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Fahndung

Polizei: Vergewaltigung war vorgetäuscht

Hat die Vergewaltigung in der Isarstraße nie stattgefunden? Davon geht derzeit die Kripo Regensburg aus. Der Fall hatte für Aufsehen gesorgt.

Die angebliche Vergewaltigung in der Isarstraße sorgte bundesweit für Aufsehen. Foto: Wagner

Regensburg.Die von einer 22-jährigen Auszubildenden am 27. Juli angezeigte Vergewaltigung fand niemals statt. Das meldete die Kripo Regensburg am Freitagnachmittag. Die junge Frau hatte sich nach der angeblichen Tat an die Polizei gewendet und behauptet, sie sei von drei Männern verschleppt und von einem der mutmaßlichen Täter vergewaltigt worden, bevor sie unbekleidet wieder freigelassen wurde. Die Kripo Regensburg hatte daraufhin umfangreiche und aufwendige Ermittlungen in enger Koordination mit der Staatsanwaltschaft Regensburg eingeleitet. Der Fall sorgte bundesweit für Schlagzeilen.

Doch für die Ermittler steht nun fest: Die überfallartige Vergewaltigung und auch die Entführung durch drei unbekannte Männer hatte die junge Frau nur erfunden.

Nach MZ-Informationen hatte sie allerdings nicht zugegeben, dass sie das Verbrechen vorgetäuscht hatte. Die Polizei habe bei ihren Ermittlungen Baustein um Baustein abgearbeitet und sei erst am Freitag zu dem Entschluss gekommen, mit der Entwarnung an die Öffentlichkeit zu gehen, hieß es aus der Pressestelle. In den vergangenen Wochen hatte die Ermittlungsgruppe „Isarstraße“ 150 Hinweise aus der Bevölkerung abgearbeitet. Die meisten davon bezogen sich laut Pressesprecher Michael Rebele auf die veröffentlichten Phantombilder. Doch ansonsten gab sich die Polizei am Freitag wortkarg. Hat sich die Frau bei Vernehmungen in Widersprüche verstrickt? Wie konkret kamen die Ermittler der Frau auf die Schliche? Wie reagierte die junge Frau, als sie die Polizei der Vortäuschung einer Straftat beschuldigte. „Dazu sagen wir nichts“, so Rebele. „Die Ermittlungen sind noch nicht beendet. Mit unserer Mitteilung wollten wir etwas gegen die latente Angst in der Bevölkerung tun.“

Die Verletzungen der Frau geben den Polizisten derzeit noch Rätsel auf. Rebele dazu: „Die 22-Jährige lag im Krankenhaus und die Verletzungen wurden dort definitiv festgestellt.“ Woher die allerdings stammen könnten, darüber wollte der Polizeisprecher nicht spekulieren. Die Frau hatte am 27. Juli gegen 3 Uhr bei der Polizeiinspektion Regensburg Süd Strafanzeige erstattet. Ihren Schilderungen zufolge war sie gegen 0.30 Uhr in der Isarstraße bei einem nächtlichen Spaziergang von drei unbekannten Männern abgepasst und in einen dunklen Kombi gezerrt worden. Nach einer kurzen Fahrt sei sie von einem der angeblichen Täter ausgezogen und vergewaltigt worden. Später habe man sie an den Ausgangsort zurückgebracht und nackt aus dem Fahrzeug gestoßen.

Die Ermittlungsgruppe „Isarstraße“ war hatte wochenlang nach den drei beschriebenen Männern, dem Tatfahrzeug und der Kleidung der 22-jährigen Auszubildenden gefahndet – ohne Erfolg. Auch drei verdächtige Männer, die zwei Tage nach der Tat gefasst und verhört wurden, erwiesen sich als unverdächtig. Sie kamen wieder auf freien Fuß. In der kommenden Woche sollte die Fahndung auch in der ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY ungelöst“ thematisiert werden. Doch kommt es nicht mehr. Nach dem jetzigen Kenntnisstand sind weitere Ermittlungen zu den mutmaßlichen Tätern nicht mehr erforderlich, so der Polizeisprecher. Die Fahndung wurde beendet.

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