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Bildung

Professor zeigte Mathematik zum Anfassen

Albrecht Beutelspacher experimentierte am Siemens-Gymnasium. Der Vortrag gehörte zur Jubiläumsreihe der Schule.

Albrecht Beutelspacher im Spiegeltrichter. Am Werner-von-Siemens-Gymnasium erklärte er, warum die Welt der Mathematik so faszinierend ist.
Albrecht Beutelspacher im Spiegeltrichter. Am Werner-von-Siemens-Gymnasium erklärte er, warum die Welt der Mathematik so faszinierend ist. Foto: dpa

Regensburg.Aus zwei miteinander verklebten Ringen wird durch geschicktes Zerschneiden ein Quadrat, ein Stern verwandelt sich wie durch Magie in ein Tetraeder und große dreistellige Zahlen werden in Windeseile miteinander multipliziert: Professor Dr. Albrecht Beutelspacher ist in seinem Element.

Der Mathematiker ist der Einladung der Fachschaft Mathematik am Werner-von-Siemens-Gymnasium gefolgt und zeigte den Zuschauerinnen und Zuschauern im Rahmen der Veranstaltungsreihe „50 Jahre Werner-von-Siemens-Gymnasium“ in der voll besetzten Aula der Schule eine Seite seines Fachgebiets, die vielen bis dahin verborgen war: „Mathematik macht glücklich.“

Warum? Weil es Albrecht Beutelspacher gelinge, so Schulleiter Dr. Berthold Freytag, die „Schönheit der Mathematik deutlich zu machen.“ Und dazu braucht der Professor für Mathematik an der Justus-Liebig-Universität in Gießen und Verfasser vieler populärwissenschaftlicher Bücher über Mathematik, nicht viel: eine Flipchart, fünf, sechs mitgebrachte kleine Experimente, die in eine Einkaufstasche passen und die Fähigkeit, das Elementare an komplexen mathematischen Theorien zu erkennen und in verständlichen Worten und mit interessanten Experimenten einem Publikum näherzubringen, das immer wieder überrascht ist und am Ende Beutelspachers Begeisterung teilt.

Beutelspacher hat eine Mission: „Mathematik soll zum Anfassen und zum Staunen sein.“ 2002 gründete er deshalb in Gießen das Mathematikum, eine Art Mitmach-Museum der Mathematik, in dem die Besucher in vielen kleinen und großen Experimenten Mathematik mit allen Sinnen erfahren können. Man muss jedoch nicht bis Gießen fahren, um die Mathematik in den Dingen zu erkennen oder händisch zu begreifen. Schülerinnen und Schüler aus P-Seminaren des Werner-von-Siemens-Gymnasiums konstruierten in den vergangenen Jahren eine große Zahl solcher Exponate, die vor und nach der Veranstaltung im Mehrzweckraum der Schule bestaunt wurden. Dazu gab es sachkundige Informationen der betreuenden Lehrkräfte. Die Besucherinnen und Besucher waren sich einig: So interessant, so schön kann Mathematik sein.

Zeitgleich zum Festabend wurde an der Schule die Ausstellung „Alles ist Zahl“ des Künstlers Eugen Jost eröffnet. 2008 schuf der Künstler aus Thun in der Schweiz zwölf Bilder mit mathematischen Themen bzw. mit Bezügen zur Mathematik. Ursprünglich für einen Kalender konzipiert (der ein Bestseller war), bieten Josts Bilder mit interessanten Namen wie „Hardys Taxi“, „Ein Spaziergang mit Herrn Euler“, „Girasole“ oder „Mittelmeergeometrie“ spannende Einblicke in die ungewöhnliche Verbindung von mathematischer Theorie und ästhetischem Empfinden. Auch hiervon waren die Besucherinnen und Besucher am Abend sehr angetan. Eine weitere Woche wird die Ausstellung dann noch für den Besuch von Klassen geöffnet sein.

Dass am Werner-von-Siemens-Gymnasium einiges an mathematischer Begabung geboten ist, konnten die Besucherinnen und Besucher im Anschluss an den Vortrag von Prof. Albrecht Beutelspacher erkennen: Die Fachschaft Mathematik konnte etliche Schülerinnen und Schüler auszeichnen, die sich durch besonders gute Leistungen im Landeswettbewerb Mathematik Bayern, in der Fürther Mathematik-Olympiade oder beim Bayerischen Mathematik Test hervorgetan haben. Dass Mathematiker oft auch hervorragende Musiker sind, demonstrierte Mathematiklehrer Christian Birkner mit seiner Jazz-Combo.

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