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Kontrolle

Polizisten nahmen Radfahrer ins Visier

Aufgrund der „dunklen Jahreszeit“ achtete die Polizei besonders auf die Beleuchtung. Am Grieser Steg griff sie „Sünder“ auf.
Von Daniel Steffen

Am Mittwoch kontrollierte die Polizei die Radfahrer vor allem am Grieser Steg.  Foto: Steffen
Am Mittwoch kontrollierte die Polizei die Radfahrer vor allem am Grieser Steg. Foto: Steffen

Regensburg.Über 400 Verkehrsunfälle gab es im vergangenen Jahr mit Beteiligung von Radfahrern. 368 Radfahrer wurden dabei verletzt, 36 davon schwer. Diese Zahlen aus dem Stadtgebiet Regensburg haben die Polizei dazu veranlasst, vermehrt Radfahrerkontrollen durchzuführen.

Bei dem numehr vierten Fahrradaktionstag, der am Mittwoch von 16 bis 19 Uhr stattfand, überprüften die Beamten vor allem die Beleuchtungsausrüstung, ahndeten aber auch konsequent andere Verstöße gegen die Straßenverkehrsordnung.

Die Aktion führten die Polizeiinspektionen Regensburg Süd und Nord gemeinsam mit dem Verkehrsüberwachungsdienst und dem Polizei-Einsatzzug durch. Als stationären Standpunkt wählte die Polizei den Übergang von der Eisernen Brücke zum Grieser Steg, auf dem am späten Nachmittag besonders viele Radfahrer unterwegs sind.

Diese schienen die Beamten schon im Vorfeld zu bemerken, doch nützte das Absteigen „im letzten Augenblick“ nichts.

Wer in der Dämmerung ohne Licht fuhr, der wurde mit einem Verwarngeld von 20 Euro bedacht. Es half wenig, damit zu argumentieren, dass einem der Dynamo gerade erst abhanden gekommen sei – außerdem hatten die Polizisten dagegen etwas einzuwenden, wenn jemand versuchte, seine Fahrt mit der Smartphone-Taschenlampe fortzusetzen. Das geht nicht, machten Polizei-Hauptkommissar Hermann Hirsch und seine Kollegen deutlich, denn die Beleuchtung müsse fest am Fahrrad montiert sein.

Großteil der Aktion war Aufklärungsarbeit

Wer auf der Eisernen Brücke in Richtung Gries als „Geisterradler“ unterwegs war, wurde ebenfalls mit 20 Euro belangt. Wie die Kontrolle zeigte, wechselten viele Radfahrer schon deutlich vor der Ampel den Fahrstreifen und waren somit im Gegenverkehr unterwegs. Noch deutlich tiefer müssen nun diejenigen in die Tasche greifen, die bei Rot über die Ampel gefahren sind: 100 Euro Bußgeld und ein Punkt in Flensburg sind hier die Folgen für diejenigen, bei denen das „Rot“ schon länger als eine Sekunde leuchtete. Wer damit argumentierte, dass die Fußgängerampel ja grün gewesen sei, prallte bei den Beamten ab.

Kontrolle in Zahlen

  • Verwarnungen:

    63-mal kam es zu Verkehrsordnungswidrigkeiten. 49 Mal sprachen die Beamten eine Verwarnung aus (23 Geisterradler, 23 Mal mangelhafte oder fehlende Beleuchtung, drei Fälle von Hörbeeinträchtigungen durch Kopfhörer).

  • Rotlichtverstöße:

    14-mal kam es während der Aktion zu Rotlichtverstößen (6 Mal einfacher Verstoß, acht qualifizierte Verstöße (Rotphase länger als eine Sekunde)

Hermann Hirsch betonte auch, dass nur sehr wenige der angesprochenen Verkehrsteilnehmer tatsächlich einen Verstoß begangen hätten. Der Großteil der Aktion stellte die Aufklärungsarbeit dar. So verteilten die Beamten zum Beispiel Flyer zum Thema Geisterradler – und andere Flugzettel sollen die Radfahrer dazu motivieren, einen Helm zu tragen. „Wir werben dafür, denn der Kopf ist der höchste Punkt, wenn man fällt“, sagte Hirsch.

Kopfverletzungen wie ein Schädel-Hirn-Trauma hätten „schwerwiegende Folgen“ und stellen auch Chirurgen vor eine große Herausforderung, weiß er. Insgesamt waren 20 Beamte bei der Aktion dabei.

Einige Polizisten überprüften auf dem Pedelec oder auf dem Rad den Radverkehr in der Innenstadt, andere Beamte teilten Infoflyer beim Bauhaus-Markt in der Bajuwarenstraße aus. Insgesamt wurden im Stadtgebiet 1039 Flyer verteilt.

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