der eine Regensburger Studentin überfallen hat, ist identisch mit der eines Täters, der 1997 und 2007 Vergewaltigungen begangen hat.
Von Hans Scherrer, MZ

  • Mit einem DNA-Test hatte die Polizei in der Vergangenheit nach dem Sex-Täter gesucht. Foto: dpa-Archiv
  • Diese grauen Arbeitshandschuhe fand die Polizei am Tatort in der Augsburger Straße.Foto: Polizei
  • Dieses Tapeziermesser wurde am Tatort gefunden. Foto: Polizei

Regensburg. Noch relativ viel Glück hatte eine 27-jährige Studentin, die in der Nacht zum Donnerstag, 2. August, überfallen wurde. Ein bislang Unbekannter hatte der jungen Frau gegen 1 Uhr in der Augsburger Straße aufgelauert und versucht, sie in ein Gebüsch zu zerren und ihr die Kleider vom Leib zu reißen. Nur weil sich die Studentin heftig wehrte und laut um Hilfe rief, wurde eine Passantin auf die Tat aufmerksam. Daraufhin ließ der Mann von seinem Opfer ab und flüchtete zu Fuß in nördliche Richtung.

Wie die Polizei inzwischen aufgrund von DNA-Spuren errmitteln konnte, handelt es sich bei dem Sextäter zweifelsfrei um den Mann, der in der Vergangenheit bereits zwei Frauen vergewaltigt hat. Das eine Verbrechen wurde im Weißbergergraben verübt; ein weiteres Mal schlug der Verbrecher in der Schwabenstraße zu. Das Ergebnis der vom Bayerischen Landeskriminalamt München (BLKA) getätigten Spurenauswertung zu dem Sexualdelikt in der Augsburger Straße liegt nun vor. Es hat für die Kripo beim sogenannten „Spur-Spur-Vergleich“ eine neue und sehr wichtige Information gebracht: Die aktuell gesicherten DNA-Spuren sind einwandfrei identisch und dem bisher unbekannten Täter, der in den Jahren 1997 und 2007 zwei vollendete, überfallartige Vergewaltigungen in Regensburg begangen hat, zuzuordnen.

Kripo redet von einem „Serientäter“

Die Kripo geht nun von einem aus hiesigem Bereich stammenden „Serientäter“ aus. Ein erneutes Auftreten sei zu befürchten. Die auf den bisherigen Fahndungsaufruf eingegangen Hinweise haben die Ermittler noch nicht entscheidend weiter geführt. Mit sogenannten. „Profilern“ wurden die bisherigen Erkenntnisse zusammengeführt, die Situation detailliert analysiert und das weitere Vorgehen abgesprochen.Der Täter wird nach den Gesamterkenntnissen auf 30 bis 50 Jahre geschätzt. Er soll etwa 180 bis 190 cm groß sein und wird als sehr kräftig wirkend beschrieben. Bei der Tat am 02. August 2012 trug der Gesuchte einen dunklen Kapuzenpullover.

Die Kriminalpolizei setzt weiter auf Hinweise aus der Bevölkerung und hat in diesem Zusammenhang mehrere Fragen: Wer war am Donnerstag, 02. August, gegen 1 Uhr in der Nähe des Tatorts? Die Kripo bittet hierzu auch insbesondere darum, dass sich die drei Frauen melden, welche mit einem Pkw am Tatort angehalten haben und die bisher nicht namentlich bekannt sind. Außerdem wird ein junger, namentlich bisher nicht bekannter Mann mit Spitzbart, als Zeuge gesucht, der zur Tatzeit Hilferufe gehört haben soll.

Auch gefundene Arbeitshandschuhe geben der Polizei Rätsel auf. Wer kann Angaben zu dem nicht alltäglichen grauen Arbeitshandschuh mit geschlossenem hellblauem Rand am Bund machen? Der Handschuh ist am Tatort aufgefunden worden und kann eindeutig dem Täter zugeordnet werden. Es handelt sich um einen deutliche Gebrauchsspuren aufweisenden linken Arbeitshandschuh. Hersteller: Ejendals Jalas GmbH (66919 Weselberg) Typ TEGERA Art. 890, Größe 10

Am Tatort wurde ein als Massenware geltendes Tapeziermesser (gelb-orangefarben, Länge gesamt ca. 15 cm) gefunden und ist dem Unbekannten zuzuordnen. Wer kann hierzu Angaben machen?

Aufgrund der Tatzeitsituation schließen die Ermittler auch ein sogenanntes Dunkelfeld, also bisher nicht angezeigte Vorfälle, nicht aus.

Belohnung für sachdienliche Hinweise

Zur Aufklärung bittet die Polizei um weitere Hinweise aus der Bevölkerung. Nach den bisher zusammengeführten Fällen an den Tatorten in Regensburg, (Weißgerbergraben am 25. Mai 1997, Schwabenstraße am 15. Dezember 2007) und aktuell in der Augsburger Straße gehen die Ermittler momentan davon aus, dass sich der Täter vornehmlich gezielt junge Frauen als Opfer aussucht. Deshalb wären für die Kripo insbesondere Wahrnehmungen von jungen Frauen, die nächtens auf dem Heimweg waren und die sich erkennbar von einem Unbekannten verfolgt gefühlt haben, belästigt oder gar attackiert wurden, für die weiteren Ermittlungen von enormer Bedeutung.

Für Hinweise, die zur Aufklärung der Taten oder Ergreifung des Täters führen, ist die bisher vom Landeskriminalamt ausgesetzte Belohnung von 3000 auf 5000 Euro erhöht worden. Mit der Staatsanwaltschaft sei abgesprochen, dass Hinweise auf Wunsch auch vertraulich behandelt werden können. Personen, die weiterhelfen können, sollen sich unter der Rufnummer (0941) 506-2888 melden.

Hier ein Überblick über die dem bislang noch unbekannten Serientäter zweifelsfrei zuzuordnenden Delikte: Am 02.08.2012 schob eine Studentin gegen 1 Uhr ihr Rad auf dem Gehweg der Augsburger Straße. Als sie sich zwischen der Boelke- und der Karl-Stieler-Straße, auf Höhe Franz-von-Kobell-Straße befand, zog sie ein Mann mit Gewalt ins Gebüsch und versuchte sie zu entkleiden. Da die Studentin den Mann vorher nicht wahrgenommen hatte, dürfte sich dieser im Gebüsch versteckt haben. Aufgrund ihrer heftigen Gegenwehr und ihrer lauten Hilfeschreie wurde eine Passantin auf die Studentin aufmerksam. Als der Täter dies bemerkte, ließ er von der jungen Frau ab und flüchtete in nördliche Richtung. Die Studentin erlitt bei dem Übergriff Verletzungen und wurde in einem Regensburger Krankenhaus ambulant versorgt.

Am 25. Mai 1997 um 4.45 Uhr wurde eine Frau beim Aufsperren ihres Wohnanwesens am Weißgerbergraben von einem Unbekannten in den Hausgang gedrängt und im Kellerabgang vergewaltigt. Am 15. Dezember 2007 wurde gegen 3.30 Uhr eine Studentin, die auf dem Nachhauseweg war, in der Schwabenstraße beim Aufsperren der Haustür von einem Unbekannten von hinten gepackt und anschließend in einer nahe gelegenen Grünanlage vergewaltigt. Im Zusammenhang mit den beiden letztgenannten Fällen war 2007 bereits eine Spurenübereinstimmung festgestellt worden. Umfangreichste Ermittlungen bis hin zur Durchführung einer DNA-Reihenuntersuchung haben allerdings nicht zur Klärung geführt.

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