MyMz
Anzeige

Ausflug

Presseclub besuchte Theater-Akademie

In der Akademie der darstellenden Künste in Regensburg gaben Schauspieler Kostproben. Auch die Ausbildung war Thema.
Von Wolfgang Spornraft

Rafaela Herzog zeigte den Besuchern den reichen Fundus der Akademie der darstellenden Künste.  Foto: Wolfgang Spornraft
Rafaela Herzog zeigte den Besuchern den reichen Fundus der Akademie der darstellenden Künste. Foto: Wolfgang Spornraft

Regensburg.Der Presseclub besuchte eine besondere Regensburger Schule: Die Akademie der darstellenden Künste Bayern in ihren frisch eingeweihten Räumen in der Kreuzgasse war am Donnerstag das Ziel. Die Medienmenschen wurden herzlich empfangen. Es wurde eine fast intime Momentaufnahme des Lebens an einem Ort mitten in Regensburg, wo die darstellende Kunst gegenständlich daheim ist, wo Schauspiel schwitzend gelehrt und gelernt wird, wo Theater für die Menschen die Welt bedeutet.

Dieses Mal – anders als bei der Eröffnung des Hauses im September – standen die jungen Künstler ganz vorne auf der Bühne. Die Abschlussklasse bestritt mit Kostproben des Erlernten den Abend. An ihrem Aufbruch durften die Gäste teilhaben. Das Gefühl von Hoffnung und Erwartung tränkte herzerfrischend die Darbietung.

Da ist jemand hungrig auf das wirkliche Leben, das nach der Schule beginnt. Jeder auf seine Weise. Die darstellende Kunst kennt viele Wege „Ich will gerne den Oscar gewinnen“, tönte es. Und einer wollte trotz Youtube zurück zum TV, wo er schon als Statist Erfahrung gesammelt hat. „Theater ist Heimat. Das kann eine kleine, das kann eine riesige Bühne sein – Hauptsache Bühne.“ Dieses Bekenntnis, zu dem alle Kollegen innig nickten, sprach Burak Uzun aus, der in blauem Kleid tanzte und eine Vorstellung davon gab, welche Leistung freier Tanz ist.

Gesang, Fechten und Tango

Die Moderation bestritten Intendantin Meike Fabian und Absolventin Waltraud Auer. Die Gäste erfuhren, was es heißt, in der Kreuzgasse zu arbeiten: Theorie steht am Anfang. Aus der Theatergeschichte lernen die Studierenden, was ihre Wurzeln sind. Sie erfahren Grundlagen des Handwerks, etwa wie es ein Stanislawski in seinem Method Acting vermittelt. Dann geht es praktisch weiter.

Theater

ADK in Regensburg sucht neue Freunde

Die Akademie der Darstellenden Künste Bayern vergibt erneut den Förderpreis. Er geht diesmal an Ekaterina Ladynskaya.

Eine Säule bildet der Themenkomplex Sprache und Stimme. In Kleingruppen und Einzelbetreuung geht es bis hin zum Gesang. Dialekt wird zwar nicht gelehrt, aber wer einen mitbringt, „der darf ihn pflegen“, sagte Fabian. Wie zu Shakespeares Zeiten umfasst die Arbeit an der körperlichen Darstellung auch Fechtstunden, Tango und neuerdings Capoeira. Das ist ein brasilianischer Kampf- und Tanzstil im Rhythmus der Trommel. Die Münchner Falckenberg-Schule, an der man sich in der Kreuzgasse orientiert, hat das zuerst in ihre Schauspielausbildung eingebunden.

66 Schüler und 44 Dozenten arbeiten in der Kreuzgasse. 500 Wochenstunden seien auch organisatorisch eine Herausforderung, berichtet Fabian. Die verteilen sich für den einzelnen Schüler auf 37 Pflichtstunden und dazu die Wahlfächer. „Die sind richtig beschäftigt.“ Dazu kommt die Arbeit auf den über das ganze Haus verteilten Spielflächen und Aufführungen am Wochenende.

14 Monologe müssen sitzen

Dafür gehen die Regensburger Absolventen bald mit 14 Monologen bewaffnet in ihre Vorsprechen. Lilian Prent gab, mit der „Phöbe“ aus Shakespeares „Wie es euch gefällt“, ein eindrucksvolles Beispiel. Meike Hoßbach schickte ihren Song „Oben“ über die Rampe. Sie verkörperte dabei entlarvend die Promizicke, die eben „oben“ steht und herabblickt auf eine Putzfrau.

Die Akademie

  • Finanzierung:

    Die Akademie der darstellenden Künste Bayern richtet sich an der Münchner Otto Falckenberg Schule – Fachakademie für darstellende Kunst aus. Das ist Pflicht, seit die Regensburger Schule staatlich anerkannt und damit öffentlich bezuschusst wird.

  • Kosten:

    Den Gesang ausgenommen, ist die Ausbildung für den Schüler an Talent und nicht an Geld gebunden.

Zum Intro aus Gorkys „Nachtasyl“ stand am Ende die nach vier gemeinsamen Jahren eingeschworene und eingespielte Abschlusstruppe unisono auf der Bühne unter den frisch schwarz gestrichenen Dachbalken des hauseigenen Studiotheaters. Da kam Wehmut auf, weil ein Anfang eben immer auch Abschied bedeutet. Nur Gutes wünscht man diesen jungen Leuten auf ihrem Weg. Man ist gespannt, wo einem die Gesichter dieses Abends wieder begegnen werden. Hoffentlich auch einmal bei der Oscarverleihung.

Weitere Nachrichten aus Regensburg lesen Sie hier.

Sie sind noch nicht registriert?

Neu registrieren

MessageBox

Nachricht