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Auszeichnung

Preis für integrative Projekte

An sechs Preisträger vergab die Aumüller Druck GmbH insgesamt 10000 Euro. Die städtische Berufsschule II in Regensburg erhielt den ersten Preis.
Von Katja Harbs, MZ

Preisträger und Jury des Aumüller-Integrationspreises 2013 Foto: Harbs

Regensburg. Die Zielsetzung des durch die Aumüller Druck GmbH ins Leben gerufenen Integrationspreises ist es, herausragende Konzepte, in denen Menschen mit Migrationshintergrund in vorbildlicher Weise gefördert werden, zu würdigen und diese einer breiten Öffentlichkeit vorzustellen. Auch andere sollen, so Geschäftsführer Stefan Aumüller bei der Preisverteilung, ermutigt werden, es den Preisträgern gleichzutun.

Ein großer Teil der Bevölkerung in Deutschland weist einen Migrationshintergrund auf, allein im Regensburger Stadtgebiet zum Beispiel gut ein Drittel aller Schüler. Diese, oftmals nur als Problem verkannte Herausforderung innovativ und tatkräftig anzugehen, bleibt eine wichtige Aufgabe unserer Gesellschaft. Die Thematik ins öffentliche Bewusstsein zu bringen, ist eine Herzensangelegenheit der beiden Unternehmer Christian und Stefan Aumüller. „Denn Schulabgänger ohne Abschluss und Deutschkenntnisse, kann und darf sich die Gesellschaft nicht mehr leisten. Wir brauchen alle und das nicht nur in Hinblick auf den kommenden Fachkräftemangel“, so Aumüller.

Dass ein Unternehmen sich seiner gesellschaftlichen Verantwortung stellt und hilft, Anstöße zu Veränderungen zu geben, dafür dankte Bürgermeister Joachim Wolbergs in seinem Grußwort. Unseren Mitmenschen „schulden wir Solidarität und haben aus unserer Historie heraus eine besondere Verantwortung.“

Dass „Integration nicht immer als freudiges Straßenfest daherkommt“, sei hinreichend bekannt, so der Integrationsbeauftragte der bayerischen Staatsregierung, MdL Martin Neumeyer. Gleichzeitig unterstrich er aber die Worte Wolbergs, dass ein gelungenes Miteinander der Kulturen in erster Linie eine große Bereicherung für alle sei.

„Integration nicht als Gefahr, sondern als Chance“ zu begreifen, das haben sich auch die diesjährigen Preisträger auf die Fahnen geschrieben. Aus insgesamt 17 Projekten konnte die Jury, bestehend aus den Geschäftsführern, Stefan und Christian Aumüller, MdL Martin Neumeyer, Bürgermeister Joachim Wolbergs und Andreas Reindl, Integrationsbeauftragter der Stadt Regensburg wählen.

Die städtische Berufsschule II stach mit ihrem Projekt hinsichtlich Nachhaltigkeit und Professionalität besonders heraus und wurde daher mit dem in Höhe von 3000 Euro dotierten Hauptpreis ausgezeichnet. Jeweils 2000 Euro gingen an die Realschule am Judenstein und die Organisation “Treffpunkt türkisch-deutscher Studenten Regensburg”. Drei weitere Projekte wurden mit jeweils 1000 EUR prämiert.

Dass Musik eine „gemeinsame Sprache“ sein kann, erlebten die Besucher der Preisverleihung dann hautnah am Musikprojekt der Clermont-Ferrand-Mittelschule. Unter der Leitung von Lehrer Manfred Lehner begeisterten 20 Schüler einer Trommlergruppe mit „14 Nationen – ein Rhythmus“ die Zuhörer.

Die Projekte im Überblick

Heimat und Perspektiven zu geben, hat sich das Gewinnerprojekt zum Thema gemacht. Die Kernkompetenz, berufsschulpflichtige Jugendliche aufs Berufsleben vorzubereiten, wird seit 2011 an der städtischen Berufsschule II auch auf jugendliche Flüchtlinge ausgedehnt. In enger Zusammenarbeit von Lehrern, pädagogischen Kräften und den Flüchtlingen steht das „Ankommen in Deutschland“, der zum Teil traumatisierten Jugendlichen im Fokus. Das gelungene Konzept, unter anderem unterstützt von der Waisenhausstiftung und der Caritas, wird schon im kommenden Jahr von jetzt zwei auf drei Klassen ausgedehnt.

Die Schaffung einer Willkommenskultur und die Teilhabe an unserer Gesellschaft steht bei der Realschule am Judenstein im Vordergrund. Vielfältige Aktionen, wie innerschulische Film- und Radioprojekte ermöglichen Schülern und Lehrern voneinander zu lernen, ohne die kulturellen Differenzen ständig hervorzuheben.

Zielsetzung der studentischen ehrenamtlichen „Hochschulgruppe Bosporus“ ist die Förderung der Integration im Großraum Regensburg und Unterstützung in Bildungs- und Berufsfragen. Die Hochschulgruppe möchte durch Angebote wie Tutorien für Erstsemester- und Auslandsstudenten, Dolmetschertätigkeiten und diverse interkulturelle Projekte, ausgehend von der Universität Regensburg, anpacken.

Die Grundschule Hohes Kreuz mit rund 80 Prozent Anteil von Schülern mit Migrationshintergrund schafft es durch den Aufbau einer gemeinsamen Schulkultur, integrative Hürden zu meistern. Schwerpunkt ist die enge, zielgerichtete Zusammenarbeit mit den Eltern und die Förderung der deutschen Sprache als „Schlüssel zur Integration“. Themenabende, Elternseminare und Angebote wie „Mama lernt Deutsch“ binden die Eltern ein, fördern deren Engagement und stärken die Schule-Eltern-Partnerschaft.

„14 Nationen – ein Rhythmus“ schafft an der Clermont-Ferrand-Mittelschule durch die „gemeinsame Sprache Musik“ Schnittmengen. Das erklärte Ziel dieses Förderansatzes ist der Abbau von Unsicherheiten und die Steigerung des Selbstbewusstseins. Auftritte unter anderem in Partnerschulen gehören mittlerweile zum Schulalltag.

An der Hans-Herrmann-Grundschule ist Chancengleichheit durch individuelle Förderung das Ziel. In Projekten, wie “Integration durch Sport”, einer gezielten Sprach- und Leseförderung in Zusammenarbeit mit der städtischen Bibliothek und der Einführung von Kooperationsklassen, wird ein Grundstein für ein gelungenes Miteinander geschaffen. Die Schule, deren Schülerschaft sich aus 20 verschiedenen Nationen zusammenfügt, unterstreicht dies durch kulturverbindende Aktionen und hat als erste Grundschule in Regensburg einen gebundenen Ganztageszug aufgebaut.

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